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Die Verbotene Stadt (chin. 紫禁城) - Der Ningshougong (Palast des Ruhevollen Alters)Der Ningshougong bildet sich einen geschlossenen Baukomplex, der östlich der Sechs Östlichen Paläste liegt, also im Nordosten der Verbotenen Stadt. Der quatratische Baukomplex hat eine Fläche von 46000 qm und wurde entsprechend der Anlage der Verbotenen Stadt mit drei vorderen Höfen und drei hinteren Gemächern auf einer Zentralachse gebaut. Auf der Mittelachse befinden sich nacheinander die Huangjidian (Halle der Kaiserlichen Absolutheit), der Ningshougong (Palast des Ruhevollen Alters), der Yangxingdian (Halle der Pflege der Persönlichkeit), Leshoutang (Halle des Freudvollen Alters), Yihexuan (Halle der Gesundheitspflege) und Jingqige (Halle des Strebens nach Glück), auf der östlichen Linie gibt es eine Theaterbühne namens Changyinge (Pavillon des Heiteren Klang) und das Yueshilou (Gebäude zur Betrachtung der Darbietungen). Im Westen des Ningshougong-Komplexes liegt ein zur Zeit von Kaiser Qianlong angelegter Garten. Die ganze Bauanlage ist von hohen zinnoberroten Mauern umschlossen und wird als "Kleine Verbotene Stadt innerhalb der Verbotenen Stadt" bezeichnet. Den Bau des Ningshougong hatte sich Qing-Kaiser Qianlong ausgedacht. Hierhin wollte er sich zurückziehen, und zwar nach der Vollendung einer Regierungszeit von 60 Jahren. In Respekt vor seinem Großvater Kaiser Kangxi, der 61 Jahre lang auf dem Thron saß, wollte er es bei 60 Jahren bewenden lassen. So befahl er in seinem 37. Regierungsjahr (1772), mit dem Bau des Ningshougong zu beginnen. Bezeichnend waren die von ihm gewählten Namen der Baulichkeiten: Palast des Ruhevollen Alters, Halle des Freudvollen Alters und Halle der Gesundheitspflege. Als Qianlong 85 Jahre alt war (1795), stand er kurz vor seinem 60. Kaiserjubiläum. Im Februar 1796 verzichtete er zugunsten seines Sohnes, der als Kaiser Jiaqing in die Geschichte einging, auf den Thron. Doch von der Macht wollte Qianlong immer noch nicht Abschied nehmen. Er fällte weiterhin die wichtigen Entscheidungen, und Kaiser Jiaqing, der bei seiner Thronübernahme bereits 36 Jahre alt war, musste seinem Vater Qianlong gehorchen. Den Ningshougong, der eigens für seinen Lebensabend gebaut worden war, bewohnte Qianlong niemals. Betritt man den Palast-Bezirk des Ningshougong, sieht man als erstes die 29,4 m lange und 3,5 m hohe Neun-Drachen-Wand, die aus buntglasierten Ziegeln zusammengesetzt ist. Darauf sind neun sich in Wolken und Wellen windende, jeweils um einen Perlenball kämpfenden Drachen lebendig dargestellt. Die Neun-Drachen-Wand ist aus 270 glasierten Ziegeln zusammengesetzt. Der den Kaiser symbolisierende gelbe Drache in der Mitte liegt auf einer Achse mit dem Huangji-Ningshou-Tor, der Huangjidian, dem Ningshougong, dem kaiserlichen Weg vor der Huangjidian und der Neun-Drachen-Tafel unter ihrem Dachvorsprung. Steht man in der Huangjidian und sieht südwärts, blickt man genau auf dieselben gelben Drachen in der Mitte der Neun-Drachen-Wand. Durch das Huangji- und das Ningshou-Tor betritt man die Huangjidian, wo einst der im Ruhestand lebende Kaiser die Glückwünsche seiner Untertanen entgegennahm. Als Kaiser Qianlong 1796 den Thron seinem Sohn übergab, veranstaltete er in der Huangji-Halle und im Ningshougong ein Bankett für tausend alte Leute, die das 65. Lebensalter erreicht hatten. Insgesamt 5000 Teilnehmer waren anwesend. Heute werden die Huangjidian, der Ningshougong und die westlich davon gelegenen Gebäude für Kunstausstellungen genutzt. Über 100000 Kalligraphien und Malereien aus der Zeit von der Jin-Dynastie (265-420) bis zur Qing-Dynastie sind wechselweise hier zu sehen. Ferner finden hier häufig Sonderausstellungen berühmter Werke aus verschiedenen Dynastien statt, besonders während des Oktobers, der schönsten Jahreszeit in Beijing. Dann kann man hier viele Raritäten aus der Jin-, der Tang-, der Song- und der Yuan-Dynastie bewundern, z.B. die Werke "Flussufer-Szene am Qingming-Fest", "Grüße an einen kranken Freund" von Lu Ji (Westliche Jin-Dynastie) sowie "Frühlingsausflug" und "Bankett im Abend" von Han Xizai (Spätere Tang-Dynastie). Hinter dem Ningshougong liegen der Yangxindian (Pavillon der Pflege der Persönlichkeit) und die Leshoutang (Halle des Freudvollen Alters), wo Qianlong seine Konkubinen aufzusuchen pflegte. Heute sind in der Yangxindian wertvolle Tafelgeschirre und Trinkgefäße aus Gold, Silber und Jade sowie goldene Musikglocken, goldene Siegel und andere Kostbarkeiten ausgestellt. Zu sehen ist auch eine goldene Pagode, die Kaiser Qianlong eigens für die Aufbewahrung von Haaren seiner Mutter anfertigen ließ. Sie ist 1,5 m hoch und wiegt 107,5 kg. Innerhalb der Pagode befinden sich zwei Statuen von Amitabha. Die Leshoutang hinter der Yangxindian wurde allgemein Rezitationshalle genannt. Nach ihrem 60. Geburtstag zog die Kaiserinwitwe Cixi in dieses Gebäude, das ihr eigentlich nicht zugestanden hatte. Gemäß der Rangordnung sollte Cixi im Cininggong (Pavillon der Barmherzigkeit und des Friedens) ihren Lebensabend verbringen. Auch hier zeigte sich Cixis Sucht nach Ruhm und Macht. Die Leshoutang ist heute eine Ausstellungshalle, in der Kleidung und Gebrauchsgegenstände chinesischer Kaiser und Kaiserinnen ausgestellt sind. Dazu gehören das Drachengewand des Kaisers Qianlong, die Phönixkrone der Kaiserin Xiaoduan, Gemahlin des Kaisers Wanli, und die Elfenbeinmatte des Kaisers Yongzheng. Ferner ist eine riesige Jadeschnitzerei zu sehen, die eine Szene der Flussregulierung des legendären Großen Yu zeigt. Die Arbeit wiegt fünf Tonnen, ihre Fertigstellung dauerte zehn Jahre. Die Yihexuan (Halle der Gesundheitspflege) hinter der Leshoutang dient heute als Ausstellungshalle vor allem für Kunstgegenstände aus Gold, Silber, Jade, Juwelen, Jadeit und Korallen. Hinter dem Hof Ningshougong an der östlichen Seite befindet sich das Theatergebäude Changyinge (Pavillon des Heiteren Klangs). Es besteht aus drei Stockwerken, die entsprechend der traditionellen Trinität fu lu shou (Reichtum, berufliche Erfolge und langes Leben) als Bühne des Reichtums, Bühne des Erfolgs und Bühne der Langlebigkeit bezeichnet wurden. Bei Festen, Zeremonien wie Thronbesteigungen oder Geburtstagen von Kaisern und Kaiserinnen wurden hier Aufführungen gegeben. Gegenüber dem Theatergebäude steht das Yueshilou (Gebäude zur Betrachtung der Darbietungen), von dem aus die Kaiser und Kaiserinnen die Theateraufführungen verfolgten. Im ersten Stock des Yueshilou sind heute Theaterkostüme und -requisten sowie Kulissen aufbewahrt. Nordwestlich des Ningshougong-Bezirks liegt der Qianlang-Garten, der im südchinesischen Stil angelegt wurde. Die Anlage besteht aus vier Höfen. Im ersten Hof befinden sich der von künstlichen Felsen und alten Bäumen umgebene Guhuaxuan (Pavillon Antiker Blüten), und der Xishang-Pavillon, in dessen Boden eine verschlungene Wasserinne eingemeißelt ist. Hier vergnügten sich Mitglieder der kaiserlichen Familie, indem sie Weinbecher auf dem fließendem Wasser schwimmen ließen. Der, dessen Becher in den Windungen der Rinne hängenblieb, musste ein Gedicht vortragen und den Becher in einem Zug leeren. Im zweiten Hof ist die Suichutang (Halle der Erfüllten Erwartungen) erwähnenswert. Sie ist ringsum von alten Bäumen und Felsen umgeben. Im dritten und im vierten Hof befinden sich weitere Pavillons, Lauben und Hallen. Hinter dem Qianlong-Garten steht das Zhenshun-Tor, und hier sieht man den sogenannten Zhenfei-Brunnen. Als die Truppen der acht alliierten Mächte 1900 in Beijing eindrangen, befahl Cixi vor ihrer Flucht nach Xi´an einem Eunuchen, Zhen Fei, die Lieblingskonkubine von Kaiser Gangxu, die dessen Reformvorhaben unterstützt hatte, in diesem Brunnen zu ertränken. Südlich des Zhenshun-Tors erreicht man das Shenwumen (Tor des Göttlichen Krieger), das nördliche Tor der Verbotenen Stadt. Es liegt direkt vor dem Jingshan-Hügel. Die Anordnung der Verbotenen Stadt mit einem Wasserlauf im Süden und einer Anhöhe im Norden entspricht genau dem traditionellen chinesischen Stil.
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