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Die Verbotene Stadt (chin. 紫禁城) - Der Kaiserliche Garten

Hinter dem Palast der Irdischen Ruhe befindet sich der Kaiserliche Garten, in dem sich die Kaiser und ihre Frauen und Konkubinen gern aufhielten.

Der Garten umfasst ein Areal von mehr als 12000 Quadratmetern. Zu beiden Seiten der Halle des Kaiserlichen Seelenfriedens sind über zwanzig Bauten in unterschiedlichem Stil verstreut. Da sich der höchste Bau, die Halle des Kaiserlichen Seelenfriedens, im Zentrum der Anlage befindet, ist dem Besucher stets ein Teil des Gartens verborgen. Mit dieser Anordnung erscheint der Garten sehr vielfältig. Er ist bestanden von Zypressen und Kiefern und zwischen Blumenbeeten tauchen bizarre Felsen und Pavillons auf.

Die Halle des Kaiserlichen Seelenfriedens ist die am nördlichsten liegende Halle in der Verbotenen Stadt. In der chinesischen Mythologie galt der Norden als für das Wasser verantwortlich. In diesem Sinne wurde in dieser Halle auch der Wassergott verehrt. Der Kaiser kam jedes Jahr am Tag des Frühlings-, des Sommer-, des Herbst- und des Winterbeginns hierher, um dem Wassergott Xuanwu Opfer zu bringen und seine Hilfe gegen Hochwasser zu erflehen.

Im Nordosten des Kaiserlichen Gartens sieht man den 14 Meter hohen Hügel der Aufgetürmten Vorzüglichkeiten, den man aus Steinen aus dem Taihu-See errichtet hatte. Ein Pfad schlängelt sich zur Spitze des Hügels, auf der der Pavillon des Kaiserlichen Ausblicks steht. Jährlich am 9. Tag des 9. Monats genossen der Kaiser uns seine Konkubinen von hier aus die herrliche Aussicht auf die Paläste und die Landschaften innerhalb und außerhalb der Verbotenen Stadt.

In der südöstlichen Ecke befindet sich der Pavillon des Roten Schnees, und in der südwestlichen Ecke das Studio der Pflege der Persönlichkeit, ein zweistöckiges Gebäude, in dem sich einst die kaiserliche Bibliothek befand.

Die Wege im Kaiserlichen Garten sind ausnahmslos mit aus Kieseln und Scherben zusammengefügten Bildern und Mustern versehen. Man hat insgesamt rund 900 bildliche Darstellungen gezählt.

In der Qing-Zeit wurde im Garten jedes Jahr am siebten Juli nach dem Mondkalender Weihrauch für zwei Märchenfiguren, nämlich den Hirten und seine geliebte Weberin, angezündet, und am Mondfest am 15. August wurde ein feierliches Ritual abgehalten.

Im Garten stehen etwa ein Dutzend alte Bäume, die so gezüchtet wurden, dass jeweils zwei sich umschlingen. Dazu gibt es folgende Geschichte: In der Periode der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.) begehrte König Kang die Frau von Han Ping. Er befahl Han Ping, die Qingling-Terrasse zu bauen, und ließ ihn danach umbringen. Als er nun Hans Frau heiraten wollte, stellte diese die Bedingung, dass ihr Mann ein reiches Begräbnis bekommen müsse. Dann bei der Beerdigungsfeier sprang die Witwe plötzlich in das Grab ihres Mannes und starb. König Kang ließ die Frau neben ihrem Ehemann bestatten. Im folgenden Jahr wuchsen hier zwei Bäume, die sich allmählich umschlangen. Diese Bäume symbolisieren seither die treue Liebe.

In dem streng bewachten Kaiserlichen Garten wurde am 11. April 1803 ein Attentat verübt. Kaiser Jiajing kam gerade von einem Besuch des Sommerpalastes zurück, als ein mit einem Dolch bewaffneter Mann auf die Sänfte des Kaisers zustürzte. Hals über Kopf flüchtete der Kaiser ins Tor der Gehorsamen Keuschheit, während die Eskorte aus über hundert Wächtern vor Schreck erstarrte. Nur sechs Beamte und Wächter kämpften mit dem Attentäter und überwältigten ihn schließlich. Der Mann hieß Chen De und diente als Hausknecht bei einem reichen Beijinger. Das viertätige Verhör ergab, dass Armut den Mann zu der Tat getrieben hatte. Er wurde durch langsames Zerstückeln hingerichtet.

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