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Die Geschichte Chinas - Der Zweite Revolutionäre Bürgerkrieg

Der Zweite Revolutionäre Bürgerkrieg, auch als "Agrarrevolutionärer Krieg" oder "Zehnjähriger Bürgerkrieg" bekannt, wurde in den Jahren von 1927 bis 1937 unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas wegen Imperialismus, Feudalismus und die reaktionäre Herrschaft unter Tschiang Kai-schek ausgetragen und endete mit dem siegreich vollendeten Langen Marsch der Roten Armee und dem Beginn des Widerstandskrieges des gesamten chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression unter der neu gebildeten antijapanischen nationalen Einheitsfront.

Der Nanchang-Aufstand und die Gründung der Volksarmee sowie der Herbst- und der Guangzhou-Aufstand

Nach der Niederlage im Ersten Revolutionären Bürgerkrieg trat die Kuomintang unter Tschiang Kai-schek an die Stelle der Nördlichen Militärmachthaber und errichtete ein landesweites reaktionäres Regime, die chinesische Revolution erlitt einen schweren Verlust. Statistiken zufolge wurden allein in der kurzen Zeit vom März 1927 bis zur Mitte des Jahres 1928 310000 Revolutionäre getötet, darunter mehr als 26000 Kommunisten. Um die chinesische Revolution zu retten, war die Kommunistische Partei Chinas entschlossen, bewaffnete Aufstände zu organisieren.

Mitte Juli 1927 beschloss das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei, einen bewaffneten Aufstand in Nanchang, Provinz Jiangxi, zu unternehmen und dafür ein Frontkomitee mit Zhou Enlai an der Spitze zu bilden. Am 1. August 1927 ergriffen über 20000 Mann der Nordfeldzugsarmee unter der Führung von Zhou Enlai, dem Parteisekretär des Frontkomitees, Zhu De (1886 - 1976), He Long (1896 - 1969), Ye Ting, Liu Bocheng (1892 - 1986) und anderen die Waffen. Nach etwa fünf Stunden harter Kämpfe vernichteten die Aufständischen alle Garnisonstruppen der Kuomintang von mehr als 10000 Mann und nahmen die Stadt ein. Einige Tage später marschierten sie planmäßig südwärts durch Jiangxi in der Absicht, Guangdong einzunehmen und das revolutionäre Stützpunktgebiet in Guangdong wieder aufzubauen. Anfang Oktober wurden sie in Ost-Guangdong jedoch von den überlegenen Kräften des Feindes eingekreist und erlitten schwere Verluste. Ein Teil von ihnen, die unter der Führung von Zhu De und Chen Yi (1901 - 1972) standen, zog nach Hunan, um den Kampf fortzusetzen. Der Nanchang-Aufstand war der Anfang des bewaffneten Kampfes des chinesischen Volkes unter der Führung der Kommunistischen Partei. Seither wird der 1. August als der Gründungstag der chinesischen Volksarmee gefeiert.

Am 7. August 1927 berief das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas unter dem Vorsitz von Qu Qiubai (1899 - 1935) in Hankou eine außerordentliche Tagung ein. Sie verurteilte Chen Dexius rechten Opportunismus, enthob ihn seines Führungsamtes im Zentralkomitee der Partei und wählte ein provisorisches Politbüro des Zentralkomitees mit Qu Qiubai an der Spitze. Sie beschloss eine Politik der Agrarrevolution und des bewaffneten Kampfes gegen die Herrschaft der Kuomintang und arbeitete entsprechende Pläne aus, während der Herbsterntezeit Aufstände in Hunan, Hubei, Jiangxi und Guangdong zu führen.

Nach dieser Tagung wurde Mao Zedong vom Zentralkomitee der Partei als Sonderbauftragter ins Grenzgebiet von Hunan und Jiangxi entsandt, um dort einen bewaffneten Aufstand zu leiten. Am 9. September marschierte die Revolutionäre Arbeiter- und Bauernarmee auf drei Routen vor, um Changsha in einer Zangenbewegung anzugreifen. Da aber der Feind zahlenmäßig weit überlegen war, konnte sie nach Eroberung einiger Ortschaften das Ziel nicht erreichen und erlitt große Verluste. Nach diesem Fehlschlag führte Mao Zedong die Resttruppen in das Dort Danwan, Kreis Yongxin, Provinz Jiangxi, wo die Truppen reorganisiert wurden. Am 7. Oktober 1927 gelangte die Arbeiter- und Bauernarmee unter Führung Mao Zedongs ins Jinggang-Gebirge an der Grenze von Hunan und Jiangxi.

