|
|
![]() |
|
Die Verbotene Stadt (chin. 紫禁城) - Die Halle der Himmlischen ReinheitWenn man durch das Tor der Himmlischen Reinheit geht, steht man in der Halle der Himmlischen Reinheit (Qianqinggong) gegenüber. Diese Halle mit doppelstufigem Walmdach ist das größte Gebäude im Inneren Hof und diente den Kaisern als Schlafstätte. Mit dem Namen "Himmlische Reinheit" sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass unter der Herrschaft der Himmelssöhne die Politik edel und die Macht stabil sei. Östlich der Halle befindet sich das Tor des Sonnenscheins und westlich das Tor des Mondscheins. Zu ihren Seiten befinden sich die Sechs Östlichen Paläste und die Sechs Westlichen Paläste, die die zwölf wichtigsten Sterne symbolisieren sollten. Die dahinter verstreuten Bauten sollten kleinere Sterne am Himmel darstellen. Die Halle der Himmlischen Reitheit demonstrierte innerhalb dieser Anordnung die Würde und Erhabenheit des Kaisers. Die Halle der Himmlischen Reinheit ist mit neun Räumen und mehreren "Drachenbetten" ausgestattet. Nur der Eunuch des Kaisers wusste, in welchem Bett der Kaiser jeweils schlief. Das war eine Vorkehrung gegen mögliche Attentate. Obwohl für die Sicherheit des Kaisers alles nur Erdenkliche getan wurde, gab es doch mehrere Zwischenfälle. So versuchten im Jahr 1452 sechzehn Hofdamen, den Kaiser Jiaqing zu erdrosseln. Im 17. Jahr der Regierungsperiode Chongzhen der Ming-Dynastie (1644) drangen Bauernaufständische unter Führung von Li Zicheng in Beijing ein. Kaiser Chongzhen versammelte seine Minister und Beamten in der Halle der Himmlischen Reinheit, um sich von ihnen Rat zu holen. Die Hofbeamten meinten zwar, dass er sich keine Sorgen zu machen bräuchte, doch in der Nacht kam der Gefechtslärm in bedrohliche Nähe des Kaiserpalasts. In aller Eile verkleidete sich der Kaiser als Eunuch und flüchtete mit einem Pferd aus der Verbotenen Stadt. Eigentlich wollte er Zuflucht bei Zhu Chunchen, dem Fürsten Chengguo, nehmen, doch die Wächter weigerten sich, ihm das Tor zu öffnen. So sah sich der Kaiser gezwungen, in den Palast zurückzukehren. Er ließ Trommeln und Glocken schlagen, damit sich die Beamten versammelten, doch die hatten sich alle verkrochen und ließen den Kaiser im Stich. In seiner Verzweiflung stieg Kaiser Chongzhen zusammen mit dem Eunuchen Wang Cheng´en auf den Berg der Langlebigkeit (heute Jingshan-Park) außerhalb der Verbotenen Stadt und erhängte sich dort. Das war das Ende der Ming-Dynastie. Die sogenannte Südliche Ming-Dynastie, von Überresten der Ming gegründet, konnte noch 18 Jahre in Südchina existieren, bis sie von der Qing-Dynastie gestürzt wurde. Den Qing-Kaisern Shunzhi und Kangxi diente die Halle der Himmlischen Reinheit weiter als Schlafstätte und Studierstube. Auch sie versammelten hier die Minister, hielten Audienz ab und empfingen ausländische Botschafter. Nachdem Kaiser Yongzheng sein Schlafgemach in die Halle der Pflege des Herzens verlegt hatte, wurden in der Halle der Himmlischen Reinheit nur noch höfische Zeremonien und Empfänge von Ministern und ausländischen Botschaftern abgehalten. Zum Neujahresfest, Laternenfest, Drachenbootfest, Mondfest und zum Geburtstag des Kaisers sowie zur Wintersonnenwende wurden hier Bankette gegeben. Und zweimal fanden Bankette für Männer statt, die das 65. Lebensalter erreicht hatten, einmal im Frühling des 61. Jahres der Regierungsperiode Kangxi (1722) mit über tausend alten Männern und ein anderes Mal im 50. Jahr der Regierungsperiode Qianlong (1786) mit mehr als dreitausend Teilnehmern. In der Halle der Himmlischen Reinheit hängt heute noch die Tafel mit der Inschrift "Ehrenhaft, gerecht und offen", hinter der eine Schatulle mit dem Namen des Thronfolgers aufbewahrt wurde. Heute ist die Halle der Himmlischen Reinheit ein Ausstellungsraum, in dem Besucher kaiserliche Stempel, höfische Musikinstrumente, kaiserliche Kostüme und alte Waffen besichtigen können.
Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
|
![]() |
|||||||||||||