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Die Geschichte Chinas - Der Zweite Opiumkrieguf dem Höhepunkt der Taiping-Revolution begannen Großbritannien und Frankreich mit Unterstützung des zaristischen Russland und der USA einen neuen Aggressionskrieg gegen China. Unter Ausnutzung des Bürgerkriegs in China versuchten sie, die Qing-Regierung zu einer vollständigen Revision der mit ihr abgeschlossenen Verträge zu zwingen, um ihre nach dem Opiumkrieg von 1840 erhaltenen Privilegien zu erweitern. Der neue Krieg war also eine Fortsetzung und Erweiterung des Opiumkrieges von 1840 und wird in der Geschichte als der Zweite Opiumkrieg bezeichnet. Der Zweite Opiumkrieg und die Verträge von Tianjin Am 8. Oktober 1856 verhaftete die chinesische Marine vor Guangzhou einige Piraten aus einem chinesischen Schiff. Unter dem Vorwand, dass chinesische Soldaten die britische Flagge dieses Schiffs beleidigt hätten, griffen britische Kriegsschiffe am 23. Oktober Guangzhou an, und am 29. Oktober drangen britische Truppen plündernd in die Stadt ein. Chinesische Soldaten und Einwohner erhoben sich zum Widerstand. Nach diesem Zwischenfall bat Großbritannien Frankreich, die USA und Russland um Unterstützung seiner Aggression gegen China. Den Mord an einem französischen Missionar in Guangxi benutzend, machte Frankreich mit Großbritannien gemeinsame Sache, während die USA und Russland aktive Unterstützung gewährten. Im Dezember 1857 griffen die alliierten britischen und französischen Truppen die Stadt Guangzhou an, eroberten die Stadt ohne nennenswerten Widerstand, weil die Qing-Armee sich mit der Unterdrückung der Taiping-Revolution beschäftigte, und rückten dann die Küste entlang gen Norden vor. Im Mai 1858 eroberten sie die Stadt Tianjin und bedrohten die Hauptstadt Beijing. Russland und die USA schickten Gesandte zur sogenannten "Vermittlung". Die Gesandten marschierten jedoch zusammen mit den alliierten Truppen nordwärts. Die Qing-Regierung schickte hastig Unterhändler nach Tianjin zu Friedensverhandlungen. Am 26. und 27. Juni wurden die Verträge von Tianjin mit Großbritannien bzw. Frankreich geschlossen. Im November zwangen Großbritannien und Frankreich die Qing-Regierung, ein Abkommen über Handelsabmachungen zu unterzeichnen. In diesen ungleichen Verträgen wurde das Niederlassungsrecht für ausländische Gesandte in Beijing und die Öffnung von elf zusätzlichen Handelshäfen verzeichnet. Ausländischen Kriegsschiffen und anderen Schiffen stände es frei, alle Häfen am Changjiang anzulaufen, Ausländer könnten im Landesinnern Chinas reisen, Handel treiben und missionarischen Aktivitäten nachgehen. Der Opiumhandel sollte legalisiert werden. Die chinesischen Zölle würden in Übereinstimmung mit den Ausländern festgelegt, Abgaben für Importe und Exporte betrügen 5 % ad valorem, und die Transitsteuer der für das Inland bestimmten Güter würde mit 2,5 % festgelegt. Großbritannien erhielte vier Millionen und Frankreich zwei Millionen Tael Silber als Kriegsentschädigung. Die Verträge von Beijing Die Verträge von Tianjin stellten die britischen und französischen Aggressoren immer noch nicht zufrieden. Unter dem Vorwand des Austauschs der Ratifikationsurkunde der Verträge kamen die britischen und französischen Gesandten im Juni 1859 auf Kriegsschiffen nach Dagu. Die Kriegsschiffe attackierten mit Unterstützung der amerikanischen Flotte die Festung Dagu. Die chinesische Garnison erwiderte das Feuer, beschädigte und versenkte mehrere Schiffe und setzte rund 500 ausländische Soldaten außer Gefecht. Als Vergeltung schickten Großbritannien und Frankreich im Juli 1860 eine gemeinsame Streitmacht von 16000 Mann nach Dagu. Im August besetzten sie Dagu und Tianjin, und im Monat darauf rückten sie gen Beijing vor. Im Oktober rückten sie in Beijing ein, wo sie plünderten und den weltbekannten Sommerpalast Yuanmingyuan niederbrannten, der eine kaiserliche Anlage in Verbindung von westlicher und östlicher Architektur darstellte und zahlreiche Kunst- und Kulturschätze beherbergte. Ende Oktober gab die Qing-Regierung nach, und Kaiser Xianfeng (Reg. 1851 - 1861), der nach Rehe (heute Chengde, Provinz Hebei) geflohen war, sandte seinen Bruder zu Friedensverhandlungen nach Beijing. So wurden der Chinesisch-Britische und der Chinesisch-Französische Vertrag von Beijing unterzeichnet. Die Verträge von Beijing schrieben u. a. vor, dass die Verträge von Tianjin weiter in Kraft blieben, dass Tianjin als zusätzlicher Handelshafen geöffnet würde, dass Jianshazui auf der Halbinsel Kowloon an Großbritannien abgetreten würde, dass Briten und Franzosen für ihre Kolonien chinesische Arbeiter rekrutieren könnten und dass die Entschädigungszahlungen für