Am 11. Dezember 1927 führten das Ausbildungskorps der Vierten Armee der Nordfeldzugsarmee und die Rote Arbeitergarde von Guangzhou unter Führung von Zhang Tailei (1899 - 1927), Ye Ting und Ye Jianying in Guangzhou einen Aufstand durch, eroberten nach mehr als zehn Stunden heftiger Kämpfe den größten Teil der Stadt Guangzhou und gründeten eine demokratische Regierung der Arbeiter und Bauern. Es war aber nicht möglich, bei dem damaligen Kräfteverhältnis große Städte besetzt zu halten. Unter dem vereinten Angriff der Imperialisten und der Kuomintang-Militärmachthaber endete auch dieser Aufstand bald mit einer Niederlage. Zhang Tailei und viele andere Kämpfer kamen ums Leben. Die sich von Guangzhou zurückziehenden Truppen schlossen sich den bewaffneten Kräften der Bauernaufstände in Guangxi und Guangdong an und setzten dort den Kampf fort.

Errichtung und Entwicklung der ländlichen revolutionären Stützpunktgebiete

Nachdem die von Mao Zedong geführte Revolutionäre Arbeiter- und Bauernarmee das Jianggang-Gebirge erreicht hatte, organisierte sie dort die Bevölkerung zum Partisanenkrieg, startete die Agrarrevolution und gründete lokale bewaffnete Einheiten, Parteiorganisationen und eine Arbeiter- und Bauernregierung. Das Jinggang-Gebirge wurde zum ersten revolutionären Stützpunktgebiet in den ländlichen Gebieten Chinas. Ein Armeekontigent, das am Aufstand in Nanchang teilgenommen hatte, und die Bauernarmee von den Aufständen in Hunan erreichten im April 1928 unter Führung von Zhu De und Chen Yi das Jinggang-Gebirge und vereinigten sich dort mit der Arbeiter- und Bauernarmee Mao Zedongs. Beide Streitkräfte zusammen zählten über 10000 Mann, die dann als die 4. Armee der Roten Arbeiter- und Bauernarmee organisiert wurden. Zhu De fungierte als Armeekommandeur, Mao Zedong als Parteivertreter und Chen Yi als Leiter der Politischen Abteilung.

Vom Herbst 1927 bis zum Jahr 1930 befanden sich die Rote Armee und die revolutionären Stützpunktgebiete des ganzen Landes in einem Prozess der allmählichen Entwicklung und Erweiterung. Im Januar 1929 stießen Mao Zedong und Zhu De mit der 4. Armee der Roten Arbeiter- und Bauernarmee nach Süd-Jiangxi vor und gründeten die Revolutionären Stützpunktgebiete Süd-Jiangxi und West-Fujian. Im Jahr 1930 kam das Zentrale Revolutionäre Stützpunktgebiet in Ruijin, Provinz Jiangxi, als Zentrum dazu. Bis Mitte 1930 organisierte die Kommunistische Partei Chinas in über 300 Kreisen bewaffnete Aufstände und gründete 15 revolutionäre Stützpunktgebiete. Die Rote Armee war auf mehr als 62000 in 13 Korps angewachsen.

Die Errichtung der ländlichen revolutionären Stützpunktgebiete ermöglichte eine stürmische Entwicklung der Agrarrevolution. Sie eröffnete der chinesischen Revolution den Weg der Einkreisung und Einnahme der Städte von den Dörfern her und schließlich die Eroberung der politischen Macht und den landesweiten Sieg der Revolution.

