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Die Verbotene Stadt (chin. 紫禁城)

Der im Zentrum der Stadt Beijing befindliche Kaiserpalast, auch Purpurne Verbotene Stadt genannt, ist einer der größten und am besten erhaltenen antiken Baukomplexe der Welt. Jeden Tag strömen Tausende von in- und ausländischen Besuchern hierhin, um die majestätischen Paläste und die wertvollen Sammlungen darin zu bewundern.

Die Verbotene Stadt (chin. 紫禁城, Zǐjìnchéng „Purpurne Verbotene Stadt“ oder chin. 故宫, Gùgōng „Kaiserpalast“) befindet sich im Zentrum Pekings (Beijing). Dort lebten und regierten bis zur Revolution 1911 die chinesischen Kaiser der Ming und Qing. Der einfachen Bevölkerung war der Zutritt verwehrt – was den Namen Verbotene Stadt erklärt. Die Verbotene Stadt liegt am nördlichen Ende des Tiananmen-Platzes.

Die Verbotene Stadt stellt ein Meisterwerk der chinesischen Architektur dar. Ihre Anlage entsprach der Weltsicht der kaiserlichen Herrscher: ein annähernd schachbrettartiger Grundriss – ausgerichtet an der Nord-Süd-Achse – und die Verbotene Stadt als Machtsymbol des Kaisers in der Mitte. In ihr befanden sich unter anderem die Paläste der Herrscher. Die Dächer waren teilweise vergoldet und alles war in Gelb, der Farbe des chinesischen Kaisers, gestrichen. Kein Gebäude in Peking durfte die Verbotene Stadt in der Höhe überragen.

Geschichte

Der dritte Ming-Kaiser Yongle begann 1406 mit dem Bau der Verbotenen Stadt. Zeitweise sollen eine Million Arbeiter und mehr als 100.000 Kunsthandwerker daran gebaut haben. Nur durch solch einen Aufwand ist es verständlich, dass der Bau schon 1420 abgeschlossen werden konnte. Die Steine kamen aus der Nähe von Peking. Die größte Steinplatte hat eine Fläche von mehr als 50 m² und eine Dicke von mehr als 1,5 Meter. 20.000 Arbeiter transportierten die 250 Tonnen schwere Platte im Winter 50 Kilometer weit über eine eigens dafür angelegte Eisschiene. Dazu brauchten sie 28 Tage. Das Holz für die Säulen kam aus Sichuan und Yunnan.

Yongles Nachfolger baute den Palast zwar in seinem Sinne um und erweiterte ihn noch, am Grundriss veränderte weder er noch ein anderer Kaiser etwas. Daher ist die Anlage noch stets in ihrer ursprünglichen Weise, streng Nord-Süd gerichtet, erhalten.

Nach der Revolution von 1911 dankte der letzte Kaiser, Pu Yi, ab. Er lebte nach seiner Abdankung mit seiner Familie noch eine Weile im Fastenpalast. 1924 mussten sie schließlich die Verbotene Stadt verlassen und die Tore wurden für die Bevölkerung geöffnet.

Die Anlage

Der gesamte Baukomplex hat eine Grundfläche von 720.000m² und eine bebaute Fläche von 150.000m². Auf dem Gelände befinden sich 890 Paläste mit unzähligen Pavillons mit 9999,5 Räumen. Nach der Legende durfte nur der Himmel einen Palast mit 10 000 Räumen besitzen, daher mussten sich die „Söhne des Himmels“ mit 9999,5 zufrieden geben. Geschnitzte Marmorbalustraden und glasierte Dachziegel zeugen von hohem kunsthandwerklichen Standard. Die Mauer der Verbotenen Stadt ist 10 Meter hoch und 3428 Meter lang sowie von einem mit Wasser gefüllten Graben umgeben. In jeder Himmelsrichtung befindet sich jeweils ein großes Tor mit einem Turm und an den vier Mauerecken steht jeweils ein Eckturm. Der Haupteingang ist das „Mittagstor“ (Wumen) oder auch "Fünf-Phönix-Tor".

Die Mauern werfen den Schall zurück, so dass auch in der entferntesten Ecke der Verbotenen Stadt die Geräusche von außerhalb zu hören sind. „Stadtecho“ nannten das die kaiserlichen Eunuchen.

Der Kaiserpalast ist innerhalb der roten Mauer von einem 52 Meter breiten und 3800 Meter langen Wallgraben umgeben.

Zijincheng, die Verbotene Stadt ist in den inneren (Neiting) und äußeren (Waichao) Hof aufgeteilt. Der äußere Hof liegt im Süden und war der offizielle Bereich. Von hier aus wurde in verschiedene große Hallen, wie beispielsweise die Halle der Mittleren Harmonie (Zhong He Dian) und die Halle der Wahrung der Harmonie (Bao He Dian) regiert. Das „Tor der Höchsten Harmonie“, wie viele der Palasttore von zwei Bronzelöwen (siehe dazu auch Steinlöwe), die die Stärke der kaiserlichen Macht versinnbildlichen, bewacht, führt zur „Halle der höchsten Harmonie“ (Tai He Dian). Diese 1420 erbaute, 35 Meter hohe und 2400 m² große Halle wird von 24 Säulen getragen. Der Drachenthron steht mitten im Raum. Der Thron wird von zwei Elefanten, die den Frieden symbolisieren, bewacht. Benutzt wurde die Halle zur Thronbesteigung eines neuen Kaisers, zu Feierlichkeiten beim Geburtstag des Herrschers, zum neuen Jahr, zur Wintersonnenwendefeier, zur Bekanntgabe der Kandidaten, die die kaiserliche Beamtenprüfung bestanden hatten, oder zur Nominierung der Generäle, wenn ein Feldzug bevorstand. Hier wurden also die wichtigsten Zeremonien der Kaiser abgehalten: Krönungen, Trauungen und die Verleihung von Titeln an hohe Beamte.

Im inneren Hof, dem Neiting, bestehend aus drei Palästen (Quanqinggong (Palast der Himmlischen Reinheit), dem Jiaotaidian (Halle der Berührung von Himmel und Erde) und dem Kunninggong (Palast der Irdischen Ruhe)), lebten die kaiserliche Familie und Hofstaat: hunderte Hofdamen und die Palasteunuchen. Nördlich vom Palast der Irdischen Ruhe lag der Kaiserliche Garten .

Außerdem gab es viele weitere Paläste, Pavillons und kleine Innenhöfe mit Bereichen für die Kaiserin, die Konkubinen, den Kaiser, wenn er fastete (Fastenpalast), den Kaiser, wenn er allein sein wollte (Yangxindian (Halle zur Bildung der Gefühle)).

Das „Tor der Göttlichen Militärischen Begabung“ (Shenwumen) ist das nördlichste Tor des ganzen Kaiserpalastes. Früher gab es im oberen Teil des Torturms eine Trommel und eine Glocke, die den Palastbewohnern die Zeit mitteilte.


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