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Anekdoten aus dem Kaiserpalast - weitere AnekdotenDie Bedeutung der Muster auf der Drachenrobe und der Beamtenkleidung Auf der nur für den Kaiser bestimmten Drachenrobe wurden mit Goldfäden neun Drachen gestickt, acht außen und einer auf der Fütterung. Die Robe hatte einen runden Ausschnitt und Pferdehuf-Ärmel. Auf der Brust befand sich die bekannte Darstellung eines mit einer Perle spielenden Drachen. Darunter gab es auf dem Boden laufende und fliegende Drachen, und ganz unten waren Meereswogen und Berge dargestellt, das geeinte Reich und die ewige Herrschaft des Kaisers symbolisierend. Beamte der Qing-Dynastie trugen Roben, an denen sich Aufnäher mit unterschiedlichen Tierzeichen befanden. Vögel stellten die Ränge der Zivilbediensteten dar. Kranich: erster Rang; Goldfasan: zweiter Rang; Pfau: dritter Rang; Wildgans: vierter Rang; Silberfasan: fünfter Rang; Reiher: sechster Rang, purpurne Mandarinente: siebter Rang; Wachtel: achter Rang und Paradiesfliegenschnäpper neunter Rang. Die Ränge der Offiziere waren an folgenden Tieren erkennbar: Fabeltier Qilin: erster Rang; Löwe: zweiter Rang; Leopard: dritter Rang; Tiger: vierter Rang; Bär: fünfter Rang; junger Tiger: sechster Rang; Nashorn: siebter und achter Rang; Seepferdchen: neunter Rang. Die bronzenen Löwen im Kaiserpalast Im Kaiserpalast gibt es sechs Paar bronzene Löwen, von denen das Paar vor dem Tor der Höchsten Harmonie das größte ist. Die ersten Löwen, die nach China kamen, waren eine Tributgabe eines Landes im Westen. Mit ihrem würdevollen Aussehen erfreuten sie sich großer Beliebtheit, und bald wurde der Löwe ein bevorzugtes Motiv der Bildhauer. Fünf der sechs Löwenpaare im Kaiserpalast sind vergoldet. Die Löwen hier sind nicht nur Zierde, sondern sollten zugleich und vor allem die Erhabenheit und Würde des Kaisers demonstrieren. Löwenfiguren außerhalb des Kaiserpalastes gaben den gesellschaftlichen Stand des Hausherrn an, und zwar durch die Zahl ihrer Locken. Dreizehn Locken bedeuteten den höchsten Rang, und jede Locke weniger war ein Rang niedriger. Beamte unterhalb des siebten Ranges durften keine Löwen vors Tor aufstellen. Die sechs Löwenpaare im Kaiserpalast hockten auf bronzenen oder steinernen Sockeln. Mit ihren scharfen Zähnen und mächtigen Tatzen sollten sie unbesiegbare Stärke demonstrieren. An der rechten Seite ist immer ein weibliches Tier, dessen linke Tatze mit einem Löwenjungen in Rückenlage spielt, während der männliche Löwe an der linken Seite mit seiner rechten Tatze einen Ball hält. Die Kaiserinmutter im Östlichen Palast und die Kaiserinmutter im Westlichen Palast Als Ci´an mit Kaiser Xiangfeng vermählt und damit Kaiserin wurde, kam auch Cixi in den Palast. Sie wurde zur Lan Guiren erhoben und genoß lange Zeit die kaiserliche Gunst. Es kam vor, dass der Kaiser sich mehrere Tage bei ihr aufhielt und darüber Audienzen und andere Termine vergaß. Nach den Regelungen des Kaiserhofes ließ die Kaiserin Ci´an dem Kaiser dann mitteilen, dass er von den Vorfahren lehrt werden müsste. Dies war ein Ritual, das bei besonders schwerer Nachlässigkeit praktiziert wurde und dem sich der Kaiser nicht entziehen konnte. Auch Cixi wurde zur Rechenschaft gezogen. Ci´an beschloß, sie mit ein paar Stockschlägen zu bestrafen, doch Xianfeng erfuhr davon und eilte ihr zu Hilfe. Es sagte, dass die Lan Guiren bereits schwanger sei, und so blieb sie vor den Schlägen verschont. Damals war Cixi noch rangniedrig, doch nachdem sie einen Sohn geboren hatte, wurde sie gleich um drei Rangstufen erhöht, so dass sie mit Ci´an auf derselben Ebene war. Nach dem Tod Xianfengs organisierten die zwei Kaiserinmütter gemeinsam einen Putsch, um die "Acht machthabenden Minister" zu beseitigen. Danach regierten sie China, wie an anderer Stelle