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Die Herren der Verbotenen Stadt (chin. 紫禁城) - Zhu Di - Kaiser Chengzu (1360-1424)Zhu Di war der vierte Sohn von Zhu Yuanzhang, dem Gründer und ersten kaiser der Ming-Dynastie. Er regierte von 1402 bis 1424. Zhu Di war zunächst als Prinz von Yan mit der Stadt Beiping (heute Beijing) belehnt. Er war sehr ehrgeizig und in einer Reihe von Gefechten gegen restliche Truppen der gestürzten Yuan-Dynastie in Grenzgebieten erfolgreich. Nach dem Tod Zhu Yuanzhangs bestieg dessen Enkel Zhu Yunwen als Kaiser Wendi den Thron. Als erstes erließ er das Edikt, dass die mit Städten oder Gebieten belehnten Prinzen nicht zur Trauerfeier in die Hauptstadt Nanjing kommen dürften. Zhu Di jedoch kümmerte sich nicht darum und begab sich auf die Reise von Beiping nach Nanjing. Er wurde unterwegs allerdings zurückgehalten. Die Unstimmigkeit zwischen Onkel und Neffen war deutlich geworden. Um seine Macht zu festigen, versuchte der Kaiser die Prinzen und Fürsten zu schwächen bzw. auszuschalten. In einem Jahr wurden nacheinander fünf Prinzen ihrer Ämter enthoben. Auch Zhu Di fühlte sich bedroht. So rüstete er einerseits seine Truppen auf, um einen Aufstand vorzubereiten, und ließ andererseits seine drei Söhne als Geiseln in der Hauptstadt. Ferner ließ er das Gerücht verbreiten, dass er todkrank sei, und in der Öffentlichkeit benahm er sich so, als ob er nicht richtig bei Verstand wäre. Als die Zeit reif war, revoltierte er unter dem Vorwand, "das Land aus dem Unheil zu retten", und ließ seine Armee nach Süden vorstoßen. Der Krieg zwischen Onkel und Neffen dauerte vier Jahre. Im Juni 1402 nahm Zhu Di die Hauptstadt Nanjing ein und stürzte die Herrschaft seines Neffen. Zhu Yunwen nahm sich das Leben, und Zhu Di nahm als Kaiser Yongle den Thron ein. Nachdem Zhu Di die Macht an sich gerissen hatte, metzelte er rücksichtslos Menschen nieder. Beinahe alle Eunuchen und Hofdamen wurden getötet. Der Doktor der Literatur, Fang Xiaoru, der Kaiser Wendi gedient hatte, soltte das Thronbesteigungsedikt verfassen. Fang jedoch lehnte ab, warf die Pinsel auf den Boden und sagte entschieden: "Sie können mich umbringen lassen, das Edikt schreibe ich nicht!" Daraufhin Zhu Di: "Du kümmerst dich nicht um dein eigenes Leben, aber hast du nicht Sorge, dass deine ganze Sippe sterben könnte?" Fang erwiderte: "Nichts kann mich abschrecken!" Er nahm einen Pinsel und schrieb: "Der Verräter aus Beiping usurpierte die Macht". Zhu Di war darüber so erbost, dass er ihm den Mund bis zu den Ohren aufschlitzen ließ. Seine Verwandten und sogar seine Schüler wurden gefangengenommen und vorgeführt. Fang, der bis zuletzt Zhu Di seine Verachtung zeigte, wurde mit weiteren 837 Menschen hingerichtet. Ein Beamter namens Jing Qing plante ein Attentat auf Zhu Di. Als das Vorhaben aufgedeckt wurde, gab es eine weitere Massenhinrichtung, der die ganze Sippe des Beamten und viele andere zum Opfer fielen. Zhu Di zeigte aber auch ein anderes Gesicht. Er war z.B. bereit, Beamte, die seinem Neffen gedient hatten, gemäß ihren Fähigkeiten einzusetzen, wenn sie ihm ihre Loyalität bewiesen. Um ihre Bedenken auszuräumen, ließ er ihre Thronberichte an Kaiser Wendi öffentlich vernichten. Wenn sie ihm treu dienten, sagte er zu den Beamten, würden sie nicht wegen der Vergangenheit zur Rechenschaft gezogen. Als Zhu Dis Frau, die älteste Tochter des Würdenträgers Xu Da, an einer Krankheit starb, wollte Zhu Di ihre jüngere Schwester Xu Miaojin zur Kaiserin nehmen. Sie weigerte sich jedoch, seine Frau zuwerden, ließ sich ihr Haar abschneiden und ging als Nonne ins Kloster. Zhu Di respektierte ihren Entschluß und erhob später keine Frau mehr zur Kaiserin. Zhu Di war ein tatendurstiger Kaiser und brachte vieles zuwege. Er kümmerte sich um die Wasserwirtschaft, die Landwirtschaft und das Handwerk, so dass die durch den Bürgerkrieg zerstörte Produktion wieder anlief. Im dritten Jahr seiner Regierungszeit schickte er den Seefahrer Zheng He nach Südostasien und Indien, um Kontakte mit dem Ausland herzustellen. So wurden Handelsbeziehungen mit über 30 Ländern aufgenommen. Zhu Di führte persönlich fünf Feldzüge gegen die Bedrohung durch Überreste der Yuan-Dynastie. Unter seiner Anweisung wurde Beijing als Hauptstadt ausgebaut. Es entstanden der Kaiserpalast und Teile der Großen Mauer. Und es entstand die Große Yongle-Enzyklopädie, ein gewaltiges Werk, dem wir die Rettung vieler kostbarer Materialien verdanken, die ansonsten für die Nachwelt verloren gegangen wären. Zhu Di starb im Juli 1424 während eines nördlichen Feldzugs. Mehr als 30 Hofdamen wurden als Menschenopfer mit ihm beigesetzt. Bevor sie umgebracht wurden, bekamen sie noch ein reichliches Essen serviert. Danach wurden sie der Reihe nach erhängt.
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