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Glückskekse


Glückskekse sind genau genommen alles andere als chinesisch. Auch wenn hierzulande in nahezu jedem chinesischen Restaurant nach dem Essen Glückskekse verteilt werden, kennen die Chinesen die Glückskekse wir wir sie kennen nicht.

Zeigt man einem Chinesen (in China lebenden Chinesen) einen Glückskeks, ist die erste Frage: "Was ist das". Das Wort Glückskeks könnte man übersetzen mit 福饼乾 (Aussprache: fú bǐnggān) oder 福饼 (Aussprache: fú bǐng). Aber woher kommt dann der in Europa und Amerika so beliebte Glückkeks wenn es diese Glückkekse in China nicht gibt? Wie werden die Glückskekse gemacht? kann man Glückskeks selber machen?

Geschichte des Glückskeks:

Über die Entstehung des Glückskekses gibt es zwei Geschichten. Sicher ist jedoch, dass der Glückskeks eine Erfindung des 20. Jahrhunderts ist, und eben keine überlieferte chinesische Tradition ist. Erfunden wurde der Glückskeks weder durch einen Chinesen, noch in China. Sicher ist, dass Glückskekse eine Marketing-Idee aus den USA sind.

Der älteren Theorie nach kam die Idee, solche Kekse herzustellen und sie nach dem Essen zu verteilen, angeblich dem japanischen Einwanderer Makato Hagiwara, der in San Francisco einen japanischen Teegarten im Golden Gate Park betrieb. 1909 soll er begonnen haben, Glückskekse zum Tee zu verteilen und sie später auch Restaurantgästen nach dem Zahlen vor dem Heimweg geschenkt zu haben, damit diese sich über die fernöstlichen Weisheiten unterhalten und lange an ihn zurück denken mögen.

Die Erfindung der Glückskekse wird jedoch auch dem Unternehmer David Jung aus Los Angeles, dem Inhaber der Hong Kong Noodle Company, zugeschrieben und zwar für das Jahr 1918. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass Jung in den neun vorhergehenden Jahren einmal Kontakt mit Hagiwaras Keksen hatte. Eine selbst ernannte historische Kommission mit Sitz in San Francisco entschied deshalb vor einigen Jahren zugunsten von Hagiwara, wurde daraufhin aber des Lokalpatriotismus bezichtigt. Verlässliche Quellenbelege existieren nicht. Erst in den 1990er Jahren wurden sie erstmals nach China exportiert, wo sie bis dahin völlig unbekannt waren.

Beide Unternehmer könnten alte Erzählungen von eingebackenen Zetteln ihrer Heimat-Kulturen aufgegriffen haben. Erzählungen von eingebackenen Schriften sind aus fast jeder Kultur bekannt und haben nichts typisch Chinesisches.

Es gab sie aber auch in China. Angeblich sollen Mondkuchen zur Erfindung von Glückskeksen beigetragen haben. Schon früh in der Geschichte Chinas wurden diese zu vielen Anlässen serviert. Sie waren mit einer Paste aus Bestandteilen der Lotuspflanze aromatisiert. Der Legende nach hatten chinesische Widerstandskämpfer zur Zeit der Besetzung Chinas durch die Mongolen im 13. und 14. Jahrhundert unserer Zeitrechnung Kommunikationsprobleme, wobei diese Widerstandsgruppen auf Grund der Größe des Landes und der scharfen Kontrollen auf den Austausch von Botschaften umgestiegen sind, die in solchen Mondkuchen versteckt waren. Eine Legende besagt, dass Chu Yuan Chang, ein patriotischer Revolutionär, sich als Taoistenpriester verkleidete und durch das Land reiste, um Mondkuchen in den besetzten Städten zu verteilen, was auch der Anti-Mongolischen Propaganda diente.

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