beschrieben "hinter dem Vorhang". Cixi nannte Ci´an "meine liebe Schwester", doch in Wirklichkeit gab es zwischen den beiden oft Streit. Als junge Frau wollte sich Cixi nicht mit einem zurückgezogenen Leben als Witwe abfinden. Sie ließ oft Operngruppen zu Vorführungen in den Palast kommen, und auch einige liederliche Gelehrte hatten Gelegenheit, ihr Besuche abzustatten. Gerüchte über sexuelle Ausschweifungen waren im Umlauf. Ci´an versuchte, Cixi ins Gewissen zu reden, doch nichts half. In Cixi wuchs eher neuer Haß. Einmal ging die Kaiserfamilie zum Grab des Kaisers, und da Cixi meinte, mit Ci´an gleichgestellt zu sein, bestand sie darauf, mit ihr Seite an Seite vor dem Grab zu stehen. Ci´an jedoch forderte Cixi auf, einen Schritt zurückzutreten. Der Haß in Cixi bekam neue Nahrung. Cixi vertraute dem Eunuchen An Dehai, den sie einmal damit beauftragte, im Süden Kleider mit Drachenmustern zu besorgen. Dies war jedoch gegen die Regeln der Qing-Dynastie, die es Eunuchen verboten, die Hauptstadt zu verlassen. Auf Zuwiderhandlungen stand die Todesstrafe. Mit dem Dekret der Kaiserin glaubte An Dehai, nichts befürchten zu müssen, und er nutzte unterwegs die Möglichkeit, sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Als die Sache zu Ohren von Ci´an kam, ließ diese den Eunuchen auf der Stelle hinrichten. Da alles nach den kaiserlichen Regeln geschah, konnte Cixi nichts dagegen unternehmen. Kaiser Xianfeng, der befürchtet hatte, dass Cixi Ci´an schikanieren könnte, wenn ihr Sohn eines Tages Kaiser würde, hatte kurz vor seinem Tod der Kaiserin Ci´an ein Dekret ausgehändigt, dem zufolge Cixi in einem solchen Fall bestraft werden sollte. Anfangs bewahrte Ci´an dieses Dekret sorgfältig auf, doch zwei Jahre nach dem Tod Xianfengs glaubte sie, Cixi vertrauen zu können, zeigte ihr das Schriftstück und verbrannte es vor ihren Augen. Sie wollte damit eine Art Freundschaft besiegeln, zu der jedoch Cixi nie bereit gewesen war. Im März des siebten Jahres der Regierungsperiode Guangxu (1880) starb Ci´an plötzlich im Alter von nur 35 Jahren. Verschiedene Gerüchte machten die Runde. Manche behaupten, Ci´an hätte vergifteten Kuchen gegessen, bei anderen war es eine vergiftete Suppe, persönlich zubereitet von Cixi. Bis heute ist dieser Vorfall ein Rätsel geblieben. Kieselbilder im Kaiserlichen Garten Durch den Kaiserlichen Garten schlängelt sich ein Pfad, auf dem man über 900 Bilder, zusammengefügt aus Kieselsteinen oder polierten Ziegelstückchen, sehen kann. Diese Bilder stellen Blumen, Menschen und Tiere dar, auch Symbole und Bilder aus Märchen und Legenden sind zu entdecken. Ein Bild zeigt z.B. den bekannten General Guan Yu aus der Zeit der Drei Reiche (220-265). Er nimmt mit der Spitze seines Degens die Robe, die Cao Cao ihm schenkte, von einem Teller, den ein Soldat mit beiden Händen respektvoll ihm entgegenhält. Ein anderes Bild handelt von einem Märchen. Man sieht ein Wiesel, das einer fetten Henne zum Neujahr gratuliert. Die Henne bietet ihren Küken Deckung und starrt das Wiesel wachsam an, und die Küken scheinen im Begriff zu sein, jeden Augenblick die Flucht zu ergreifen. Auch Motive aus dem täglichen Leben sind dargestellt. Ein Bild zeigt einen "Pantoffelhelden", einen Mann, der vor seiner Frau kniet, eine Öllampe auf seinem Kopf. Darüber hinaus sind zahlreiche glückverheißende Symbole zu sehen, z.B. ein geplatzter Granatapfel, mit seinen unzähligen Samen ein Symbol für Fruchtbarkeit. Wer im Kaiserlichen Garten die Augen offenhält, kann auf dem Gehweg eine bunte Welt entdecken. Legende um die Ecktürme - An jeder Ecke der Mauer um den Kaiserpalast steht ein Turm. Diese Ecktürme wurden während der Regierungsperiode Yongle (1403-1424) der Ming-Dynastie gebaut und sind außerordentlich ästhetisch. Jeder der Türme hat sechs Walmdächer, die zusammen