Chinas Nationalitäten (Minderheiten)
- Die Dai-Nationalität
(傣族 - Dai Zu)
Laut Zensus von 2000 gab es 1,159 Mio. Angehörige der Dai-Nationalität, die hauptsächlich
im Autonomen Bezirk Xishuangbanna der Dai-Nationalität in der Provinz
Yunnan lebten.

Traditionell leben die Dai vom Ackerbau, ihre Spezialität ist der Anbau von Wasserreis.

Die einzigartigen Wohnhäuser der Dai sind zweistöckige Bambusbauten.
Im oberen Stock wohnt die Familie, während das Erdgeschoss als Stall
für Haustiere und Lagerraum für diverse Artikel des täglichen Bedarfs
dient. Die Männertracht der Dai ist im Wesentlichen einheitlich, während
Kleidung und Putz der Frauen je nach Gebiet verschieden sind. Gemeinsam
ist allen das geflochtene Haar, der Sarong und ein kurzes Oberkleid.
Die verschiedenen Zweige der Dai-Nationalität sind an unterschiedlichen
Details ihrer Trachten zu erkennen.
Die Dai haben einen eigenen Kalender und ein eigenes Heilsystem entwickelt.
Sie lieben Gedichte, besonders lange Balladen. Es gibt zahlreiche Tänze
bei den Dai. Viele imitieren die Bewegungen von Tieren, darunter ist
der Pfauentanz sehr bekannt.

Die Dai sind mehrheitlich Hinayana-Buddhisten. In der Vergangenheit
gab es viele Mönche, die klassische Werke in der Dai-Sprache verfassten.
Sie waren in der Astronomie, in den Methoden der Zeitberechnung, in der
Medizin und Hygiene bewandert und wurden deshalb von den Dai als Menschen
höchster Gelehrsamkeit geachtet. Nach traditioneller Meinung müssen sich
Männer in ihrem Leben für eine bestimmte Zeit von ihren Familien trennen,
um ein religiöses Leben zu führen. Erst danach habe man das Recht zu
heiraten.

Das wichtigste Fest der Dai ist das Neujahr nach dem Dai-Kalender,
das Mitte April begangen wird. Man nennt es auch Wasserfest, weil man
sich da gegenseitig mit Wasser bespritzt. Es wird dabei viel gesungen
und getanzt, es gibt Drachenbootrennen und natürlich auch viele Märkte.
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