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Die chinesische Teekultur - Die Tang-Dynastie - die Zeit der Herausbildung der chinesischen Teekultur

Die Tang-Dynastie (618 - 907) erlebte die Hochblüte des chinesischen Feudalismus hinsichtlich wirtschaftlicher Entwicklung, gesellschaftlichen Lebens, kultureller Strömungen und des Austausches mit der Außenwelt. Es war eine glanzvolle Zeit, die eine ebenso glänzende Teekultur hervorbrachte.

In der Tang-Zeit war der Teeanbau weit verbreitet. In 42 Präfekturen Chinas wurde damals Tee produziert. Kaiser wie Untertanen tranken fast ausnahmslos Tee. Präfekturen, die Tee anbauten, wurden verpflichtet, den besten Tee als "Tribut-Tee" an den Kaiserhof zu liefern. Solcher Tribut-Tee musste vor dem Qingming-Fest (um den 5. April) an den Kaiserhof geliefert werden, denn der neue Tee wurde beim Qingming-Empfang am Hof serviert. Es gab Fälle, dass Beamte für ihre Verdienste um die Besorgung von Tribut-Tee befördert wurden. Sarkastische Bemerkungen wie "Der Vater hat eine hohe Stellung, weil er Tee geliefert hat" und "Der Rat eines Gelehrten zählt weniger als eine Karre Tribut-Tee" sagen viel über die Bedeutung des Tees in der damaligen Gesellschaft. Die Konkubinen am Kaiserhof wetteiferten miteinander darin, wer den besten Tee kochen könne. Es gab richtige Teekochwettbewerbe.

Die Tang-Dynastie praktizierte ein strenges Prüfungssystem für die Beamtenlaufbahn. Die höchste Prüfung fand in der Kaiserstadt unter der persönlichen Leitung des Kaisers und bei strenger Bewachung durch Hofbeamte statt. Die Prüflinge wurden isoliert in Zimmer eingesperrt, und um fremde Hilfe auszuschließen, durfte man ihnen außer der Tagesverpflegung nichts mitbringen. Es war aber gestattet, ihnen Tee zukommen zu lassen, weil Tee entspannt und wachhält.

Die Vorliebe der Kaiser für Tee war die beste Werbung für dieses Getränk. Teetrinken galt bald allgemein als Ausdruck von Kultur. Um einen guten Tee zuzubereiten, ließ der Kanzler Li Deyu ein bestimmtes Quellwasser über Hunderte von Kilometern herantransportieren. Es gab nichts Unhöflicheres, als man seinem Gast keinen Tee anzubieten.

Die Tang-Dynastie war auch eine hohe Zeit der Dichtkunst. Ließen sich die Dichter früher durch Alkohol inspirieren, so bevorzugten sie nun Tee. Auch die immer weitere Verbreitung des Buddhismus steigerte den Teeverbrauch. Wenn die Mönche abends meditierten, litten vor allem jüngere Mönche Hunger und Durst. Das Lingyang-Kloster auf dem Berg Taishan war das erste Kloster, das seinen Mönchen das Teetrinken beim Meditieren erlaubte. Andere Klöster schlossen sich an. Tee wurde auch als Opfergabe verwendet. Und viele Klöster richteten Stellen ein, wo Pilger mit Tee empfangen wurden. Der Bedarf an Tee stieg also enorm. So begannen die Klöster, selbst Tee anzubauen. Da die Klöster meistens in Gebirgen mit idealen Bedingungen für Teekulturen lagen, lieferten sie oft Tee bester Qualität.

Dass der Kaiserhof, die Adligen, die Gelehrten und die Mönche alle dem Teetrinken frönten, förderte selbstverständlich das Teetrinken auch im Volk. Teeläden wurden eröffnet. Selbst in Gegenden wie Shandong, Hunan und Shanxi, wo es kaum eine Teeproduktion gab, traf man auf Schritt und Tritt Teegeschäfte.

Der Teehandel war damals schon eine wichtige Quelle der Finanzeinnahmen der Regierung und wurde außerdem als ein Mittel zur Pflege freundschaftlicher und geschäftlicher Beziehungen mit Volksstämmen an der Landesgrenze eingesetzt. Tee wurde zum Beispiel gegen Pferde eingetauscht.

Das leidenschaftliche Teetrinken trieb auch die Teeforschung voran. Ausgegangen waren die Forschungen von den materiellen Wirkungen des Tees. Schon zur Zeit der Tang-Dynastie wurden zehn Wirkungen zusammengefasst: 1. Fördert die Gesundheit und stimuliert die Zirkulation der Lebensenergie Qi in den Meridianen, wodurch sich u.a. Kopfschmerzen, Augenleiden und Schlaffheit der Glieder lindern. 2. Befreit von Alkoholeinwirkungen und fördert das Abgewöhnen vom Alkohol. 3. Löscht den Durst, und in Kombination mit Zutaten ist der "Teebrei" nahrhaft. 4. Hilft bei Hitzschlag. 5. Hilft bei Schlaflosigkeit. 6. Ist gut gegen Stress und Ärger und reinigt die Seele. 7. Reduziert Fettansatz, befreit von unangenehmen Geruch und fördert die Verdauung, besonders von Fleischessern. 8. Wirkt entgiftend. 9. Verlängert die Lebenserwartung. 10. Belebt den Verstand und läutert den Charakter.

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