ein dreistufiges Kreuzdach mit 28 Traufenvorsprüngen, zehn Giebelfeldern und 72 Firsten bilden. Zu den Ecktürmen gibt es folgende Legende: Nachttöpfe mit Holzkohlenasche In alter Zeit gab es im Kaiserpalast keine Toiletten. Kaiser und Kaiserinnen sowie Hofdamen und Eunuchen, alle mussten Nachttöpfe benutzen, wobei die darin befindliche Holzkohlenasche sowohl die Geruchsbelästigung milderte als auch die Feuchtigkeit aufsaugte. Die Töpfe wurden regelmäßig von Eunuchen abgeholt und gesäubert. Der Nachtstuhl der Kaiserinwitwe Cixi war aus Sandelholz geschnitzt und mit einem gelben Schoner, verziert mit Wolken- und Drachenmuster, bedeckt. Er stand im allgemeinen nicht im Wohngemach, sondern wurde von den Hofdamen bei Bedarf ins Zimmer gebracht. Anstatt Holzkohlenasche zog Cixi für ihren Nachttopf duftende Sandelholzspäne vor. Wenn die Kaiserinwitwe auf die Toilette musste, trug ein Eunuch den Nachtstuhl auf dem Kopf bis vor die Tür des Wohngemachs. Er entfernte den Schoner, und eine Hofdame trug den Stuhl in den Raum, legte ein Tuch auf den Boden und setzte den Topf darauf. Das alles klingt sehr kompliziert, doch die Eunuchen und Hofdamen waren in solchen Sachen bestens trainiert. Das Toilettenpapier, das aus bestem Seidenpapier bestand, wurde übrigens vorher stets gebügelt. Schließlich brachte die Hofdame den Nachtstuhl wieder aus dem Zimmer, worauf ihn der Eunuch wieder in den Schoner einwickelte und auf dem Kopf tragend abtransportierte. Schilderung der Zeremonie anlässlich der Fertigstellung des Kaiserpalastes durch einen Ausländer Nachdem die Verbotene Stadt fertiggestellt worden war, fand eine großangelegte Feier statt, zu der Kaiser Yongle auch mehrere ausländische Gesandte einlud. Der Gesandte aus Persien schrieb in einem Bericht seine Eindrücke von dieser gewaltigen Feier nieder. Die persische Delegation hielt sich in Beijing gut fünf Monate auf. Mitglieder der Delegation waren zur Feier der Ernennung Beijings zur Hauptstadt und zur Fertigstellung des neuen Kaiserpalastes eingeladen. Die Feier fand statt im 19. Jahr der Regierungsperiode Yongle (1441), und zwar am 1. Januar nach dem Mondkalender. In dem Bericht des persischen Gesandten heißt es: "Bemate der Ming teilten mit, bei der Feier dürfte niemand weiße Kleidung anhaben, da diese Farbe nach den östlichen Sitten für die Trauer bestimmt ist." Er schrieb weiter: "Schon um Mitternacht wurden wir aufgeweckt. Man gab uns Pferde und geleitete uns zu dem prächtigen Kaiserpalast, der nach 19jähriger Bauzeit nun fertiggestellt worden ist. In dieser Nacht waren jedes Wohnhaus und jedes Geschäft mit Fackeln, Kerzen und Lampen hell beleuchtet, so dass man das Gefühl haben konnte, die Sonne wäre aufgegangen. Es war so hell, dass man eine Nadel auf dem Boden hätte finden können. Die Temperatur stieg wegen all der Fackeln und Kerzen spürbar an. Ein Heer von 200000 Soldaten mit Schwertern, Hellebarden, Lanzen und andere Waffen stand rings um den Kaiserpalast Wache. Viele trugen auf den Schultern bunte Fächer unterschiedlicher Form, die so groß wie Schilde waren. Schauspieler und Kinder unterhielten die Menschen mit allerlei Aufführungen. Ihre Trachten und Kopfbedeckungen kann ich nicht ausführlich schildern, so verwirrend war das alles für mich. Auch die Schilderung des Kaiserpalastes ist nicht einfach. Die Entfernung zwischen dem Eingang und dem Empfangssaal ist 1925 Schritte. Besucher haben keinen Zutritt zum Hinterhof. Zu beiden Seiten einer Zentralachse fügen sich Hallen und Säle aneinander, und dazwischen sind Gärten und Pavillons verstreut. Der ganze Kaiserpalast ist mit großen weißen Glasurziegeln gepflastert, die dem Marmor sehr ähneln. Die Fugen sind so ordentlich verarbeitet, dass man glaubt, sie wären aufgemalte Striche. Auf Steinen, die wie Jade glänzen, sind Drachen und