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Die Geschichte Chinas - Der Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression

Der antijapanische Widerstandskrieg war ein wichtiger Bestandteil des weltweiten antifaschistischen Krieges. Er endete zwar mit der bedingungslosen Kapitulation Japans, doch China musste enorme Verluste in Kauf nehmen: 31,2 Millionen Chinesen starben oder wurden verwundet, und der wirtschaftliche Verlust erreichte gleichfalls eine gigantische Größe.

Der Ausbruch des Widerstandskriegs gegen Japan und die Bildung der Antijapanischen Nationalen Einheitsfront

Am 7. Juli 1937 griffen die japanischen Aggressionstruppen an der Brücke Lugouqiao (im Westen als Marco-Polo-Brücke bekannt) südwestlich von Beijing dort stationierte chinesische Soldaten an. Dies war der Beginn der umfassenden Aggression Japans gegen China und des Widerstandskrieges Chinas gegen Japan.

Am nächsten Tag gab die Kommunistische Partei Chinas eine Erklärung ab, in der sie die gesamte Nation zum Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression aufrief. Um die offizielle Bildung einer antijapanischen nationalen Einheitsfront zu fördern, veröffentlichte die Kommunistische Partei am 15. Juli eine Deklaration, in der sie die Zusammenarbeit mit der Kuomintang anbot, und schickte Zhou Enlai nach Lushan, Provinz Jiangxi, zu Verhandlungen mit Tschiang Kai-schek.

Am 13. August begannen die japanischen Truppen mit einem groß angelegten Angriff auf Shanghai, setzten Nanjing, die Hauptstadt der Kuomintang-Regierung, unter Druck und bedrohten damit direkt das Kuomintang-Regime und die Interessen der britischen und amerikanischen Imperialisten in China. Nun erst sah sich die Kuomintang-Regierung gezwungen, am Krieg gegen Japan teilzunehmen und ein Übereinkommen mit der Kommunistischen Partei über einen gemeinsamen Widerstand gegen Japan zu schließen.

Dem Übereinkommen zufolge wurden die Hauptkräfte der Roten Armee im Nordwesten mit über 30000 Mann zur Achten Route-Armee der Nationalen Revolutionären Armee umgebildet, mit Zhu De als Oberbefehlshaber, Peng Dehuai (1898 - 1974) als Stellvertreter und Ye Jianying als Stabschef. Später wurden die Roten Partisanen-Einheiten der südlichen Provinzen zur Neuen Vierten Armee unter dem Kommando von Ye Ting umorganisiert.

Im September gab die Kuomintang eine Erklärung über die Zusammenarbeit der Kuomintang mit der Kommunistischen Partei Chinas heraus und erkannte damit deren legalen Status an. So wurde die Antijapanische Nationale Einheitsfront offiziell gebildet.

Der Zusammenbruch der Kuomintang-Front und die Gründung der antijapanischen Stützpunktgebiete im feindlichen Hinterland

Die Kuomintang-Regierung nahm nur unter Zwang am Widerstand teil und fürchtete weiter eine Stärkung der Kommunisten. So versuchte sie, die Kräfte der Aggressoren zur Schwächung der Widerstandsbewegung auszunutzen. Ihre Truppen wurden auf den Schlachtfeldern immer wieder von den japanischen Invasoren geschlagen. In kaum einem Monat verlor die Kuomintang zuerst Beiping und dann Tianjin. Bis März 1938 fiel fast Nordchina in die Hände der Japaner. Im November 1937 besetzten die Japaner Shanghai und im Dezember Nanjing. Im Oktober 1938 fielen auch Guangzhou und Wuhan. Die Kuomintang-Regierung sah sich gezwungen, ihre Hauptstadt von Nanjing nach Chongqing, Provinz Sichuan, zu verlegen. So zog sie auch ihre Hauptstreitkräfte nach Südwesten und Nordwesten zurück, um ihre Kräfte zu erhalten und dem Kampf möglichst auszuweichen. Wo immer die japanischen Aggressoren auftauchten, wurde gebrannt, gemordet und geplündert. Zahlreiche Städte und Dörfer wurden in Asche gelegt, und Millionen Menschen kamen ums Leben. Nanjing ist nur eines von zahlreichen Beispielen: In etwas mehr als einem Monat töteten die japanischen Aggressoren dort mehr als 300000 Menschen und brannten ein Drittel der Häuser nieder. Das war das welterschütternde Massaker von Nanjing.

