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Die Verbotene Stadt (chin. 紫禁城) - Ein Meer von PalästenDas Zuhause der kaiserlichen Familie - Überblick über den Kaiserpalast Wenn Sie diesen riesigen Baukomplex mit seinen roten Mauern und gelben Dachziegeln sehen, möchten Sie sicher zuerst wissen, wie groß er ist. Von Süden nach Norden misst der Kaiserpalast 961 Meter und von Osten nach Westen 753 Meter. Er umfasst somit eine Fläche von 723600 Quadratmetern, von denen 160000 Quadratmeter bebaut sind. Nach der traditionellen Zählmethode, der zufolge eine Fläche zwischen vier Säulen als ein Raum gilt, gibt es im Kaiserpalast insgesamt 9999 Räume.
Die 10 m hohe Mauer um die Verbotene Stadt herum hat einen Umfang von 3428 Metern, und außerhalb der Mauer verläuft ein 3800 Meter langer und 52 Meter breiter Schutzgraben mit steilen Ufern. Der Palast war in der Kaiserzeit sehr streng bewacht. Näherte sich jemand den Schutzgraben, so musste er damit rechnen, dass von den Ecktürmen Pfeile auf ihn geschossen wurden oder Wächter kamen, um ihn zu verhaften. In diesen prunkvollen Palästen lebten 14 Ming-Kaiser und 10 Qing-Kaiser. Als "Himmelssöhne" verehrt, erwiesen sich manche von ihnen tatsächlich als umsichtige Monarchen, während andere bloß törichte und wirrköpfige Herrscher waren, die ein ausschweifendes Leben führten. Nach einer Besichtigung des Kaiserpalastes kann man zum Wanchun-Pavillon (Pavillon des Zehntausendfachen Frühlings) auf dem Jingshan-Hügel nördlich des Kaiserpalastes steigen, um von hier aus einen herrlichen Blick auf das Panorama der Palastanlage zu genießen. Im Sonnenschein sehen die zahlreichen Palastbauten mit ihren roten Mauern (Rot ist in China eine glücksverheißende Farbe) und glänzenden goldfarbigen Dachziegeln inmitten gepflegter Gärten wie ein Meer von Palästen aus. Die Komposition der Verbotenen Stadt Die Verbotene Stadt ist in vier Teile gegliedert. Der vordere Teil war der Regierungssitz, wo die Kaiser und ihre Minister die Staatsangelegenheiten erledigten, hinten befand sich das Wohnviertel der kaiserlichen Familie, links stand der kaiserliche Ahnentempel (heute der Kulturpalast der Werktätigen) und rechts der Altar der Götter der Erde und der Fruchtbarkeit (heute der Sun-Yat-sen-Park), wo die Kaiser Opfer darbrachten. Der hinter der Palastanlage befindliche Jingshan-Hügel, der durch das Aufschütten der bei der Anlegung des Wallgrabens ausgehobenen Erde entstand, schützt den Kaiserpalast wie eine natürliche Wand.
Die Verbotene Stadt befindet sich in der Mitte von Beijing. Der Kaiserthron steht genau auf der Zentralachse, die von Süden nach Norden verläuft. Dies symbolisierte, dass der Kaiser für alle Dinge und Lebewesen der Welt als Mittelpunkt galt, dass alles Land unter dem Himmel dem Kaiser gehörte und alle Menschen ihm untertan zu sein hatten. Die "Purpurne Verbotene Stadt" Der Kaiserpalast wurde auch Purpurne Verbotene Stadt genannt. Die chinesischen Kaiser nannten sich "Söhne des Himmels", d.h. "Söhne des himmlischen Kaisers". In Erzählungen wurde der Wohnort des himmlischen Kaisers als "Purpurner Palast" geschildert, und der Kaiser wurde als höchster Herrscher auf Erden verehrt. Sein Palast war streng bewacht, gewöhnliche Leute durften sich ihm nicht nähern, geschweige denn ihn betreten. So war der Kaiserpalast von der übrigen Welt getrennt und wurde deswegen "Purpurne Verbotene Stadt" genannt. Der Bau des Kaiserpalastes Für den Bau des Kaiserpalastes wurden unzählige Handwerker und Fronarbeiter aus allen Provinzen eingesetzt. Das verwendete Holz stammte aus den Gebirgen der südchinesischen Provinzen Sichuan, Guizhou, Guangxi, Hunan und Yunnan. Wegen der damals äußerst primitiven Transportmöglichkeiten musste man jedes Mal auf die Regenzeit warten, bis die Gebirgsbäche die gefällten riesigen Bäume in die Tiefe rissen, und sie dann auf dem Wasserweg nach Beijing transportieren. Als Bausteine wurden weißer Marmor aus dem Kreis Fangshan bei Beijing, fünffarbige Tiger-Steine aus Jixian und Granit aus Quyang in der Provinz Hebei gewonnen. Der Transport erfolgte in der Weise, dass man im Winter Wasser auf die Wege goß und somit Eisbahnen schuf. Um genügend Wasser zur Verfügung zu haben, wurden alle 500 Meter ein Brunnen gebaut. Im Sommer wurden Rollwege aus Holz angelegt. Für den Transport eine großen Steinblocks brauchte man oft hundert und mehr Leute. Die Backsteine für die Palastmauer stammten aus Linqing in der Provinz Shandong. Die quatratischen Ziegel für die Fußböden, wegen ihrer guten Qualität und ihres metallischen Klangs Jinzhuan (Metallziegel) genannt, wurden anfangs in Liulichang (Glasur-Manufaktur) am Hepingmen (Tor des Friedens) in Beijing und später in dem Dorf Liuliqu am Stadtrand von Beijing gebrannt. Die Besichtigung des Kaiserpalastes Die Größe des Kaiserpalastes legt es nahe, bei seiner Besichtigung systematisch vorzugehen.
Bei der Besichtigung empfiehlt es sich, folgenden vier Routen zu folgen:
Man kann sowohl durch das Mittagstor vom Süden als auch durch das Tor des Göttlichen Kriegers vom Norden in die Verbotene Stadt eintreten. Um die Besucher mit den Besichtigungsrouten vertraut zu machen, befinden sich an beiden Eingängen Plankarten des Kaiserpalastes. Außer den Palästen, Toren und Pavillons sind noch historische Gegenstände und wertvolle Kunstschätze zu besichtigen. Die Ausstellungen historischer Gegenstände findet man hauptsächlich an der mittleren und der westlichen Besichtigungsroute. Die Ausstattungen sowohl der drei Haupthallen im Äußeren Hof, wo ehemals große Feier und Zeremonien stattfanden, als auch der Gemächer der kaiserlichen Familie sind in ihren ursprünglichen Zustand weitgehend erhalten.
Die antiken Kunstgegenstände, welche die glänzende chinesische Kultur widerspiegeln, sind in den Ausstellungshallen für Bronzewaren, Keramik, Porzellan und Kunsthandwerke an der östlichen Route sowie in den Ausstellungshallen für Malereien und andere wertvolle Schätze an der äußeren östlichen Route zu sehen.
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