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Anekdoten aus dem Kaiserpalast - Sechs Brandkatastrophen im KaiserpalastIm 18. Jahr der Regierungsperiode Yongle der Ming-Dynastie (1420) verlegte Kaiser Zhu Di die Hauptstadt von Nanjing nach Beijing. Am ersten Januar des nächsten Jahres nahm er in der Halle des Respektierten Himmels (Halle der Höchsten Harmonie in der Qing-Zeit) die Grüße von Beamten entgegen. Nur vier Monate danach wurde hier durch Blitzschlag ein Großbrand verursacht, bei dem die drei Paläste im Äußeren Hof in Schutt und Asche fielen. Erst 20 Jahre später, im Winter 1441, war der Wiederaufbau der drei Paläste fertiggestellt. Dieser Großbrand löste damals unter den Hofbeamten eine Diskussion darüber aus, ob man nicht besser wieder nach Nanjing zurückziehen solle. Der Kaiser war darüber so wütend, dass er einen der Wortführer hinrichten ließ, um diese Debatte zu beenden. Im Sommer 1557, dem 36. Jahr der Regierungsperiode Jiajing, brannten die wichtigsten Hallen des Äußeren Hofs erneut wieder. Wieder war ein Blitzeinschlag die Ursache. Der Kaiser musste seine Audienzen fortan in der Halle der Literarischen Blüte abhalten. Um Schutt und Asche zu beseitigen, wurden rund 30000 Soldaten und Arbeiter mobilisiert und ca. 5000 Karren benötigt. Der dritte Großbrand infolge eines Blitzeinschlags ereignete sich im 25. Jahr der Regierungsperiode Wanli (1579). Bei diesem Brand wurden neben den drei Palästen des Äußeren Hofs auch der Palast der Himmlischen Reinheit und der Palast der Irdischen Ruhe zerstört. Der Wiederaufbau kostete 9,3 Millionen Tael Silber. In der Ming-Zeit gab es neben diesen drei "himmlischen Feuern" noch einen von Menschenhand verursachten Großbrand in der Verbotenen Stadt. Es war im 9. Jahr der Regierungsperiode Zhengde (1514) am Laternenfest. Vor dem Palast der Himmlischen Reinheit hingen überall Laternen und Lichter. Als der Kaiser gerade mit seinen Konkubinen in die "Leopardengemächer" ging, entflammte eine defekte Laterne einen Seidenteppich, worauf der ganze Palast in Brand geriet. Angesichts des Feuers sagte der Kaiser zu seinem Gefolge: "Das ist vielleicht das schönste Feuerwerk", drehte sich um und ging weg. Außer dem Palast der Himmlischen Reinheit wurde bei diesem Brand auch der Palast der Irdischen Ruhe zerstört. Tief in der Nacht am 15. Dezember des 14. Jahres der Regierungsperiode des Qing-Kaisers Guangxu (1888) ereignete sich eine weitere Brandkatastrophe. Da es stark windig war, wurden dabei das Tor des Richtigen Verhaltens, das Tor der Höchsten Harmonie und das Tor der Leutenden Tugend zerstört. Erst nach zwei Tagen konnte das Feuer gelöscht werden. Die Brandursache war, dass zwei diensthabende Wächter eine Öllampe an die Holzstütze des Tores des Richtigen Verhaltens hängten und einschliefen. Die zwei Wächter wurden wegen Fahrlässigkeit hingerichtet. Da die Hochzeit des Kaisers für den nächsten Monat vorgesehen war und es innerhalb so kurzer Zeit nicht möglich war, das Tor der Höchsten Harmonie, durch das der Hochzeitszug gehen sollte, wieder aufzubauen, wurde als Behelf ein buntes Zelt aufgeschlagen. Nach der Revolution im Jahr 1911 wohnte der letzte Kaiser Puyi weiter im hinteren Teil der Verbotenen Stadt. Sein Hausmeister steckte mit Eunuchen unter einer Decke und verkaufte ein große Menge von Antiquitäten aus dem Kaiserpalast. Als Puyi, in finanzieller Bedrängnis, die Lagerbestände zu überprüfen beschloß, brach ein Feuer aus, bei dem zahlreiche Bauten, darunter die Halle der Gerechtigkeit und der Pavillon des Verlängerten Frühlings, beides Lagerhäuser für Schätze der kaiserlichen Familie, niederbrannten. In seinen Memoiren schreibt Puyi, dass dieser Brand von Eunuchen gelegt worden sei, um die Spuren ihrer Diebstähle zu verwischen.
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