Die Entwicklung der Roten Armee und der ländlichen revolutionären Stützpunktgebiete führte bei der Kuomintang-Regierung zu Haß und Panik. Tschiang Kai-schek zog massive Truppenverbände zusammen. Von Oktober 1930 bis zum September 1931 wurden drei große "Einkreisungs- und Ausrottungsfeldzüge" gegen das Zentrale Revolutionäre Stützpunktgebiet unternommen, doch die Rote Arbeiter- und Bauernarmee schlug unter Führung Mao Zedongs diese Angriffe zurück.

Der Kampf gegen die japanische Aggression

Als die Kuomintang-Regierung alle Kräfte auf die Vernichtung der revolutionären Kräfte und ihrer Stützpunktgebiete konzentrierte, entfesselte Japan einen Krieg gegen China. In der Nacht vom 18. zum 19. September 1931 attackierte die japanische Armee die in Shenyang, Provinz Liaoning, stationierten chinesischen Truppen. Die Japaner eroberten in den nächsten Tagen Shenyang, Changchun und über 20 weitere nordostchinesische Städte. Da Tschiang Kai-schek der Nordost-Armee befahl, absolut keinen Widerstand zu leisten, fielen in weniger als vier Monaten die drei nordostchinesischen Provinzen mit mehr als einer Million Quadratkilometern in die Hände der Japaner.

Am 23. Januar 1932 unternahm die japanische Aggressionsarmee einen Überraschungsangriff auf Shanghai. Die dort stationierte 19. Roote-Armee unter Führung von Cai Tingkai (1892 - 1968) und Jiang Guangnai (1887 - 1967) versetzte den Aggressoren jedoch einen schweren Schlag. Ihr Kampf endete einen Monat später infolge der verräterischen Politik der Kuomintang aber schließlich mit einer Niederlage.

In dieser kritischen Situation des Landes veröffentlichte die Kommunisitische Partei Chinas im September 1931 und im Januar 1933 zwei Erklärungen zur "Mobilisierung des Volkes zum Widerstand gegen die Aggression der japanischen Imperialisten". Die antijapanische demokratische Bewegung breitete sich rasch über das ganze Land aus. In den nordostchinesischen Provinzen wurden antijapanische Kampftruppen aufgestellt. Von 1934 an schlossen sich die Kräfte zur Vereinigten Antijapanischen Nordostarmee zusammen. Anfang 1937 wuchs die Vereinigte Antijapanische Nordostarmee auf 45000 Mann an und kontrollierte mehr als die Hälfte Nordostchinas.

Der Lange Marsch der Roten Armee und die Zunyi-Tagung

Nachdem die drei "Einkreisungs- und Ausrottungsfeldzüge" der Kuomintang von der Roten Arbeiter- und Bauernarmee zurückgeschlagen worden waren, verfügten die revolutionären Stützpunktgebiete ganz Chinas über mehr als 300 Kreise, in denen man bereits die Grundorgane der Volksmacht errichtet hatte. Am 7. November 1931 berief die Kommunistische Partei den Ersten Nationalen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenkongress in Ruijin, Provinz Jiangxi, ein. Hier wurde die Zentrale Demokratische Arbeiter- und Bauernregierung mit Mao Zedong als Vorsitzenden und Zhu De als Oberkommandierendem der Roten Armee gebildet. Ruijin wurde zur Hauptstadt des Roten China bestimmt.

Ende 1932 brachte die Kuomintang eine massive Militärmacht von mehr als 300000 Mann zusammen, um den vierten "Einkreisungs- und Ausrottungsfeldzug" gegen das Zentrale Revolutionäre Stützpunktgebiet auf drei Routen zu unternehmen, erlitt jedoch abermals eine Niederlage. 1933 war die Rote Arbeiter- und Bauernarmee auf etwa 300000 Mann angewachsen.

Im Januar 1931 übernahm Wang Ming (1904 - 1974) auf der 4. Plenartagung des VI. Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas die Führung der Partei. Von da an herrschte im Zentralkomitee der Partei bis zum Jahr 1934 eine "links"-opportunistische Linie vor. Man bestand auf den städtischen Kampf und war dagegen, die Städte von den Dörfern her einzukreisen und dann die politische Macht mit bewaffneten Kräften zu ergreifen. Wang Ming und seinesgleichen forderten von der Roten Armee, sich sofort der Metropolen zu bemächtigen, und befahlen, in den von der Kuomintang beherrschten Großstädten Streiks und Demonstrationen zu organisieren. Als Ergebnis dessen wurden fast alle Parteiorganisationen in den sog. Weißen Gebieten zerstört. Innerhalb der Partei gab es erbitterte Kämpfe gegen jene, die anderer Meinung waren. Mao Zedong wurde in dieser Zeit seiner Führungsposten in der Roten Armee enthoben.

