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Die chinesische Teekultur - Teewettbewerbe in der Song-DynastieVerfahren zur Bewertung der Teequalität existieren ansatzweise schon in der Tang-Dynastie. In der Song-Dynastie wurden sie allgemein üblich.
Diese Teewettbewerbe kamen erst in Jian´an auf, wo Tribut-Tee produziert wurde. Im Vorland der Beiyuan-Berge in Jian´an wimmelte es damals von Manufakturen für die Teebearbeitung. Einmal soll es 1336 solcher Manufakturen gegeben haben. Die vielen Teesorten mussten nach ihrer Qualität bewertet werden. Der große Dichter Fan Zhongyan schilderte in seinem Werk Dou Cha Ge (Das Lied auf die Teewettbewerbe) die damaligen Szenen wie folgt: "Der Tee von Beiyuan wird regelmäßig dem Sohn des Himmels gewidmet. Zuvor sind Teemänner zum Wettbewerb angetreten. In Bronzekesseln kocht das Wasser aus dem Fluss Zhonglingjiang. Teeblätter wirbeln wie grüne Staubpartikel auf, schneeweißer Schaum steigt in den Tassen der Teilnehmer hoch. Ein erfrischender Duft verbreitet sich in der Luft. Eine scharfe Auslese wird getroffen. Die Sieger fühlen sich wie Götter, die Verlierer empfinden Schmach und Schande, als ob sie kapitulierende Frontsoldaten wären." Diese Art der Wettbewerbe griff schnell von der Fachwelt auf die Literatenkreise und die Stadteinwohner über. Später veranstaltete auch der Kaiserhof solche Wettbewerbe. Der Maler Liu Songnian gab in seinem Gemälde Ming Yuan Du Shi Tu (Wettspiel im Teegarten) die Szene eines solchen Teewettbewerbes wieder.
Teewettbewerbe bewirkten wesentliche Verbesserungen der Teekochkunst. Nach dem Buch über den Tee von Lu Yu wird Tee in Wasser gekocht, und durch Veränderung der Wasserfarbe wird festgestellt, wann der Tee fertig ist. In der Song-Dynastie wurde die Aufbrüh-Methode modern, das heißt, die zu Pulver verarbeiteten Teeblätter wurden mit kochendem Wasser aufgegossen. Gleichzeitig wurde mit einem Bambusstäbchen gerührt, damit der Tee sich im Wasser löste und schneeweißer Schaum entstand. Entscheidend dabei waren die Menge und die Form des Schaumes. Er bescheinigte nicht nur die Qualität des tees, sondern auch die Technik der Teekocher. Bei heutigen Teezeremonien in Japan bedient man sich noch dieser Aufbrüh-Methode, allerdings mit dem Unterschied, dass die Bildung von Schaum vermieden wird. Auch Teehäuser in Fujian serviert neuerdings wieder Tee auf diese alte Art. Der Aufschwung der Teewettbewerbe stellte höhere Ansprüche an die Teegeschirre, insbesondere an die Teeschalen. Die Teegenießer in der Song-Zeit bevorzugten hellen tee, und zur Farbabstimmung musste das Teegeschirr eine dunkle Farbe haben. Am beliebtesten war schwarzes Porzellan, als nächstes blaues Porzellan. Nach Ansicht mancher Leute waren solche Teewettbewerbe zu sehr verkünstelt. Gebildete Chinesen legten daher mehr Wert auf das Milieu des Teetrinkens. Der große Denker Fan Zhongyan ließ einen Teepavillon in der Nähe von Quellen bauen. Nach ihm sollte man Tee in einem Milieu, umgeben von Tieren und alten Bäumen, dichtend und musikspielend genießen. Von dem Dichter Su Shi erzählt man, dass er im Mondschein Wasser aus dem Fluss schöpfte und beim Läuten der Klosterglocken im Freien Tee kochte. Nur auf diese Weise, so meinte er, könnte man den im Tee enthaltenen "natürlichen Rhythmus" fühlen.
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