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Die Geschichte der chinesische Mauer - Die Alarmfeuertürme, das älteste Nachrichtensystem

Alarmfeuertürme dienten zur Übermittlung militärischer Nachrichten. Weil sie bei Tage die Meldungen durch Rauch ("sui") und nachts durch Feuer ("feng") signalisierten, wurden sie auch "fengsui" genannt. Die runden oder eckigen Alarmfeuertürme waren manchmal von kleinen, pavillonförmigen Aufbauten gekrönt, und so nannte man sie auch "Tingsui" (Rauch beim Pavillon).

Schon im 8. Jahrhundert v. Chr. während der Westlichen Zhou-Zeit wurden Alarmfeuertürme gebaut. Vom Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. bis zum Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr., also während der Qin- und der Han-Dynastie, wurden die Alarmfeuertürme und das System der Nachrichtenübermittlung weiter entwickelt. Und während der Tang-Dynastie, als die Bauarbeiten an der Großen Mauer zwar nur in geringem Umfang weitergeführt wurden, legte man dennoch großen Wert auf den Ausbau der Alarmfeuertürme. Hinsichtlich der Baukonstruktion, der Benutzung und der Verwaltung wurden viele neue Bestimmungen ausgearbeitet. Die Ming-Dynastie war dann die letzte Dynastie, die die Bauarbeiten an der Großen Mauer fortführte, und dabei wurden Alarmfeuertürme von bester Qualität gebaut. Die meisten der heute noch gut erhaltenen Alarmfeuertürme stammen aus dieser Zeit.

Der Peking-Mensch vor rund 400000 Jahren benutzte schon Feuer. In der Periode der Sippengesellschaft pflegte man bei vielen Zeremonien - wie zum Beispiel dem Himmel zu opfern, um Regen zu beten oder für eine reiche Ernte zu danken - Altäre zu bauen und darauf Zweige und getrocknete Gräser sowie Fleisch und andere Opfergaben zu verbrennen. Man glaubte, dass durch den aufsteigenden Rauch der Himmel die Opfergaben empfange, und hoffte, dass er den Menschen dafür Glück und Frieden gewähre.

Wurde in einem Dorf dem Himmel ein solches Opfer dargebracht, so sah man im Nachbardorf den Rauch und die früheste Form der Nachrichtenübermittlung durch Feuer und Rauch gewesen sein.

Vorschriften für Alarmfeuertürme

Für den Bau der Alarmfeuertürme und ihre Ausstattung sowie für die Übermittlung der Feuer- und Rauchsignale wurden im Laufe der Zeit viele Vorschriften erlassen.

Erstens mussten die Alarmfeuertürme auf Bergen oder Hügeln errichtet werden, damit sie von weitem zu sehen waren. Während der Tang-Dynastie wurde der Abstand zwischen den Alarmfeuertürmen auf 15 Kilometer festgelegt. Im Gebirge konnte sich der Abstand der Topographie anpassen. In der Ming-Dynastie wurde in der Regel alle fünf Kilometer ein Alarmfeuerturm errichtet.

Zweitens muten je drei Alarmfeuertürme in Sichtweite zueinander gebaut werden.

Drittens musste jeder der Türme oben mit vier Rohren in bestimmten Abständen ausgestattet sein, damit man die Rauch- oder Feuersäulen leicht zählen konnte.

Viertens mussten die Alarmfeuertürme mit den Wachmannschaften auf der Großen Mauer und mit den militärischen und zivilen Institutionen enge Verbindung halten. Dementsprechend wurden sie beiderseits der Großen Mauer, zwischen den Präfekturen oder Kreisen entlang der Großen Mauer und zwischen der Großen Mauer und der Hauptstadt angelegt. Manche Alarmfeuertürme wurde aber auch weit außerhalb der Großen Mauer errichtet. Sie waren dafür zuständig, möglichst schnell der Kommandostelle der Großen Mauer über Feindbewegungen zu berichten.

