Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Dulong-Nationalität
(独龙族 - Du Long Zu)
Laut Volkszählung von 2000 gab es 7400 Angehörige der Dulong-Nationalität, die
hauptsächlich im Tal des Dulong-Flusses im nordwestlichen Teil der Provinz
Yunnan lebten.

Die Dulong wohnen in Tälern der Hochgebirge, die ein halbes Jahr hindurch schneebedeckt
sind. Infolge der schlechten Verkehrsverbindungen war das Dulong-Flusstal
lange von der Außenwelt isoliert. Man wusste wenig darüber und nannte
es das "mysteriöse Flusstal". Bis Mitte des 20. Jahrhunderts lebten die Dulong noch in der Endphase der Urgesellschaft.
Sie lebten vom Ackerbau, der Jagd und dem Sammeln von Pflanzen und Früchten.
Es war bei den Frauen Brauch, sich das Gesicht tätowieren zu lassen.


Die Dulong wohnen meist in Dörfern an den Berghängen zu beiden
Ufern des Flusses. Die meisten traditionellen Wohnhäuser werden aus Holz
oder Bambus gebaut. Darin gibt es mehrere Feuerbecken; jedes davon symbolisiert
eine kleine Familie. Nach der Heirat der Kinder werden Haushalt und Vermögen
nicht aufgeteilt. Dulong-Teppiche, mit bunten Baumwollfäden und Hanf
gefertigt, sind eine traditionelle Spezialität. Tagsüber diente er als
Umhang und in der Nacht als Bettdecke. Heute sind Dulong-Teppiche allerdings
meist nur noch Schmuck.

Die Dulong lieben Gesang und Tanz und haben eine eigene Sprache,
aber keine eigene Schrift. Ein Teil von ihnen spricht Chinesisch. Die
Dulong gelten als ehrlich und noch sehr naturverbunden. Sie halten sich
streng an die Regel, dass jeder Gegenstand einen Besitzer hat und niemand
etwas an sich nimmt, was er irgendwo findet.

Früher vergötterten die Dulong die Natur. Ihr traditionelles
Jahresfest heißt "Kaquewa". Der Feiertag wird von allen Dörfern der Dulong im letzten Monat des Jahres
gefeiert. Dabei wird viel gesungen, getanzt, getrunken und gegessen.
Man besucht Verwandte und Freunde oder bricht zu einem feierlichen Jagdzug
auf.
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