Im Oktober 1933 zog Tschiang Kai-schek rund eine Million Mann zusammen und eröffnete den 5. "Einkreisungs- und Ausrottungsfeldzug" gegen das Zentrale Stützpunktgebiet und die benachbarten Stützpunktgebiete von Hunan-Jiangxi und Fujian-Zhejiang-Jiangxi. Die Rote Armee stand einem zahlenmäßig überlegenen Feind gegenüber und sah sich nach einem Jahr erbitterter Kämpfe zu einem strategischen Rückzug gezwungen. Im Oktober 1934 verließ die 1. Frontarmee der Roten Armee (auch Zentrale Rote Armee genannt) mit über 80000 Mann Changting und Ninghua, Provinz Fujian, sowie Ruijin und Yudu, Provinz Jiangxi, und begann mit dem Langen Marsch.

Die Rote Armee durchbrach die vier Blockadelinien der Kuomintang und marschierte durch Guangdong, Hunan und Guangxi nach Guizhou. Sie geriet während des Langen Marsches mehrmals in gefährliche Situationen und erlitt immer wieder schwere Verluste.

Um die Rote Armee und die Revolution aus der Krise zu retten, hielt das Politbüro des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas im Januar 1935 in der Ortschaft Zunyi, Provinz Guizhou, eine erweiterte Tagung ab. Auf dieser Tagung wurde die "links"-opportunistische militärische Linie Wang Mings verurteilt und die durch Mao Zedong vertretene Linie wiederhergestellt. Das zentrale Leitungsorgan der Partei wurde reorganisiert, und Mao Zedong, Zhou Enlai und Wang Jiaxiang (1906 - 1974) wurden zu den Mitgliedern der militärischen Führungsgruppe der ganzen Armee gewählt. Die Tagung übertrug Mao Zedong die Leitung der Kommunistischen Partei Chinas, und die chinesische Revolution schlug nun einen siegreichen Weg ein.

Nach der Zunyi-Tagung marschierte die Rote Armee nach Nordwest-Sichuan, wo sie sich mit der 4. Frontarmee der Roten Armee unter dem Kommando von Zhang Guotao vereinigte. Dort bekämpften die Partei und die Rote Armee unter Mao Zedongs Führung die Spaltungstätigkeiten Zhang Guotaos, die Rote Armee zog danach weiter nach Norden. Im Oktober 1935 traf die Zentrale Rote Armee nach einem mühseligen Marsch und blutigen Kämpfen im Stützpunktgebiet Nord-Shaanxi ein, wo sie sich mit der 15. Frontarmee der Roten Armee vereinigte. Der Lange Marsch von 25000 Li (12500 km) war damit zu Ende.

Im Oktober 1936 erreichten auch die von He Long und Ren Bishi (1904 - 1950) kommandierte 2. Frontarmee und ein Teil der 4. Frontarmee Nord-Shaanxi und vereinigten sich mit der Zentralen Roten Armee. Vor dem Beginn des fünften "Einkreisungs- und Ausrottungsfeldzugs" war die Rote Armee auf 300000 Mann angewachsen, nun zählte sie bei der großen Vereinigung in Nord-Shaanxi nur noch knapp 30000 Mann. Sie waren die Elite der chinesischen Partei und Armee.