Baumaterialien und Formen der Alarmfeuertürme

Es gab Alarmfeuertürme aus Lehm, aus Bruchsteinen und aus Ziegelsteinen. Beim Badaling-Mauerabschnitt und beim Jinshanling-Mauerabschnitt im Kreis Luanping in der Provinz Hebei kann man viele aus Ziegeln und Bruchsteinen gemauerte Alarmfeuertürme sehen. Sie stammen meistens aus der Ming-Dynastie. Beim Mauerabschnitt Huangyaguan im Kreis Jixian von Tianjin gibt es noch aus Stein gemauerte Alarmfeuertürme aus der Nördlichen Qi-Dynastie vor 1400 Jahren. In Ningxia, Gansu, Shaanxi, Shanxi und der Inneren Mongolei sind sogar viele Alarmfeuertürme aus Lehm noch teilweise erhalten. Manche von ihnen stammen aus der Han-Zeit und manche aus der Ming-Dynastie. Ihre Ruinen sind teils bis zu zehn Meter hoch. Von manchen sind jedoch nur noch Erdhaufen übriggeblieben.

In der Nähe des Passes Yumenguan in der Provinz Gansu wurden die Alarmfeuertürme ebenso wie die Große Mauer in der Weise gebaut, dass man Schilfrohre und Tamariskenäste sowie Sand und Kies abwechselnd aufeinander schichtete und feststampfte. Auch die Treppen innerhalb der Alarmfeuertürme wurde aus denselben Materialien angelegt, wobei man die Stufenränder mit natürlichen Fasern verstärkte.

Alarmfeuertürme waren normalerweise viereckig oder rund und hatten eine Höhe von einigen Metern bis über zehn Meter. Oben auf der Terrasse stand ein Häuschen, das den Wachsoldaten als Lagerraum und Wohnstätte diente. Alarmfeuertürme hatten keine Seitentreppen, man benutzte vielmehr Strickleitern. Rings um einen Alarmfeuerturm war eine Mauer angelegt. Sie diente einerseits als Schutz vor Feinden und andererseits konnte man innerhalb der Mauer Rinder, Schafe und Pferde halten.

Wachpersonal und Alarmsystem

Ein Alarmfeuerturm war gewöhnlich mit vier bis sieben Personen besetzt, bei großen Alarmfeuertürmen konnten es auch bis zu zehn Soldaten sein. In jedem Turm gab es einen Gruppenleiter und einen Stellvertreter. Neben dem Wachdienst gab es vielerlei Tätigkeiten wie Rinder und Schafe weiden, Brennholz beschaffen, Rinder- und Wolfsmist sammeln und den Turm instand halten.

Da die Alarmsignale durch Rauch oder Feuer damals von großer Wichtigkeit waren, legten alle Dynastien strenge Vorschriften fest. Schon in der Han-Dynastie durften sich die Wachsoldaten nicht weit vom Alarmfeuerturm entfernen, sonst wurden sie bestraft. Sobald ein Feind gesichtet wurde, musste blitzschnell Meldung darüber erstattet werden. Wenn die Ersatztruppen dank einer rechtzeitigen Meldung schnell anrückten und den Gegner überwanden, wurden die Wachmannschaften ausgezeichnet. Schwere Strafen hingegen waren für den Fall angedroht, dass es durch ihre Schuld zu Schwierigkeiten kam.

Wie militärische Nachrichten durch Rauch und Feuer übermittelt wurden, war von Zeit zu Zeit unterschiedlich. Während der Tang-Dynastie war es so, dass je ein Feuer morgens und abends bedeutete, es herrsche Ruhe. Wenn Feinde anrückten, wurden zwei Feuer angezündet. Handelte es sich dabei um Reitertruppen, wurde dies durch drei Feuer angezeigt. Der Sieg über einen Gegner bzw. dessen Rückzug wurde in der Form gemeldet, dass zweimal hintereinander Fackeln angezündet und sogleich wieder gelöscht wurden.

In der Ming-Dynastie wurden zusätzlich zu den Feuersignalen Kanonenschüsse abgegeben. Bis zu 100 Feinde wurden durch ein Feuer und einmaligen Geschützdonner angezeigt, bis zu 500 Mann durch zwei Feuer und zweimalige Kanonenschüsse; um 1000 Angreifer werden durch drei Feuer und dreimaligen Kanonenabschuß signalisiert, über 5000 durch vier Feuer und viermaliges Schießen und über 10000 durch fünf Feuer und fünf Kanonenschüsse. Ferner war vorgeschrieben: Bei einem Feuer und einem einmaligen Kanonenschuß musste zudem Meldung an den Kreis und den Bezirk erstattet werden; bei zwei oder mehr Feuern und der entsprechenden Zahl von Kanonenschüssen war die Hauptstadt zu benachrichtigen.

