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Die Geschichte Chinas - Die Han-Dynastie

Von 206 v. Chr. bis 8 n. Chr. wurde das chinesische Kaiserreich von der Westlichen Han-Dynastie regiert. Der Han-Kaiser Gaozu (Liu Bang) errichtete die Westliche Han-Dynastie und machte Chang'an zur Hauptstadt.

Während seiner Regierungszeit zentralisierte der Han-Kaiser Gaozu die Verwaltung radikal. Er ergriff Reformen zur Ermutigung der Produktion und zur Reduzierung der Steuern und Abgaben und festigte so seine Herrschaft. 195 v. Chr. starb Gaozu und Kaiser Huidi bestieg den Thron. Die Regierungsmacht lag allerdings in den Händen der Witwe von Gaozu, Lü Zhi. Lü zählt zu den wenigen Herrscherinnen in der chinesischen Geschichte. 183 v. Chr. bestieg Kaiser Wendi den Thron. Er und sein Sohn Jingdi (156-143 v. Chr.) reformierten den Staatsapparat weiter und reduzierten die Steuern bzw. Abgaben, um die wirtschaftliche Entwicklung der Westlichen Han-Dynastie voranzutreiben. Historiker bezeichnen diese Periode als "Herrschaft mit Ruhe und Ordnung von Wendi und Jingdi".

Inzwischen festigte sich die Macht der Westlichen Han-Dynastie. 141 v. Chr. bestieg Kaiser Wudi den Thron. Er entsandte die Generäle Wei Qing und Huo Qubing in den Norden, um die Hunnen zu besiegen. Damit wurde der Herrschaftsbereich der Westlichen Han-Dynastie ausgebaut, was die Entwicklung der Wirtschaft und Kultur in Nordchina sicherte. In der späteren Phase seiner Regierungszeit legte Wudi großen Wert auf die Entwicklung der Landwirtschaft und sicherte damit eine weiterhin florierende Wirtschaft der Westlichen Han-Dynastie. Kaiser Zhaodi förderte stetig die wirtschaftliche Entwicklung, die so während der Westlichen Han-Dynastie einen Höhepunkt erreichte.

Da über 38 Jahre Reformen zur Ermutigung der Produktion und zur Reduzierung der Steuern und Abgaben von den zwei Kaisern Zhaodi und Xuandi umgesetzt wurden, schien die Westliche Han-Dynastie ihre Macht unantastbar. Allerdings waren die lokalen Machteliten ebenfalls erstarkt, wodurch die Herrschaft der Zentralregierung schwer beeinträchtigt wurde. 8 n. Chr. usurpierte Wang Mang den Kaiserthron und änderte die Dynastiebezeichnung zu Xin. Damit wurde die Herrschaft der Westlichen Han-Dynastie beendet.

Die Westliche Han-Dynastie gehört zu den wichtigsten Kaiserreichen in der chinesischen Geschichte. Alle Kaiser der Dynastie betrieben die obengenannte Politik zur Entwicklung der Wirtschaft. Das Volk hatte keine materiellen Sorgen und führte ein ruhiges, tätiges Leben. Deshalb war die politische Lage der Westlichen Han-Dynastie sehr stabil. Kaiser Wudi akzeptierte den vom Minister Dong Zhongshu vorgelegten Vorschlag, wonach "andere ideologische Schulen abgelehnt und der Konfuzianismus als Staatsideologie verbreitet" werden sollte. Ab diesem Zeitpunkt galt der Konfuzianismus als Staatsdoktrin aller nachfolgenden chinesischen Dynastien.

Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Stabilität konnten sich auch das Handwerk, der Handel, die Kunst und die Naturwissenschaften rasch entwickeln. Die Verbesserungen im Bereich der Wissenschaft und Technik ermöglichten eine beträchtliche Steigerung der Produktivität des Handwerks in der Westlichen Han-Dynastie, wobei die Eisenverarbeitende- und die Textilbranche den wichtigsten Bestandteil stellten. Die Entwicklung des Handwerks förderte den Handel und über die Seidenstraße wurde der Austausch mit westasiatischen Ländern im diplomatischen bzw. Handelsbereich etabliert.

Von 25 bis 220 n. Chr. war die Östliche Han-Dynastie, die vom Kaiser Guangwudi (Liu Xiu) gegründet wurde, an der Macht .

Im Jahr 25 n. Chr. besiegte Liu Xiu mit Hilfe der aufständischen Bauernarmee "Armee der grünen Wälder" (Lu Lin Jun) den Usurpator Wang Mang und bestieg den Kaiserthron. Er änderte die Dynastiebezeichnung wieder zu Han und machte Luoyang zur Hauptstadt. Kurz nach seiner Thronbesteigung erließ Kaiser Guangwudi den Befehl, die von Wang Mang betriebene Politik umfassend zu reformieren. In diesem Zusammenhang wurde das Beamtensystem neu gestaltet. Es wurden sechs hochrangige Beamte zur Erledigung der Staatsangelegenheiten ernannt, um die Befugnisse der drei wichtigsten Minister (Tai Wei, Si Tu, Si Kong) weiterhin zu schwächen. Die "amtlichen Sklaven" wurden entlassen und nicht zuletzt wurde die Verteilung des Bodens reformiert. All dies bewirkte, dass sich das Leben des Volkes allmählich wieder normalisierte. Bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. erblühte das Reich unter der Herrschaft von Guangwudi, Mingdi und Zhangdi der Östlichen Han-Dynastie wieder. Diese Periode wird von Historikern als "Wiedererstehen von Guangwudi" bezeichnet.

In der Frühzeit der Östlichen Han-Dynastie war das Land stabil und das Entwicklungsniveau in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Technik war höher als das in der Westlichen Han-Dynastie. 105 n. Chr. reformierte Cai Lun die Technik der Papierherstellung, worauf hin schriftliche Aufzeichnungen nun mehr auf Papier und nicht mehr auf Bambustäfelchen festgehalten wurden. Die Technik der Papierherstellung ist auch als eine der vier großen Erfindungen des alten China bis heute verbreitet. In den Naturwissenschaften erzielten Wissenschaftler der Östlichen Han-Dynastie mit Zhang Heng an der Spitze großartige Leistungen. Zhang Heng erfand mehrere wissenschaftliche Instrumente wie den Himmelsglobus und den Seismografen. Hua Tuo, der bekannte Arzt der späteren Östlichen Han-Dynastie, galt als erster Chirurg, der, schriftlich dokumentiert, Operationen mit Anästhetika an Patienten vornahm.

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