Die Bewegung des 9. Dezember

Im Jahr 1935 zog Japan große Teile seiner Aggressionstruppen zusammen, drang in Gebiete südlich der Großen Mauer ein und bedrohte Beiping (heute Beijing) und Tianjin. Im Juni schickte die Kuomintang He Yingqin (1890 - 1987), das Haupt der projapanischen Clique, zur Unterzeichnung eines geheimen Abkommens mit Yoshijiro, Umezu, dem Oberbefehlshaber der japanischen Truppen in Nordchina. Das war das berüchtigte "He-Umezu-Abkommen", in dem China sich einverstanden erklärte, seine Truppen aus Hebei abzuziehen und alle antijapanischen Aktionen zu verbieten. Als nächster Schritt inszenierte Japan das Komplott für die "Autonomie der fünf nordchinesischen Provinzen". Im November wurde die sogenannte "Autonome Regierung Ost-Hebei" gegründet, der eine "Politische Kommission für Hebei und Chahar" folgte. Die Lage in Nordchina wurde sehr kritisch.

Am 9. Dezember 1935 demonstrierten die Studenten Beipings unter der Führung der Kommunistischen Partei gegen Tschiang Kai-scheks Politik des Ausverkaufs von Nordchina. Sie riefen u. a. die Losungen: "Nieder mit dem japanischen Imperialismus"!, "Stellt den Bürgerkrieg ein, kämpft gemeinsam gegen die fremde Aggression!" und "Gegen die Autonomie Nordchinas!" Militär und Polizei gingen gegen die Studenten vor. Am nächsten Tag traten die Studenten und Schüler Beipings in den "Generalstreik", und am 16. Dezember demonstrierten mehr als 30000 Studenten und andere Bürger Beipings. Ihr Kampf fand im ganzen Volk Unterstützung und Widerhall.

Die Bewegung des 9. Dezember markierte einen neuen großen Aufschwung der Widerstandsbewegung gegen die japanische Aggression zur Rettung des Landes.

Die friedliche Beilegung des Xi´an-Zwischenfalls

Im Dezember 1935 berief das Politbüro des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas eine erweiterte Tagung in Wayaobao, Nord-Shaanxi, ein, auf der die "linke" Politik der verschlossenen Tür kritisiert und die Politik der Antijapanischen Nationalen Einheitsfront angenommen wurde.

Die das ganze Land erfassende Bewegung zum Widerstand gegen die japanische Aggression und zur Rettung der Nation übte einen starken Einfluss auf die patriotischen Offiziere und Soldaten in den Kuomintang-Truppen aus. Die von Zhang Xueliang (1898 - 2001) kommandierte Nordostarmee und die von Yang Hucheng (1892 - 1949) befehligte Nordwest-Route-Armee, die auf Befehl Tschiang Kai-scheks die Rote Armee in Nord-Shaanxi angreifen sollten, stellten den Kampf gegen die Rote Armee faktisch ein. Voll Zorn und Angst wegen der veränderten Haltung der beiden Generäle ging Tschiang Kai-schek persönlich nach Xi´an, um die beiden zum erneuten Angriff gegen die Rote Armee zu bewegen. Doch am 12. Dezember 1936 wurde er von den Truppen Zhang Xueliangs und Yang Huchengs arrestiert. Am nächsten Tag informierten diese mit Telegrammen das ganze Land und forderten die Einstellung des Bürgerkrieges und einen gemeinsamen Kampf mit den Kommunisten gegen Japan. Das war der Xi´an-Zwischenfall.

Die projapanische Clique der Kuomintang mit He Yingqin an der Spitze versuchte, diese Gelegenheit zu nutzen, um den Bürgerkrieg auszuweiten und so der Aggression der Japaner den Weg zu ebnen. Ferner wollte He Yingqin Tschiang Kai-schek die Macht entreißen und sandte daher Truppen zum Angriff auf Tongguan östlich von Xi´an. Diese Umtriebe He Yingqins wurden von der Kommunistischen Partei, die im Interesse der Nation intensiv auf ein Bündnis zum Widerstand gegen die japanische Aggression hin arbeitete, bekämpft. Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei trat für eine friedliche Lösung des Xi´an-Zwischenfalls ein und schickte eine von Zhou Enlai geleitete Delegation nach Xi´an zur Vermittlung. Tschiang Kai-schek wurde gezwungen, eine Reihe von Bedingungen anzunehmen, darunter die Einstellung des Bürgerkrieges und die Führung eines gemeinsamen Widerstands gegen Japan, und wurde freigelassen. So wurde der Xi´an-Zwischenfall friedlich beendet, was den Beginn einer antijapanischen nationalen Einheitsfront einleitete.

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