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Die chinesische Schrift - Die Geschichte

Die chinesische Schrift ist mit 5000 bis 6000 Jahren einer der ältesten Schriften der Welt. Schätzungsweise benutzt ein Viertel der Menschheit die chinesische Schrift, die zur chinesischen Kultur, die auf eine lange Geschichte zurückblickt, bedeutend beigetragen hat. Zudem ist die wunderschöne Kalligraphie chinesischer Schriftzeichen ein Bestandteil der reichhaltigen Kultur und Kunst der chinesischen Nation.

Im Laufe der Jahrtausende erfuhr das chinesische Schriftsystem viele Veränderungen, von denen die folgenden die wichtigsten Entwicklungsstufen waren:

  1. Die Orakelknochenschrift. Sie wurde in der Shang-Dynastie (ca. Anfang des 17. Jh. v. Chr. bis ca. 11. Jh. v. Chr.) benutzt und auf Schildkrötenpanzer oder auf Tierknochen geschnitzt. Da vorwiegend kultische Angelegenheiten von Orakeln aufgezeichnet wurden, wurde sie „Orakelinschriften“ oder „Qi-Inschriften“ genannt. Sie hieß auch „Schrift aus den Ruinen der Yin-Zeit“ (nach den Ruinen der Hauptstadt der Spätzeit der Shang-Dynastie, heute das Dorf Xiaotun in Anyuang, Provinz Henan), da man dort die ersten Objekte entdeckte. Es wurden über 4000 Wörter aus diesen Inschriften gesammelt, von denen bisher nur gut 1000 Wörter entschlüsselt sind. Trotz relativer Vollständigkeit haben viele Zeichen in Strichen und Komponenten noch keine endgültige Gestalt angenommen. Es wurde auch ein kleine Anzahl von Orakelknocheninschriften aus der Frühzeit der Zhou-Dynastie ausgegraben.



  2. Bronzeschrift. Es handelt sich um Schriftzeichen, die auf Bronzgefäße der Shang- und Zhou-Dynastien (ca. 11. Jh. v. Chr. bis 256 v. Chr.) geritzt wurden. Diese Schrift wird auch „Glocken- und Kochgefäße-Schrift“ genannt. In der Frühzeit ist sie der Orakelknochenschrift ähnlich. Bei einigen Schriftzeichen sind Spuren von Piktogrammen der früheren zeit sichtbar. In der Spätzeit ähnelt die Bronzeschrift der Kleinen Siegelschrift. Bisher wurden bereits 5000 bis 6000 Schriftzeichen der Bronzeschrift gesammelt, die meisten davon sind heute entschlüsselt. Die Struktur der Bronzeschrift ist ziemlich ausgereift. Einige Bronzeeinschriften aus der Zhou – Dynastie umfassen 500 Zeichen.

  3. Die Kleine Siegelschrift. Sie ist eine in der Qin-Dynastie (221 v. Chr. bis 206 v. Chr.) gebräuchliche Schrift und heist desahlb auch „Qin-Siegelschrift“. In der Periode der streitenden Reiche waren die Schriften in verschiedenen Regionen Chinas verschieden. Nach der Vereinigung des Landes durch Kaiser Qin Shi Huang wurden die Schriften kollationiert und vereinfacht. Auf der Grundlage der Großen Spiegelschrift, auch „Zhou-Schrift“ genannt, die in der Frühlings- und Herbstperiode (770 v. Chr. bis 476 v. Chr.) und in der Periode der Streitenden Reiche (475 v. Chr. bis 221 v. Chr.) im Qin-Staat benutzt wurde, entstand die Kleine Siegelschrift als standardisierte Schrift für das ganze Land. Die Standardisierung hat bei der Normierung der chinesischen Schrift eine große Rolle gespielt.

  4. Die Kurialschrift. Sie war in der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) gebräuchlich. Sie entstand gegen Ende der Qin-Dynastie und wurde bis zur Periode der Drei Reiche benutzt. Daher hieß sie auch „Han-Kurialschrift“, „Zuoshu“, „Bafen“ usw. Bei den Schriftzeichen der Frühzeit der Kurialschrift sind die Spuren der Kleinen Siegelschrift noch zu sehen. Später vermehren sich wellenförmige , nach rechts fallende Striche, die ein besonderes Merkmal der Kurialschrift wurden. Mit ihrer Entstehung wurde die Grundlage der modernen Normalschrift gelegt, und sie markiert den Übergang von der alten chinesischen Schrift zur modernen – ein wichtiger Wendepunkt in der Entwicklungsgeschichte der chinesischen Schrift.

  5. Die Normalschrift. Sie entstand in den letzten Jahren der Han-Dynastie und wird bis zum heutigen Tag geschrieben. Da all ihre Schriftzeichen eine quadratische Form mit waagerechten und senkrechten Strichen ausgebildet haben, kann sie als „Muster“ dienen. Daher wird sie auch „standardisierte Schrift“ oder „wahre Schrift“ genannt. Viele namhafte Kaligraphen in allen früheren Dynastien wurden mit Kalligraphie in Normalschrift weltbekannt.

  6. Die Konzeptschrift. Sie entstand in den Anfangsjahren der Han-Dynastie noch vor der Normalschrift. In ihrer Frühzeit war sie eine Variante der Kurialschrift als schnelle Handschrift. Deshalb hieß sie zuerst „schnell geschriebene Kurialschrift“ und später „Siegel-Schnellschrift“. Nach der Han-Dynastie entwickelte sie sich zur „modernen Schnellschrift“. Diese Schriftart entfernte sich von allen noch in der „Siegel-Schnellschrift“ beibehaltenen Spuren der Kurialschrift und wird mit fließendem Pinselstrich in gerundeten Strichen geschrieben. In der Tang-Dynastie (618 bis 907) entstand daraus die „wilde Schnellschrift“, die noch freieren, schwer entzifferbaren Strichen geschrieben wird. Heute ist mit „Konzeptschrift“ die „moderne Schnellschrift“ gemeint.

  7. Die Schreibschrift. Es handelt sich um eine Schriftart, die eine Kombination von Normalschrift und Konzeptschrift war. Sie wird seit der Periode der Drei Reiche (220 bis 280) und der Jin-Dynastie (265-420) benutzt. Die Schrift kann man schneller als die Normalschrift schreiben, aber leichter als die als die Konzeptschrift entziffern. Deshalb ist sie am weitesten verbreitet. Wenn die Schreibschrift sich mehr an der Normalschrift orientiert, nennt man sie „Normal-Schreibschrift“, und wenn sie sich mehr an der Konzeptschrift richtet, wird sie als „Konzept-Schreibschrift“ bezeichnet. Zwischen beiden lässt sich kaum eine klare Trennungslinie ziehen.

    Ferner entstanden von Anfang an viele vereinfachte Schriftzeichen, die man „populäre Zeichen“ oder „griffige Zeichen“ nennt, um das Schreiben zu erleichtern. Im Laufe der Entwicklung der chinesischen Schrift wurden die Schriftzeichen vereinfacht wie auch kompliziert. Jedoch ist die allgemeine Tendenz, dass die Schriftzeichen vereinfacht werden. Seit alters gab es vereinfachte chinesische Schriftzeichen, aber in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts begann die chinesische Regierung, die in früheren Zeiten im Volk gebräuchlichen vereinfachten Schriftzeichen zu kollationieren und zu studieren und sie offiziell zum Gebrauch zu bestimmen.

Die chinesische Schrift - Die Geschichte

Pinyin - die Standardisierte Umschrift (Lautschrift) - 汉语拼音

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