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Anekdoten aus dem Kaiserpalast - Kaiser Yongzheng, der Usurpator
Kaiser Kangxi wurde bereits mit 14 Jahren Vater, und während seiner Herrschaft
bekam er insgesamt 35 Söhne. Den ersten Sohn schenkte ihm eine Konkubine
niedrigen Ranges, weshalb dieser Sohn nicht Kronprinz werden konnte.
Dem zweiten Sohn, den die Kaiserin selbst gebar, wurde mit einem Jahr
der Titel des Kronprinzen verliehen. Der junge Kronprinz erfuhr eine
gute Ausbildung und war ein fähiger Reiter und treffsicherer Bogenschütze.
Allerdings wurde er immer hochmütiger und arroganter, was schließlich
zur Folge hatte, dass ihm mit 33 Jahren sein Rang als Kronprinz aberkannt
wurde. Nach einem halben Jahr bekam er den Titel zwar wieder, verlor
ihn aber drei Jahre danach abermals. Im hohen Alter zögerte Kangxi lange
Zeit mit der Benennung seines Nachfolgers, so dass jeder seiner Söhne
versuchte, die Macht an sich zu reißen. Als besonders fähig galt der
achte Sohn, doch erfolgreich war schließlich der vierte Sohn Yinzhen,
der spätere Kaiser Yongzheng. Kaiser Kangxi mochte ihn nicht, weil er
zügellos trank und sehr streitsüchtig war.
Kangxi schätzte vor allem seinen vierzehnten Sohn, den er als General zur nordwestlichen
Grenze schickte, wo er sich trainieren und qualifizieren sollte. Kangxi
hatte ferner ein Testament verfasst, demzufolge dieser Sohn den Thron
übernehmen sollte. Doch der vierte Sohn bekam davon Wind, stahl das Testament
und verfälschte ein Schriftzeichen, so dass nach dem Inhalt des Testaments
der vierte Sohn den Thron übernehmen sollte.
Im Sterben rief der Kaiser einige vertraute Beamte zu sich
und sah unter ihnen statt des vierzehnten Sohnes den vierten. Erregt
bewarf er ihn mit den Gebetsketten, die neben ihm lagen. Der listige
Sohn las die Ketten vom Boden auf, kniete vor seinem Vater nieder und
dankte für das "ihm anvertraute Zeichen der Macht". Kaiser Kangxi war so außer sich, dass er auf der Stelle starb. Manche Historiker
vertreten allerdings auch die Auffassung, dass der vierte Sohn den Kaiser
vergiftet hat. Kaum war der Vater gestorben, ließ er das verfälschte
Testament bekannt geben und wurde darauf neuer Kaiser. Und der eigentlich
von Kaiser Kangxi bestimmte Nachfolger, sein vierzehnter Sohn, weilte
unterdessen an der Grenze und wusste von der ganzen Sache nichts.
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