Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Nationalität der Ewenke (鄂温克族 - E Wen Ke Zu)
Nach dem Zensus von 2000 zählte man 30500 Ewenke, die hauptsächlich im Autonomen
Gebiet Innere Mongolei und zum kleinen Teil verstreut in Heilongjiang
und Xinjiang lebten. Das Autonome Ewenke-Banner (Verwaltungseinheit auf
Kreisebene im Autonomen Gebiet Innere Mongolei) ist das größte von dieser
Nationalität bewohnte Gebiet.

Die Angehörigen der Nationalität nennen sich selbst "Ewenke",
was "in großen Gebirgswäldern lebende Menschen" bedeutet. Infolge vieler Wanderungen in der Vergangenheit haben die Ewenke keinen
geschlossenen Siedlungsraum mehr. Ihr wirtschaftlicher und gesellschaftlicher
Entwicklungsstand ist regional unterschiedlich. In den 50er Jahren des
20. Jahrhunderts betrieben die meisten Ewenke Ackerbau und Viehzucht,
einige lebten auch von der Jagd. Diese lebten bis in die Gegenwart noch
in der Endphase der Urgesellschaft. 1965 wurden die wandernden Jäger
sesshaft. In Aoluguya, im Autonomen Gebiet Innere Mongolei wurde eine
Gemeinde der Ewenke-Nationalität gegründet. Viele Bewohner dieser Gemeinde
gehen weiter der Jagd nach oder züchten Rentiere. Man nennt sie den "letzten jagenden Stamm in China".
Die Ewenke haben eine eigene Sprache, aber keine eigene Schrift.
In den Weidegebieten sind Mongolisch und Chinesisch gebräuchlich, in
den Agrargebieten fast ausschließlich Chinesisch. Die Ewenke sind Meister
darin, alle möglichen Artikel aus Birkenrinde zu fertigen. Heute ist
das ein lukrativer Zweig des Kunsthandwerks.
Die Ewenke hängen überwiegend dem Schamanismus an; in den
Weidegebieten sind viele zugleich Anhänger des Lamaismus. Die Ewenke
sind gute Sänger
und Tänzer und feiern gern. Das Frühlingsfest, die Aobao-Feier, bei der
man Göttern opfert und um Glück betet, und "Mikuole",
ein Erntedankfest, sind die herausragenden Feste. Aobao ist inzwischen
mehr und mehr ein Fest der Unterhaltung und des Vergnügens geworden.
Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
|