Die Geschichte Chinas
Rätsel über die Reise von Xu Fu nach Japan
Nach der Thronbesteigung strebte der erste Qin-Kaiser (259-210 v. Chr.) stets
nach Unsterblichkeit. Ihm kam zu Ohren, dass es im Bohai-Meer einen mythischen
Berg gäbe und darauf die mythische Medizin zur Erlangung der Unsterblichkeit
zu finden wäre. Daraufhin schickte er Alchimisten auf dem Seeweg los,
um nach dieser Medizin zu suchen. Der erste Alchimist, der sich mit dieser
Aufgabe beschäftigte, war Lu Sheng, ein Mann aus dem Yan-Reich. Lu Sheng
fuhr bei Jieshi (das heutige Qinhuangdao) auf die See hinaus, fand allerdings
die gesuchte Medizin nicht. Heute kann man im Dongshan-Park der Stadt
Qinhuangdao die antike Ruine des "Seefahrtsorts vom ersten Qin-Kaiser zur Suche der Medizin zur Erlangung der Unsterblichkeit" besuchen. 1992 wurde dort eine schwarze 6 Meter hohe und 80 Tonnen schwere Granitsstatue
vom ersten Qin-Kaiser errichtet.
Nach Lu Shengs Scheitern bei der Suche nach der mythischen Medizin schickte der
erste Qin-Kaiser Xu Fu erneut auf dem Seeweg los, um die Medizin zu suchen.
Nach der Rückkehr von seiner ersten Seefahrt verkündete Xu Fu, dass er
bereits den mythischen Berg Penglai bestiegen und die Medizin zur Erlangung
der Unsterblichkeit gesehen habe. Allerdings hätten die Götter auf dem
Berg die von ihm dargebrachten Geschenke für zu gering befunden. Xu Fu
sagte ferner, um die Medizin zur Erlangung der Unsterblichkeit zu erhalten,
müssten ausgezeichnete Männer, Frauen und Handwerker auf den Berg geschickt
werden. Der erste Qin-Kaiser war sehr erfreut über diese Nachricht und
gab Xu Fu sofort 3000 Knaben und Mädchen sowie mehrere geschickte Handwerker
mit. Allerdings fand Xu Fu auch diesmal keine mythische Medizin. Er kehrte
zurück und teilte dem ersten Qin-Kaiser mit, dass am diesmaligen Scheitern
eines großen Fisches im Meer Schuld wäre. Um den mythischen Berg zu erreichen,
müssten zusätzlich noch Scharfbogenschützen und vortreffliche Waffen eingesetzt werden. Kurz zuvor hatte der erste Qin-Kaiser geträumt,
dass er gegen den Seegott kämpft. Laut Traumdeutern galt der Seegott
als das Symbol des großen Fisches. Der erste Qin-Kaiser glaubte daher
die Worte von Xu Fu und gab ihm Bogenschützen und Waffen und segelte
selbst mit auf die See hinaus. Als die Flotte die Zhifu-Insel passierte,
sah der erste Qin-Kaiser tatsächlich einen großen Fisch und erschoss
ihn eigenhändig. Er dachte, dass somit alle Hindernisse am Weg zum mythischen
Berg beseitigt sein, jedoch fanden sie weder den Berg der Götter noch
die Medizin zur Erlangung der Unsterblichkeit. Xu Fu wagte es kein weiteres
Mal, beim ersten Qin-Kaiser vorzusprechen, und ging mit den 3000 Knaben
und Mädchen sowie den Handwerkern nach Japan. Dort ließen sie sich nieder
und vermehrten sich. Später starb Xu Fu am Fujiyama-Berg.
In Japan gibt es zahlreiche Überlieferungen und Aufzeichnungen
über Xu Fu. Manche Experten vertreten sogar die Meinung, dass Xu Fu ein
berühmter
Kaiser in der Frühzeit der japanischen Geschichte war. Die Japaner verehren
Xu Fu als ihren Urahnen und betrachten ihn als den "Landwirtschafts-
und Medizingott". Zu Relikten von Xu Fu in Japan gehören u. a. das Xu-Fu-Grab, der Xu-Fu-Palast,
der Xu-Fu-Felsen und das Denkmal der Landung von Xu Fu. 1991 wurde in
Japan noch einen Park mit dem Namen " Xu Fus Weg" errichtet. Im Herbst jeden Jahres opfern Japaner Getreide bei der im Schrein
aufbewahrten Ahnentafel von Xu Fu. Alle 50 Jahre findet eine großangelegte
Opferzeremonie für Xu Fu statt.
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