Die Kommunistische Partei mobilisierte im Gegensatz zur Kuomintang die verschiedenen Schichten des Volkes zum Widerstandskrieg. Die Achte Route-Armee setzte mit mehr als 30000 Mann von Shaanxi über den Huanghe und marschierte ostwärts bis an die Nordchina-Front. In der zweiten Hälfte des September 1938 errang die 115. Division der Achten Route Armee am Pingxing-Pass in Shanxi den ersten Sieg im Widerstandskrieg, wobei sie über 3000 Feinde vernichtete. Dann stießen alle Divisionen der Achten Route-Armee ins Hinterland des Feindes vor, wo sie einen Partisanenkrieg führten und antijapanische Stützpunktgebiete errichteten. So wurde das Hinterland des Feindes in eine Front des Widerstandskrieges gegen Japan umgewandelt. Nacheinander entstanden antijapanische Stützpunktgebiete in den Grenzgebieten von Shanxi-Chahar-Hebei, Shanxi-Hebei-Shandong-Henan und Shanxi-Suiyuan sowie in Zentral-Shandong. Die Neue Vierte Armee stieß ins südliche und nördliche Gebiet des Changjiang vor und errichtete die antijapanischen Stützpunktgebiete von Süd-Jiangsu und nördlich des Changjiang. Ferner wurden in Südchina die Antijapanischen Stützpunktgebiete Dongjiang und Qiongya errichtet.

In jedem dieser antijapanischen Stützpunktgebiete wurde eine Volksregierung eingerichtet und die Bevölkerung bewaffnet. Sie wurden zum Hauptschlachtfeld des Widerstandskriegs und zum Kerngebiet für strategische Gegenoffensive. Im Revolutionären Stützpunktgebiet von Nord-Shaanxi wurde beispielsweise die Regierung des Grenzgebiets von Shaanxi-Gansu-Ningxia gebildet, und ihre Hauptstadt Yan´an war Sitz des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und wurde zur Kommandozentrale im Widerstandskrieg gegen Japan.

Die Strategie zum langwierigen Krieg

Angesichts der grausamen Aggression Japans verbreitete die Projapanische Clique um Wang Jingwei die absurde These, dass China wegen seiner unterlegenen Ausrüstung unvermeidlich von Japan unterworfen würde, wenn es auf seinem Widerstand beharrte. Auf der anderen Seite verbreitete die Clique um Tschiang Kai-schek die These von einem raschen Sieg, indem sie die Illusion hegte, mit Hilfe Großbritanniens und der USA die japanischen Aggressoren rasch niederwerfen zu können. Um diesen beiden falschen Thesen entgegenzutreten und dem chinesischen Volk einen richtigen Weg zu zeigen, veröffentlichte Mao Zedong im Mai 1938 das Werk Über den langwierigen Krieg.

In diesem Werk analysierte Mao Zedong die grundlegenden Merkmale der beiden kriegführenden Seiten und stellte fest, dass China nicht schnell siegen könne, aber nach einem langen Kampf sicher den Krieg gewinnen würde. Er betonte, dass der antijapanische Krieg Chinas ein langwieriger Krieg sein würde, der die drei Etappen, nämlich die strategische Verteidigung, das strategische Gleichgewicht und die strategische Gegenoffensive, durchlaufen müsse, bevor der endgültige Sieg davongetragen würde. Besonderen Wert legte er auf das Konzept des Volkskrieges. Er sagte: "Armee und Volk sind die Grundlage des Sieges", und "Die stärkste Kraftquelle für die Kriegführung liegt in den Volksmassen." Die Entwicklung der Geschichte des antijapanischen Widerstandskrieges Chinas bewies vollständig die Richtigkeit seiner Voraussage.

