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Die chinesische Teekultur - Die TeegeräteEin altes chinesisches Sprichwort lautet: "Wer sein Handwerk gut ausführen will, muss zuerst die Arbeitsgeräte schärfen." Auch bei der Teekunst muss man Wert auf die Arbeitsgeräte legen, die nicht nur handlich sein sollen, sondern auch wohl angeordnet bereitzuliegen haben. In diesem Sinne hat Lu Yu in seinem Werk Buch über den Tee folgende 24 Gegenstände aufgeführt, die er zum Teil selbst entwickelt hatte:
Aus heutiger Sicht ist das alles zu umständlich und kompliziert. Die Chinesen in der alten Zeit jedoch sahen darin ein wichtiges Ritual und hielten all diese Geräte für unbedingt notwendig. Wer die kulinarische Kultur im alten China kennt, weiß, dass die Bronzegegenstände aus der Shang- und der Zhou-Dynastie große Unterschiede aufwiesen je nachdem, wer sie benutzen sollte. Der dreibeinige Weinkelch und der Teller mit hohem Sockel, die von einem Alten benutzt wurden, sahen ganz anders aus als die entsprechenden Bronzen seiner jüngeren Familienangehörigen. Darin kam die Achtung der jüngeren Generation gegenüber der älteren zum Ausdruck. Solche Unterschiede gab es zwar auch bei den Teegeschirren, aber bei der Teekultur wurde vor allem die Verbundenheit mit der Natur zum Ausdruck gebracht. Unter den Funden, die im Famen-Tempel in der Provinz Shaanxi gemacht worden sind, befinden sich diverse Teegeräte, die der Tang-Kaiser Xizong (reg. 873 - 889) dem Tempel gestiftet hatte. Das künstlerische Niveau und der Prunk dieser Geräte übertreffen weit die jener Geräte, die Lu Yu in seinem Buch über den Tee geschildert hat. In manchen Teilen findet man noch die Eingravierung "Fünfter Bruder" (der Kindername des Kaisers), Angaben über das Gewicht der Geräte, die Herstellungsmanufaktur und die Personalien der Meister. Diese vergoldeten, äußerst exquisiten Stücke aus Silber sind reich an Ornamenten. So entdeckt man das Bild eines "Unsterblichen", der auf einem Kranich reitet, dahinziehende Wolken, Wildgänse, buddhistische Motive wie auch Mandala oder Lotosblüten. Die Teegeräte in der Song-Dynastie unterschieden sich, was die Formen betraf, nicht viel von denen aus der Tang-Zeit, nur wurde wegen der Teewettbewerbe der Qualität und den Farben mehr Bedeutung beigemessen. Zum Beispiel kam heller Tee in schwarzes bzw. tiefblaues Porzellan. Eine Besonderheit des schwarzen Porzellans war, dass beim Glasieren oder Brennen natürliche Muster entstanden. Zu den Kostbarkeiten gehörten die "Himmelsaugen-Schalen" (Schalen, deren Muster aussahen wie Augen am dunklen Himmel) und die "Hasenhaar-Tassen" (kleine Tassen mit einem Muster wie weiße Härchen auf schwarzem Fell). In der Ming-Dynastie wurden nach Abschaffung der Teebriketts die Teegeräte weitgehend vereinfacht und hauptsächlich auf Teekannen und -schalen reduziert. Die Porzellanherstellung erlebte in dieser Zeit eine neue Hochblüte. Die Teekannen wiesen daher neben der besseren Qualität eine größere Formenvielfalt auf. Es gab Kannen mit Hängehenkeln oder Handhenkeln, es gab längliche, flache, quadratische und rundliche Kannen. Rubinrotes Porzellan aus der Regierungszeit Xuande (1426 - 1435), tiefgrünes Porzellan und das "Doucai"-Porzellan aus der Regierungszeit Chenghua (1465 - 1487), hergestellt nach einem besonderen Glasurverfahren, waren berühmte Porzellansorten jener Epoche. Mit Vogel- und Blumenmustern