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Die chinesische Teekultur - Der Tribut-Tee und Teewettbewerbe in der Song-Dynastie

Trotz des Ansatzes einer Teekultur am Tang-Kaiserhof und der weiten Verbreitung des Teetrinkens im Volk wurde die damalige Teekultur vor allem von Literaten, Einsiedlern und Mönchen getragen. In der Song-Dynastie (960 - 1279) war die Situation aber anders. Die Literaten wie Su Shi, Li Qingzhao und Lu You, die das Teetrinken über alles liebten, haben viele Gedichte darüber geschrieben, viel Neues haben die Kulturkreise als Ganzes jedoch nicht mehr zur Teekultur beigetragen. Dafür aber entwickelte sich die Teekultur in zwei Richtungen entscheidend weiter: Sie bekam einen noch größeren Stellenwert am Kaiserhof, und sie erlebte einen schwungvollen Aufstieg im Volk.

Der Tribut-Tee in der Song-Dynastie

Die Song-Kaiser liebten das Teetrinken über die Maßen, und viele kannten sich in der Teezeremonie (Chadao) aus. Kaiser Huizong schrieb sogar eine Monographie über den Tee: Da Guan Cha Lun (Abriss über den Tee). Die Teebauern durften nur beste Qualitäten als Tribut-Tee an den Hof liefern.

Zur platzersparenden Aufbewahrung und praktischen Verwendung von Tee pressten unsere Vorfahren die bearbeiteten Teeblätter zu runden Scheiben. Nach der Herausbildung der Teekultur legten die Teemacher besonderen Wert auch darauf, dem Tee einen ästhetischen Anblick zu verleihen, was besonders für den Tribut-Tee galt. Zusammengepresste Teebriketts wurden kunstvoll geformt. Um zu zeigen, dass dieser Tee nur dem Kaiserhof vorbehalten war, versah man die Teebriketts mit Drachen- und Phönixmotiven, "Drachenklöße und Phönixbriketts" genannt. Der Hauptproduzent dieses Tribut-Tees war die Präfektur Jianzhou, und die Schöpfer dieser Teeformen waren zwei Beamte namens Ding Wei und Cai Xiang.

Jianzhou lag in der heutigen Provinz Fujian. In der malerischen Landschaft waren hier viele Klöster angesiedelt und wuchsen viele Teesträucher. Während der Regierungszeit von Kaiser Taizong arbeitete Ding Wei als Verantwortlicher für Teeangelegenheiten in Jianzhou. Er war ein hoch gebildeter Mann, kannte sich in Literatur, bildender Kunst, Schachspiel und Musik gut aus und interessierte sich für die buddhistische und die taoistische Lehre. Um die Gunst des Kaisers zu erlangen und befördert zu werden, klügelte er die Verbesserung der Teebriketts aus. Die Teebriketts in der Tang-Zeit waren noch sehr grob hergestellt. In der Mitte waren sie durchlöchert, damit sie an Stangen aufgezogen werden konnten. Ding Wei jedoch ließ Teebriketts ohne Löcher herstellen und entwarf für sie Muster und neue Formen.

Cai Xiang war ein Literat und der beste Kalligraph seiner Zeit. Im Unterschied zu Ding Wei, der sich gern überall einschmeichelte, machte er oft kritische Bemerkungen. Seiner Meinung nach sollte auch ein Kaiser sparsam und schlicht leben und seine Untertanen nicht zu sehr zur Kasse bitten. Cai Xiang arbeitete als Lokalbeamter in Fuzhou. Er ließ Dämme bauen, Bewässerungsanlagen errichten und zum Wegschutz Bäume anpflanzen. In einem Buch über den Tee - Cha Lu (Notizen über Tee) - behandelte er die Qualität der Teeblätter und stellte Kriterien sowohl für einen guten Tee auf als auch für die richtige Farbabstimmung von Teegeschirr und Tee. Cai Xiang entwickelte die Herstellung von kleinen, aber feinen Teebriketts, "Kleindrachenklöße" genannt.

Für die Teebriketts mit Drachen- und Phönixmustern wurden kunstfertige Formen entworfen, "Kua" genannt. Es gab Kuas in verschiedenen Ausführungen: viereckige und blumenförmige sowie solche mit großen und mit kleinen Prägungen. Das Herstellungsverfahren war ziemlich kompliziert. Die Teeblätter mussten vor Sonnenaufgang im April gepflückt werden, sie wurden dann gedämpft und zu Pulver verarbeitet und schließlich in die Formen gepresst. Die fertigen Teebriketts wurden dann getrocknet und kunstvoll verpackt als Tribut an den Kaiserhof geliefert. Ein Teebrikett war etwa 3 qcm groß. Jedes Brikett wurde sorgsam mit einem spezifischen Baumblatt umwickelt, und dann wurden sie auf gelbem Brokat gestapelt und zum Schluss in rot lackierte Kästchen gelegt. Die mit goldenen Schlössern versehenen Kästchen wurden mit roten Behörden-Stempeln versiegelt und in fein gefertigte Bambuskisten verpackt.

Die Triebe dieses Tee durften nur drei Blätter haben und sollten wie die Zungen kleiner Vögel aussehen. Schenkte der Kaiser einem Beamten solchen Tee, dann wurde dieser wie ein Heiligtum geschätzt und bewundert.

Dieser übermäßige Aufwand hatte mit dem Geist der Teekultur und der von Lu Yu gewünschten Pflege der schlichten Lebensführung allerdings herzlich wenig zu tun.

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(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)



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