Die drei antikommunistischen Kampagnen der Kuomintang

Die Entwicklung des Partisanenkrieges und der antijapanischen Stützpunktgebiete im feindlichen Hinterland unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas bedrohten die Sicherheit der vom Feind besetzten Gebiete. Nach der Einnahme von Wuhan und Guangzhou im Oktober 1938 hatten die japanischen Aggressoren keine Kraft mehr, weiter vorzurücken. Damit trat der Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression in die Phase des strategischen Gleichgewichts ein.

Zu dieser Zeit änderten die Japaner ihre Taktik. Einerseits konzentrierten sie ihre Hauptkräfte auf den Angriff gegen die von den Kommunisten geführten antijapanischen Stützpunktgebiete, andererseits versuchten sie, die Kuomintang politisch zu ködern, verliehen ihren Angeboten aber bei Gelegenheit auch mit ihrer militärischen Macht Nachdruck. Am 22. Dezember 1938 gab der japanische Premierminister Konoye eine Erklärung mit einem verlockenden Angebot für die Kuomintang zur Kapitulation ab, in der die sogenannten drei Prinzipien aufgestellt wurden: "gute Nachbarschaft", "vereinter Kampf gegen die Kommunisten" und "wirtschaftliche Zusammenarbeit". Wang Jingwei, Führer der projapanischen Clique, verließ Chongqing, erklärte seine Unterstützung für Konoyes Erklärung und ging offen auf die Seite Japans über. Im März 1940 setzte er unter der Ägide der japanischen Imperialisten eine Marionettenregierung in Nanjing ein. Die probritische und proamerikanische Clique um Tschiang Kai-schek innerhalb der Kuomintang geriet immer mehr ins Wanken und verfolgte einen Kurs des passiven Widerstands gegen Japan und der aktiven Bekämpfung der Kommunisten. Einerseits verhandelte sie mit Japan über ihre Kapitulation, andererseits konzentrierte sie ihre militärische Kraft auf den Kampf gegen die Kommunisten.

Zwischen Winter 1938 und Sommer 1943 unternahm die Kuomintang drei antikommunistische Kampagnen. Als erste Kampagne führte die Kuomintang im Winter 1939/Frühjahr 1940 einen Angriff gegen die kommunistischen Stützpunktgebiete an der Grenze von Shaanxi, Gansu und Ningxia sowie in Shanxi und Hebei durch, im Herbst 1940 folgte der zweite Angriff gegen die Neue Vierte Armee in Anhui und Jiangsu, und im Frühjahr 1943 wurde die dritte antikommunistische Kampagne durchgeführt, um die Kommunisten und alle anderen revolutionären Kräfte zu vernichten.

Die antikommunistischen Kampagnen der Kuomintang wurden von der Kommunistischen Partei jedoch erfolgreich abgewehrt.

Der Verteidigungskampf der befreiten Gebiete 1941 - 1942

1941 und 1942 konzentrierten die Japaner 64 % ihrer in China eingesetzten Truppen und fast alle chinesischen Marionettentruppen auf ihre sogenannten "Säuberungskampagnen" gegen die antijapanischen Stützpunktgebiete. Sie verfolgten dabei die Strategie "Alles niederbrennen, alle töten und alles plündern", um die Partisanengebiete schrittweise zu vernichten. In dieser Periode intensivierten auch die Kuomintang-Truppen ihre Einkreisung und Blockierung der befreiten Gebiete. Ein Teil dieser Truppen erhielt sogar von Tschiang Kai-schek den Befehl, vor den Japanern zu kapitulieren, um in direkter Zusammenarbeit mit den Japanern die befreiten Gebiete anzugreifen. Angesichts der gemeinsamen Angriffe und auch aufgrund der in Nordchina drei Jahre dauernden Dürre kamen die befreiten Gebiete in den Jahren 1941 und 1942 in größte Schwierigkeiten.

Um die Schwierigkeiten zu überwinden, begannen die Armee und Bevölkerung in den befreiten Gebieten eine große Produktionsbewegung. Alle Kader und Soldaten nahmen an der Produktion teil. Sie machten Ödland urbar, hielten Schweine oder webten Tuch. Auch die führenden Mitglieder des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei wie Mao Zedong, Zhou Enlai und Zhu De beteiligten sich daran. Zahlreiche Truppen- und Verwaltungseinheiten waren durch harte Arbeit in der Lage, sich vollständig oder teilweise selbst zu versorgen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und die Lasten des Volkes zu erleichtern.

