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Die Verbotene Stadt (chin. 紫禁城) - Das Mittagstor - Haupteingang der Verbotenen StadtAls das größte der vier Eingangstore der Verbotenen Stadt hat das Mittagstor zusammen mit seiner 13 m hohen Mauer und dem drauf gebauten Hauptgebäude mit dem doppelstufigen Walmdach eine Höhe von 37,95 m. Zu beiden Seiten des Hauptgebäudes befinden sich auf den in U-Form nach Süden vorgeschobenen Seitenflügeln der Mauer erbaute langgestreckte Längshallen, Yanchilou (Wildgansflügel-Türme) genannt. Links und rechts der Yanchilou stehen noch zwei quadratische Pavillons. Der majestätische Charakter des Mittagstors kommt auch in der Bezeichnung Wufenglou (Fünf-Phönix-Turm) zum Ausdruck. In beiden Seiten des Hauptgebäudes, in dem ein Thron steht, befinden sich der Glocken- und der Trommelpavillon. Ging der Kaiser zur Opferdarbringung zum Himmelstempel oder zum Erdtempel, erklangen die Glocken; begab er sich zum Kaiserlichen Ahnentempel, wurden Trommel geschlagen. Bei großen Zeremonien ertönten die Glocken und Trommeln zusammen, so dass man die Klänge noch kilometerweit hören konnte. Beim Lampion-Fest am 15. Tag des ersten Monats nach dem Mondkalender wurden schön bemalte Lampions auf dem Mittagstor aufgehängt und ein Bankett gegeben, wobei der Kaiser und Beamte Gedichte rezitierten. Hier ließ der Kaiser außerdem an verschiedenen Festen Geschenke verteilen, z.B. Frühlingspfannkuchen am Tag des Frühlingsanfangs, Kuchen aus Klebreis am Drachenbootfest und Blumenkuchen am Chongyang-Fest. Jedes Jahr am 1. Tag des 10. Monats fand hier die Zeremonie zur Bekanntgabe des neuen Kalenders statt. Und wenn Generäle von einem siegreichen Feldzug zurückkamen, wurde hier eine Zeremonie zur Übergabe der Kriegsgefangenen veranstaltet. Das Mittagstor hat fünf Durchgänge, doch von vorne kann man nur drei Tore sehen. Die übrigen zwei Tore befinden sich in den Seitenflügeln der Mauer. Das in der Mitte befindliche Haupttor war nur für den Kaiser bestimmt. Die Kaiserin durfte nur einmal durch das Haupttor eintreten, und zwar an ihrem Hochzeitstag. Auch den drei Hauptgewinnern des kaiserlichen Palastexamens wurde es gestattet, durch das Tor den Kaiserhof zu verlassen, nachdem ihnen die Würde des Zhuangyuan (Examensbester in der kaiserlichen Prüfung), des Bangyan (Zweiplatzierter) und des Tanhua (Drittplatzierter) verliehen worden war. Das Mittagstor war zugleich der Ort, wo Hofbeamte mit Stockschlägen bestraft wurden. Als z.B. in der Regierungsperiode Jiajing der Ming-Dynastie der Kaiser in Gebieten südlich des Yangtse schöne Konkubinen auswählen ließ und viele Beamten ihm davon abraten wollten, war der Kaiser darüber so erzürnt, dass er 134 Beamte mit Stockschlägen bestrafen ließ. Dabei wurden 17 Beamten totgeprügelt. Diese Bestrafung wurde von der Leibgarbe durchgeführt. Beamte, die gegen den Willen des Kaisers verstießen und zu der Prügelstrafe verurteilt wurden, trugen dabei Sträflingskleidung und waren gefesselt. Nach jedem fünften Schlag trat ein neuer Vollstrecker in Aktion, wobei die umstehenden Leibgardisten durch laute Zurufe die Schläger anfeuerten. Nach den Stockschlägen wurde der Bestrafte hochgehoben und zu Boden geworfen. Viele der Verurteilten ließen bei dieser Tortur ihr Leben oder wurden zu Krüppeln geschlagen. Da die späten Ming-Kaiser auch wohlmeinende Ratschläge nicht akzeptieren, ging es mit der Regierung immer weiter bergab..
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