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China Reisen: Inländischer Fremdenverkehr - ein riesiger MarktDie Reform der letzten mehr als zehn Jahre hat nicht nur eine rasche Entwicklung der Wirtschaft mit sich gebracht, sondern auch das Konsumverhalten und die Lebensweise der Chinesen verändert. Das Einkommen der Menschen hat sich allgemein erhöht, und seit der Einführung der Fünf-Tage-Woche hat man mehr Mußezeit als früher. Immer mehr Menschen wollen ihr Geld auf das Reisen verwenden. Deshalb erlebt der Tourismus in China einen Aufschwung. Die größte Veränderung auf dem chinesischen Tourismusmarkt in den 90er Jahren ist die rasche Entwicklung des inländischen Fremdenverkehrs. 1997 machten 644 Mio. chinesische Bürger eine Inlandsreise, die Einnahmen aus dem inländischen Fremdenverkehr betrugen 211,27 Mrd. Yuan, ein Anstieg um 28,95 % gegenüber 1996 und 17,4 % mehr als im Jahresplan vorgesehen. Die inländischen Touristen machen 96 % der Gesamtzahl der in- und ausländischen Touristen und die Einnahmen aus dem inländischen Fremdenverkehr 64 % der gesamten Einnahmen aus dem inländischen und internationalen Fremdenverkehr aus. Damit spielen der inländische Fremdenverkehr eine wichtige Rolle im chinesischen Tourismus. Nach Schätzungen von Ökonomen können sich 34 % der chinesischen Familien in den Städten satt essen und warm kleiden; 55 % haben einen bescheidenen Wohlstand verwirklicht, und 7 % sind reich geworden. Die meisten Familien können sich Reisen im Heimatland leisten.
Die meisten Familien haben das Nahrungs- und Kleidungsproblem gelöst. Ihre Wohnbedingungen haben sich verbessert, und sie können sich alle notwendigen Möbelstücke und elektrischen Haushaltsgeräte anschaffen. Um ihre Lebensqualität weiter zu verbessern, wollen sie natürlich ihr Geld auch für den Tourismus ausgeben. Die Einführung der Fünf-Tage-Woche hat dafür bessere Voraussetzungen geschaffen- Eine Stichprobenuntersuchung ergab, dass der Anteil der Ausgaben für Reisen an den gesamten Ausgaben in Beijinger Haushalten 10 % und in Shanghaier Haushalten 11 % beträgt. Guangdonger Touristen, die auf eigene Kosten reisen, geben pro Tag etwa 200 Yuan, Shanghaier etwa 150 Yuan und Beijinger etwa 120 Yuan aus. Die Einführung der Marktwirtschaft bewirkt eine große Fluktuation der Chinesen. Die ungleichmäßige Entwicklung der Wirtschaft in den verschiedenen Landesteilen veranlasst viele junge Leute, ihre Heimat zu verlassen und in einen anderen Ort zu fahren, um dort zu arbeiten. Diese Leute bilden einen unaufhaltsamen Strom von Umsiedlern. Nachdem sie an einem fremden Ort Fuß gefasst haben, fahren sie oft in ihre Heimat, um ihre Verwandten und Freunde zu besuchen. Um das Arbeitsklima zu verbessern, organisieren viele Manager für ihre Mitarbeiter Reisen als Prämie. So ist in den wirtschaftlich entwickelten Gebieten Südchinas das Phänomen der Prämienreisen entstanden.
Wider Erwarten sind 60 % der inländischen Touristen Bauern. Die über 800 Mio. zählenden chinesischen Bauern, die seit Jahrtausenden auf den Feldern schuften, haben jetzt auch den Wunsch, eine Reise zu machen. Sie bilden ein riesiges Touristenkontingent. Die Bauern, die in den ländlichen Unternehmen einiger reicher Gebiete der Provinz Guangdong arbeiten, fliegen mit dem Flugzeug hin und zurück und steigen in einem Drei-Sterne-Hotel ab, wenn sie nach Beijing reisen.