Gleichzeitig mit der Produktionsbewegung leitete die Kommunistische Partei eine Bewegung zur Verbesserung des Arbeitsstils in der Partei ein, um alle ihrer Mitglieder im Geiste des Marxismus-Leninismus zu erziehen. In dieser Bewegung wurde die falsche Linie Wang Mings, die der Partei schweren Schaden zugefügt hatte, gründlich verurteilt und das ideologische Niveau von Parteimitgliedern und Kadern erhöht. Zur gleichen Zeit wurden überall Volksmilizen und bewaffnete Arbeitsgruppen gebildet, die mit allen Kräften die Feinde angriffen. Im Jahr 1943 konnten die befreiten Gebiete die größten Schwierigkeiten überwinden und wurden wieder ausgebaut. In der gleichen Zeit herrschten aber in den Kuomintang-Gebieten politische Korruption und Weißer Terror, überall kam es zu Revolten.

Der VII. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas und der Sieg über Japan

Mit der siegreichen Entwicklung des internationalen antifaschistischen Krieges gingen auch die befreiten Gebiete im Jahr 1944 auf einzelnen Abschnitten des Kriegsschauplatzes zur Gegenoffensive über und trugen dabei große Siege davon. Im Frühjahr 1945 gab es in China 19 befreite Gebiete mit einer gesamten Bevölkerung von 95 Millionen Menschen. Die reguläre Armee in diesen Gebieten zählte 910000 Mann, die Volksmiliz 2,2 Millionen Mann. Die japanischen Aggressoren zogen sich in die größeren Städte entlang der Eisenbahnlinien zusammen und waren vollständig von den Kräften der befreiten Gebiete eingekreist.

Um den Endsieg über die japanischen Aggression zu gewinnen und den endgültigen Sieg der Revolution des chinesischen Volkes vorzubereiten, berief die Kommunistische Partei Chinas vom 23. April bis 11. Juni 1945 ihren VII. Parteitag nach Yan´an ein. 1,21 Millionen Parteimitglieder des ganzen Landes waren durch 752 ordentliche und Gastdelegierte vertreten. Der Parteitag arbeitete ein umfangreiches Programm und eine korrekte Richtlinie aus, nahm ein neues Parteistatut an und wählte ein neues Zentralkomitee unter Führung von Mao Zedong.

Nach dem VII. Parteitag der Kommunistischen Partei verstärkte die Volksarmee ihre Gegenoffensive und eroberte große Gebiete zurück. Am 8. August 1945 erklärte die Sowjetunion Japan den Krieg. Die Rote Armee der Sowjetunion griff die Truppen der japanischen Aggressoren in den Nordostprovinzen Chinas. Die Volksarmee aller befreiten Gebiete führte eine groß angelegte Gegenoffensive durch. Am 14. August gab Japan die bedingungslose Kapitulation bekannt, und am 2. September wurde die Kapitulationsurkunde offiziell unterzeichnet. So endete der Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression mit einem Sieg Chinas.

Das welterschütternde Nanjing-Massaker

Im Dezember 1937 marschierten die japanischen Invasoren in Nanjing, damals noch die Hauptstadt der Kuomintang-Regierung, ein und richteten ein welterschütterndes Massaker an, das sechs Wochen andauerte.

Das Massaker begann am 13. Dezember, als die japanischen Aggressionstruppen Nanjing eroberten. Die japanischen Amokläufer verübten Morde, Raubanschläge, Vergewaltigungen und Verbrennungen bis zum Februar 1938. Der Internationale Gerichtshof stellte mehr als 20000 Fälle von Vergewaltigungen innerhalb von anderthalb Monaten nach Besetzung der Stadt durch Japaner fest. Statistiken zufolge wurden mehr als 190000 unschuldige Chinesen aus Armee und Bevölkerung in Gruppen erschossen oder lebendig begraben. Allein die gefundenen und beerdigten Leichen der einzeln getöteten Stadteinwohner betrugen über 150000. Zusammen gerechnet kamen also über 300000 Menschen bei diesem Blutbad ums Leben, und ein Drittel der Häuser in der Stadt wurde niedergebrannt.

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