oder Figuren und Landschaften versehen, sahen Teegeschirre aus diesen Porzellanen besonders dekorativ aus. Während der Qing-Dynastie gesellten sich zu den Teegeschirren aus Porzellan auch solche aus anderen Materialien. Die Verbesserung der Herstellungsverfahren ermöglichte nicht nur eine meisterhafte Ausführung der Geräte, sondern auch eine enorme Produktionssteigerung. Mit der Entwicklung des internationalen Handels wurden solche Waren dann in viele Länder exportiert. Eine Besonderheit der chinesischen Teegeschirre waren Teekannen aus der purpurroter Boccato-Keramik. Schon in Chinas archaischer Zeit war die Keramik hoch entwickelt. Nach dem Auftauchen von Bronze- und Eisengegenständen verlor die Keramik dann an Bedeutung. Weiter zurückgedrängt wurde die Keramik durch hochwertiges Porzellan, das leicht zu säubern war. In der Ming-Zeit jedoch feierte die Keramik durch die Teekultur ein Comeback. Nach Abschaffung der Teebriketts gewann man den Tee durch direktes Aufgießen von heißem Wasser auf die Blätter. Und die neuen Teesorten wie der fermentierte und der halbfermentierte Tee bedurften einer längeren Zeit des Ziehens. Ein längeres Ziehen in einer Kanne aus hartem und feinem Porzellan beeinträchtigte aber den Teegeschmack. Um hier Abhilfe zu schaffen, erfand man die Kanne aus purpurroter Boccaro-Keramik. Es handelte sich dabei um eine mit sandlehmiger Erde aus Yixing, Xianyang und Chaozhou gewonnene Keramik. Beim Brennen entstand die purpurrote Farbe. Eine gute Kanne aus purpurroter Boccaro-Keramik konnte das Vermögen einer durchschnittlichen Familie kosten. Das Sammelfieber grenzte an Verrücktheit. Manche Sammler setzten ihr ganzes Geld für besonders erlesene Stücke ein. Dieser Sammelrausch dauerte bis zur Qing-Dynastie. Noch heute sind Kannen aus purpurroter Boccaro-Keramik begehrte Sammelobjekte. Wie ist diese hohe Wertschätzung zu erklären? Zum einen war diese Keramik besonders geeignet für die Entfaltung des Teearomas, vor allem die des fermentierten Tees. Keramikerde absorbierte den Duft, und Tee aus einer guten Kanne, die längere Zeit im Gebrauch war, verströmte einen unvergleichlich erfrischenden Duft. Zum anderen entsprach diese Keramik dem wieder erwachten Wunsch nach altertümlicher Schlichtheit und Natürlichkeit. Eine sich mild anfühlende Kanne bereitete dem Benutzer ein sinnliches Wohlgefallen. Die Kostbarkeit solcher Teekannen war auch der meisterhaften Kunst ihrer Hersteller zu verdanken. Der Erfinder dieses Produkts soll ein Mönch gewsen sein, der im Jinsha-Kloster lebte. Publik gemacht jedoch hat die purpurrote Boccaro-Keramik ein gewisser Gong Chun, und lange Zeit hießen Kannen aus solcher Keramik einfach "Gongchun-Kannen". Dieser Gong Chun war der Sekretär eines Literaten und als solcher hoch gebildet. Er war stark buddhistisch beeinflusst, weil er sich viel im Jinsha-Kloster aufhielt. Dort formte er auch seinen besonderen Kunststil. Seine Keramiken waren in Form und Farbe schlicht und geschmackvoll. Sie strahlten jene Natürlichkeit aus, die die Liebhaber des Tees so schätzten. Nach Gong Chun war Shi Dabin der bekannteste Meister. Seine Keramikschöpfungen zeichneten sich durch besonders schöne und sinnreiche Formen aus. Er gab z.B. Kannen die Form einer Meditation denken und dadurch dem "buddhistischen Land reiner Erde" näher gebracht werden sollte.
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