Phönixe eingraviert." Die weißen Glasurziegel, die der persische Gesandte in seinem Bericht erwähnt, sind heute nur noch in der Halle der Höchsten Tugend, die noch original aus der Ming-Dynastie stammt, zu sehen. Weiter heißt es in dem Bericht: "Nachdem der Kaiser Platz genommen hatte, wurden die Gesandten vor den Thron geführt. Wir mussten auf die Knie fallen und fünfmal Kotau machen. Danach bat uns der Kaiser, jeweils Platz hinter einem Teetischchen zu nehmen. Speisen wie Lammfleisch, Gänsefleisch und Hühnerfleisch sowie Reiswein wurden laufend aufgetragen, während Akrobaten ihre Künste aufführten. Das Festessen dauerte bis Mittag an. Der Kaiser belohnte die Schauspieler und Akrobaten mit Geld und begab sich dann in seine Privatgemächer, während die Gesandten sich verabschiedeten." Diese Beschreibung der Feier zur Einweihung des Kaiserpalastes ist ohne Zweifel wahrhaftig und deshalb sehr kostbar. Wie die Kaiserinnen badeten Im Kaiserpalast wurden ovale hölzerne Badewannen verwendet, und beim Baden wurden die Kaiser von Eunuchen und die Kaiserinnen von Hofdamen bedient. Wenn die Kaiserinwitwe Cixi ein Bad nahm, wurden dafür zwei mit Silber verzierte Wannen gebraucht, eine für den Oberkörper und die andere für den Unterkörper. Zunächst füllten Eunuchen die Badewannen mit Wasser und bereiteten zwei Tabletts mit Badetüchern, Seifen und Parfüms vor; dann traten sie aus dem Zimmer, worauf vier Hofdamen kamen. Auf einem Tablett lagen über hundert Badetücher in vier Stapeln. Kaiserinwitwe Cixi saß auf einem niedrigen Stuhl und ließ sich zuerst den Oberkörper abreiben. Eine Hofdame war damit beschäftigt, laufend Tücher ins warme Wasser zu stecken, auszuwringen und den anderen Damen zu reichen, die damit alle Teile des Oberkörpers abrieben. Bei diesem Prozeß wurden die Badetücher sechs- bis siebenmal gewechselt. Anschließend begann die eigentliche Prozedur des Waschens, wozu nach Rosen duftende Seife verwendet wurde. Wieder hatten die vier Hofdamen alle Hände voll zu tun, ebenso beim folgenden Trockenreiben des Körpers und schließlich beim Parfümieren mittels Seidenwatte. Allein für die Waschung des Oberkörpers der Kaiserinwitwe wurden 60 Badetücher gebraucht. Die übrigen dienten zur Reinigung. Wie die Temperatur in den Palästen reguliert wurde Die Winter in Beijing können sehr kalt sein, doch die Paläste in der Verbotenen Stadt waren günstig für die Warmhaltung. Da sie nach Süden ausgerichtet sind, kommt schon einmal die Sonnenenergie gut zur Geltung. Darüber hinaus sind die Paläste mit dicken Wänden und Dächern mit hervorragender Isoliereigenschaft versehen. Auch die Ummauerung der Verbotenen Stadt als die erste Front gegen den eisigen Wind soll nicht unerwähnt bleiben. Alle bewohnten Paläste hatten außerhalb angelegte Kamine mit Heizkanälen. Für die Beheizung war solch ein Kamin allerdings nicht ausreichend. Da es damals aber weder Metallöfen noch Zentralheizung gab, konnten nur Holzkohle-Becken und Heiz-Käfige eingesetzt werden. Heizkäfige waren meist aus Bronze und vergoldet. Manche waren mit kunstvollen Einlegearbeiten verziert. Die kleinen hatten einen Durchmesser von 17 Zentimetern und konnten leicht mitgeführt werden. Die dafür vorgesehene Holzkohle brannte lange und war rauchfrei. Die Paläste in der Verbotenen Stadt sind geräumig und deswegen auch im Sommer kühl. Nur im Hochsommer musste mit einer Art "Klimaanlage", einem Behälter mit Eisblöcken, die Temperatur abgekühlt werden. In diesem Kühlschrank konnte man auch Früchte und Speisen frisch halten. Eis gewann man im Winter aus dem Stadtgraben um den Kaiserpalast. Es wurde dann unterirdisch aufbewahrt. Der Eisbehälter war unten mit einem Wasserauslauf versehen, und der Deckel hatte Luftlöcher, aus denen die kalte Luft austrat.
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