Großbritannien und Frankreich je auf acht Millionen Tael Silber erhöht würden. Nach der Unterzeichnung der Verträge von Beijing zogen sich die Briten und Franzosen aus Beijing zurück. So wurde der Zweite Opiumkrieg beendet. Besetzung chinesischer Territorien durch das zarisitische Russland Schon von den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts an verletzte das zarisitsche Russland immer wieder den östlichen Abschnitt der chinesisch-russischen Grenze, die im Vertrag von Nipchu 1689 festgelegt worden war, indem es wiederholt in die Gebiete am Unterlauf des Heilongjiang und auf die Insel Sachalin vordrang. Als Großbritannien und Frankreich den Zweiten Opiumkrieg entfesselten und Tianjin angriffen, nutzte das Zarenreich die Notlage Chinas aus. Im Mai 1858 zwang es Yishan, den Gouverneur von Heilongjiang, mit Waffengewalt, den Chinesisch-Russischen Vertrag von Aigun zu unterzeichnen, wodurch China große Gebiete südlich des Äußeren Hinggan-Gebirges und nördlich des Heilongjiang, insgesamt über 600000 Quadratkilometer, geraubt wurden. Außerdem wurden etwa 400000 Quadratkilometer chinesischen Territoriums östlich des Flusses Wusulijiang als "unter gemeinsamer Kontrolle" von China und Russland bezeichnet. Später eroberte Russland noch die chinesische Hafenstadt Haishenwei und benannte sie in Wladiwostok um. Im November 1860, als die alliierten Truppen von Großbritannien und Frankreich Beijing eroberten, drohte Russland China mit Krieg und zwang die Qing-Regierung, den Chinesisch-Russischen Vertrag von Beijing zu unterzeichnen. Etwa 400000 Quadratkilometer chinesischen Territoriums östlich des Wusulijiang wurden dadurch Russland einverleibt. Mit Hinweis auf diesen Vertrag und das Chinesisch-Russische Protokoll von Tschugutschak, das von der Qing-Regierung im Oktober 1864 unter Zwang unterzeichnet worden war, okkupierte das zaristische Russland noch weitere 440000 Quadratkilometer chinesischen Territoriums östlich und südlich des Balchasch-Sees. Insgesamt betrugen die Flächen chinesischen Territoriums, das vom zaristischen Russland während und nach dem Zweiten Opiumkrieg einkassiert worden waren, mehr als 1,5 Millionen Quadratkilometer. Durch den Zweiten Opiumkrieg verlor China nicht nur ausgedehnte Hoheitsgebiete, sondern auch die nationale Souveränität. Nach dem Zweiten Opiumkrieg arbeiteten heimische und ausländische Kräfte Hand in Hand, um China noch schneller in eine Kolonie zu verwandeln. Im August 1861 starb Kaiser Xianfeng in Rehe, sein sechsjähriger Sohn Zai Chun folgte als Kaiser Tongzhi (Reg. 1862 - 1875) auf den Thron. Dessen Mutter Nala mit dem Titel Kaiserinwitwe Cixi (1835 - 1908) führte aber im November einen Staatsstreich durch und übernahm die Macht. So begann ihre 47 Jahre währende Herrschaft über China. Kaiserinwitwe Cixi Kaiserinwitwe Cixi, auch "Kaiserinmutter Xi" oder "Kaiserinmutter Nala" genannt, war zunächst eine Konkubine von Qing-Kaiser Xianfeng. Im 11. Jahr der Regierungsperiode Xianfeng (1861), als der Kronprinz Zai Chun nach dem Tod des Kaisers Xianfeng als Kaiser Tongzhi auf den Thron folgte, wurde ihr der Titel "Kaiserinmutter Cixi" verliehen. In Kollaboration mit dem Prinzen Gong ließ sie den die Regentschaft führenden Minister töten und führte zusammen mit der Kaiserinwitwe Ci´an die Regentschaft in Form einer "Erledigung von Regierungsgeschäften hinter dem Vorhang" durch, wobei der Kindkaiser auf dem Thron saß und Cixi hinter dem Vorhang die Regierungsgeschäfte führte. Gestützt auf die ausländischen Mächte und die bewaffneten Kräfte der Han-Nationalität ließ sie die Taiping-Revolution sowie die anderen Volksaufstände niederhalten. Im Jahr 1875 ließ sie ihren vierjährigen Neffen nach des Kaisers Tod den Thron als Kaiser Guangxu besteigen und führte selber weiter hinter dem Vorhang die Regierungsgeschäfte. Während ihrer Regierung wurde eine Reihe ungleicher Verträge mit westlichen Mächten geschlossen. Nach der Einführung der Reform von 1898 inszenierte sie einen Staatsstreich und ließ Kaiser Guangxu arrestieren und die reformistischen Führer verhaften und hinrichten. Als sich die Bauern in Shandong zumYihetuan-Aufstand erhoben, nutzte sie anfangs den antiimperialistischen Kampf des Volkes aus und erklärte nach außen hin den Krieg. Als aber die alliierten Truppen der acht Mächte in Beijing eindrangen, floh sie nach Xi´an, befahl die Niederwerfung der Yihetuan-Bewegung und unterzeichnete mit westlichen Mächten einen verheerenden Vertrag. Nach 1901 führte sie angesichts der aufkommenden bürgerlichen Revolution eine "neue Politik" ein und stellte sich gegen diese Revolution. Im Jahr 1908 starb sie an einer Krankheit.
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