Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Gaoshan-Nationalität (高山族 - Gao Shan Zu)
Heute leben mehr als 300000 Angehörige der Gaoshan-Nationalität in Taiwan und
etwas mehr als 4500 verstreut auf dem chinesischen Festland. In Taiwan
sind sie vor allem in den mittleren Gebirgsgebieten und auf der Zonggu-Ebene
und der Lanyu-Insel in Osttaiwan zu finden.

Bevor die Han im 17. Jahrhundert in großer Menge nach Taiwan einwanderten, lebten
dort die Gaoshan noch in urgesellschaftlichen Zuständen. Die Stämme in
den Gebirgsgebieten lebten von der Jagd, während die in den Ebenen hauptsächlich
Ackerbau betrieben. Heute führen die Gaoshan ein modernes Leben.
Die Gaoshan-Nationalität besteht aus mehreren Stämmen, die "She" (Gemeinschaft)
heißen. Höchstes Organ eines Stammes war die Altenkonferenz. 1952 ordnete
die lokale Regierungsbehörde Taiwans eine Selbstverwaltung der Gebirgsgebiete
an. Die von den Gaoshan bewohnten Gebiete wurden in 30 Gebirgsgemeinden
gegliedert und dafür Verwaltungsorgane aufgebaut. Damit traten die früher
üblichen Großfamilien mit 50 bis 60 Personen kaum mehr in Erscheinung
und lösten sich allmählich in Kleinfamilien auf.
Die Gaoshan haben eine eigene Sprache, aber keine eigene Schrift.
Im Volk werden zahlreiche Erzählungen mündlich weitergegeben. Die Gaoshan
sind gute Sänger und Tänzer. Der Stößeltanz und der Tanz mit langem Haar
sind populär. Beim Höhepunkt des Tanzes mit langem Haar müssen die Tänzer
den Rücken so biegen, dass ihr Haar den Boden berührt. Zum traditionellen
Handwerk der Gaoshan zählt Spinnen, Weben, Flechten, Schnitzen und die
Tonwarenherstellung.
Die traditionellen Feste der Gaoshan sind meist mit Opferungen
verbunden. Verschiedene Stämme dieser Nationalität hatten mehr als 70
Opferveranstaltungen jährlich. Nach der amtlichen Regulierung wird heute
hauptsächlich für die Aussaat, den Frieden, die Bambusstange und ein
fruchtbares Jahr geopfert.
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