Alarmfeuer und Pferdepost

War es stark bewölkt und diesig, so dass die Rauchsignale nicht gut gesehen werden konnten, musste jemand von der Mannschaft des Alarmfeuerturms ein Pferd nehmen und die fälligen Meldungen selbst weitergeben. Wurden Informationen auf diese Art etappenweise weitergegeben, so nannte man das im alten China "Pferdepost". Ihre Entstehung reicht bis in die Shang-Dynastie zwischen dem 17. und 11. Jahrhundert v. Chr. zurück. Nach der Verbreitung der Alarmfeuertürme konnten die Nachrichten zwar schneller übermittelt werden, doch die Genauigkeit ließ zu wünschen übrig. So legte die Tang-Regierung fest, dass nach einem Signalfeuer der jeweilige Kreis oder Bezirk, der die Meldung erstattete, einen Beamten mit einem schriftlichen Bericht über die Feindeslage in die Hauptstadt schicken musste. So wurden das Alarmfeuersystem und die Pferdepost miteinander verbunden. Mit Beginn der Sui-Dynastie (581-618) waren die Pferdepostinstitutionen dem Verteidigungsministerium unterstellt. Dieses System wurde dann bis zum Ende der letzten feudalen Dynastie Chinas beibehalten.

Baumaterialien und ihr Transport

Der Bau der Mauerwände, Festungsstädte, Burgen und Alarmfeuertürme verschlang riesige Mengen von Lößerde, Steinen und Holz, und in der Ming-Dynastie wurden außerdem viele Ziegel und viel Kalk gebraucht. Die Beschaffung und der Transport dieser Materialien erforderten einen immensen Aufwand. Manche der Fundamentsteine wogen 1000 Kilogramm, und die Ziegelsteine konnten bis zu 25 Kilogramm schwer sein.

Die topographische Lage auszunutzen war ein wichtiges Prinzip beim Bau der Großen Mauer. In dem Buch Historische Aufzeichnungen berichtet Sima Qian, dass bereits General Meng Tian um 200 v. Chr. dem Prinzip "Die topographische Lage zugrunde legen und in den Bau möglichst natürliche Hindernisse einbeziehen" gefolgt sei. An steilen Stellen konnten die Mauerstrecken niedriger gebaut werden, so wurde Baumaterial gespart und die Transportarbeit erleichtert.

Das andere wichtige Prinzip beim Mauerbau war, möglichst örtliche Ressourcen in Anspruch zu nehmen. In flachen Gebieten mit Lößboden errichtete man die Mauer vor allem aus festgestampfter Erde, während man anderswo Kiesel- und Bruchsteine verwendete. Wo es felsige Gebirge in der Nähe gab, wurden Felsblöcke herausgemeißelt. Und um Ziegelsteine und Kalk zu bekommen, baute man in der Nähe der Baustellen Brennöfen.

Obwohl man also das Beschaffen des Baumaterials und den Transport gut durchdacht hatte, war es oft äußerst schwierig, die Ziegelsteine und Steinblöcke sowie das Holz und den Kalk zu den einzelnen Baustellen zu bringen, weil die Große Mauer an vielen Stellen auf Bergen angelegt wurde. Damit alles dennoch möglichst reibungslos ablief, richtete man mehrere Abteilungen ein, die jeweils für ganz bestimmte Aufgaben zuständig waren.

Das Transportproblem wurde auf dreifache Weise gelöst. Erstens durch menschliche Arbeitskraft: Man schleppte die Lasten entweder auf dem Rücken, auf der Schulter oder an Tragestangen, oder es wurden Menschenketten gebildet und die Baumaterialien Stück für Stück weitergereicht.

Zweitens durch einfache mechanische Werkzeuge: Man benutzte Seilwinden und rollte schwere Steine über Baumstämme. Im flachen Gelände und auf sanften Anhängen transportierte man Baustoffe mit Karren.

Drittens durch Tiere: Beim Mauerbau wurden auch Esel und Maultiere zum Transport eingesetzt und beim Bau des Mauerabschnitts Badaling sogar Ziegen. Man lud ihnen Ziegel auf und trieb sie dann den Berg hoch.

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