Die Chinesen machen hauptsächlich Vergnügungsreisen. Jetzt beginnen sie auch, Urlaubsreisen mit Betonung auf Entspannung zu unternehmen. Da der Arbeits- und Lebensrhythmus seit einigen Jahren beschleunigt wird, wollen immer mehr Leute an den Ruhe- und Festtagen aus den Hochhäusern hinausgehen und einen Ausflug in die Natur machen, um sich zu entspannen. "Zurück zur Natur" ist ein latenter Atavismus der Menschheit in der heutigen Zeit, da sie ursprünglich aus der Natur kommt. Die meisten chinesischen Familien pflegen die Tradition, die Alten zu achten und die Kinder umsorgen. Mit der Überalterung der Bevölkerung nimmt die Zahl der Rentner ständig zu. Viele Rentner beteiligen sich mit den Zuschüssen der Betriebe, in denen sie arbeiteten, oder mit der finanziellen Unterstützung ihrer Kinder an organisierten Vergnügungsreisen. Da China die Familienplanung durchführt, haben die meisten Familien nur ein Kind. Die Eltern investieren großzügig in die Erziehung ihres Kindes. Deshalb werden immer mehr Sommer- oder Winterlagerreisen für Kinder organisiert. Nach der Prognose des Staatlichen Amtes für Tourismus wird sich die Zahl der inländischen Touristen im Jahre 2000 auf mehr als eine Milliarde belaufen, und die Einnahmen aus dem inländischen Fremdenverkehr werden 250 - 260 Mrd. Yuan betragen. Nach der Öffnung Chinas strömen Informationen von der Außenwelt ununterbrochen ins Land. Aus den Massenmedien oder von Verwandten und Freunden, die aus dem Ausland zurückkommen, haben die Chinesen viel vom Ausland erfahren. Viele von ihnen wollen ins Ausland reisen, um es mit eigenen Augen zu sehen. Die Zahl der Chinesen, die ins Ausland reisen, betrug 1992 2,93 Mio., 1993 3,74 Mio., 1994 3,73 Mio., 1995 4,71 Mio., 1996 5,06 Mio. und 1997 5,32 Mio. Einige südostasiatische und ozeanische Länder rechnen China zu den Ländern, die ein riesiges Touristenpotential haben. Trotzdem machen 4,71 Mio. Touristen nur 0,4 % der 1,2 Mrd. zählenden Bevölkerung Chinas aus. Selbst wenn sich die Zahl der chinesischen Touristen in einigen Jahren auf 10 Mio. belaufen wird, wird sie nicht einmal 1 % der Bevölkerung ausmachen. Das heißt, dass 99 % der Chinesen nur im Inland reisen. Das ist der Grund, warum in den letzten Jahren so viele künstlich angelegte Parks, die ausländische Sehenswürdigkeiten zeigen, gebaut wurden. Jetzt reisen viele Beijinger am Wochenende nach Tianjin, das etwa 120 km von Beijing entfernt ist. 15 % von ihnen fahren mit ihrem eigenen Auto. Ein privates Auto zu kaufen, war vor einigen Jahren für die Chinesen noch ein Traum. Heute ist das Wirklichkeit geworden. Aus einer Untersuchung geht hervor, dass etwa 6 Mio. chinesische Familien (2 % der Gesamtzahl) in der Lage sind, ein Auto käuflich zu erwerben. In der Tat gibt es in China aber nur über 2 Mio. private Autos. Die Staatliche Planungskommission prognostiziert, dass der Kauf von Privatwagen im Jahre 2010 den Höhepunkt erreichen wird. Man kann damit rechnen, dass die Entwicklung von privaten Autos das Konsumverhalten der Menschen und die Art und Weise der Reisen, einschließlich des Inhalts, der Länge und der Konsumstruktur der Reisen, verändern wird. Bis dann können die Beijinger mit ihrem eigenen Auto nach Chengde und Beidaihe und die Shanghaier nach Suzhou und Hangzhou fahren, um das Wochenende zu verbringen.
China Reisen: Direkte und indirekte Auswirkungen des Tourismus
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