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Die Geschichte der chinesische Mauer - MauerwandZur größten Verteidigungsanlage, die jemals in der Welt gebaut wurde, gehörten, wie bereits erwähnt, noch Wallgräben, Wachtürme, Alarmfeuertürme, kleinere und größere Festungen und Basteien. Die einzelnen Abschnitte der Mauer verfügten ferner über Depots, und alle Einrichtungen standen in enger Verbindung mit den Präfekturen und Kreisen der Grenzgebiete, die wiederum laufende Kontakte mit der Hauptstadt hatten, was den Herrschern aller Dynastien eine direkte Befehlsgewalt ermöglichte. Mauerwände auf Bergrücken Die Mauerwände wurden vorzugsweise auf Bergrücken und an wichtigen Verkehrswegen angelegt. An vielen Stellen wurden aufragende Felsen in das Bauwerk einbezogen. Die Überwindung solcher Mauerabschnitte auf Bergrücken war, zumal diese strategischen Punkte besonders stark bewacht wurden, praktisch unmöglich. Der zwischen dem Gebirge Qilian und dem Berg Heishan gelegene Paß Jiayuguan in der Provinz Gansu ist nur einige Dutzend Kilometer breit. Während der Ming-Dynastie baute man hier einen Nord-Süd-Richtung verlaufenden Mauerabschnitt, womit der Verkehr nach Osten und Westen vollständig unter Kontrolle gebracht wurde. Wallgräben außerhalb der Mauer Um die Verteidigungsfähigkeit der Großen Mauer zu erhöhen, wurden außerhalb von manchen Mauerabschnitten Wallgräben ausgehoben. Schon die Große Mauer der Jin-Dynastie verfügte über viele solcher Gräben. An manchen wichtigen Abschnitten wurden sogar Doppelmauern mit zwei Gräben angelegt. Auch die Stadt Datong in der Provinz Shanxi wurde, als man hier die Ming-Mauer baute, mit Wallgräben außerhalb der Mauer zusätzlich geschützt. Jenseits der Gräben pflanzte man viele Bäume. Die meisten der einstigen Wallgräben sind inzwischen zugeschüttet. Rings um die Festungsstadt Shanhaiguan allerdings sieht man noch einen Wassergraben, der aus der Zeit stammt, als Shanhaiguan zur Festung wurde. Festungen an strategisch wichtigen Stellen Die "bao" genannten Festungen der Ming-Zeit waren mit Unterkünften für die Truppen ausgestattet und lagen gewöhnlich dicht in der Nähe der Pässe oder an anderen wichtigen Verkehrspunkten. Sie waren Bestandteile der Großen Mauer und in der Regel von eigenen Mauern umgeben. In den größeren Festungen wohnte auch Zivilbevölkerung, und in manchen befanden sich Alarmfeueranlagen. Alarmfeuertürme Entlang der Mauer, aber auch zwischen der Mauer und den Präfekturen und Kreisen, wurden zahlreiche Alarmfeuertürme gebaut. Es waren freistehende hohe Türme, oben mit Beobachtungsräumen und unten mit Wohnräumen für die Wachmannschaften. Ihre Aufgabe war die Übermittlung von militärischen Meldungen, und zwar am Tag durch Rauch und nachts durch Feuer. Das Signalsystem folgte nach genauen Alarmierungsregeln. Auf diese Alarmfeuertürme kommen wir später nochmals zurück Stabile trapezförmige Konstruktion Mit ihrem trapezförmigen Querschnitt war das Mauerwerk besonders fest und stabil. Die bei Beijing gelegene Badaling-Mauer z.B. ist unten 6,5 Meter breit, oben jedoch nur 5,8 Meter. Die Jinshanling-Mauer im Kreis Luanping, Provinz Hebei, misst unten 6 Meter und oben 5 Meter. Der Mauerabschnitt bei der Festung Jiayuguan hat an der Basis eine Breite von 5 Metern und oben eine Breite von 2 Meter. Die Maße sind zwar überall verschieden, doch der Querschnitt der Mauer hat stets Trapezform. Die Topographie bestimmte die Mauerhöhe Die durchschnittliche Höhe der Mauer war 7 bis 8 Meter. Im flachen Gelände war sie höher, an steilen Berghängen hingegen nur 3 bis 5 Meter hoch. Ferner wurde die Mauer in den Bergen so angelegt, dass an der Außenseite der Mauer die Abhänge steiler waren als an der Innenseite, um Feinde besser abwehren zu können. Strategisch wichtige Gebiete mit mehreren Mauern In manchen strategisch wichtigen Gebieten begnügte man sich nicht mit einer einzigen Mauer. Durch den Nordwesten der Provinz Hebei und durch den Nordosten der Provinz Shanxi führte z.B. ein wichtiger Verkehrsweg zwischen Beijing und der mongolischen Steppe. In diesem Gebiet wurden in der Ming-Zeit zwei Mauern gebaut, nämlich die bereits erwähnte innere und die äußere Mauer. Der Durchgang im Gebirge Helan im Westen des Autonomen Gebiets Ningxia war eine Engstelle zwischen West und Ost. Hier wurden drei Mauern angelegt. Und im Nordwesten der Provinz Hebei wurden an manchen strategisch wichtigen Stellen sogar zehn bis zwanzig Mauern gebaut. Doppelwandige Mauern und einzelne Wände Neben den soppelwandigen Mauerstrecken gab es auch solche mit nur einer einzelnen Wand. Meistens bestand die Mauer aus zwei Wänden. Auf dem Kopf der doppelwandigen Mauer befand sich eine etwa 4,5 Meter breite Passage. Die Innenseite der Passage war mit einer ca. 1 Meter hohen Schutzwand versehen, während die Außenwand von einer etwa 2 Meter hohen Zinnenwand gekrönt war. Die Mauerabschnitte Badaling, Mutianyu, Jinshanling und Shanhaiguan sind doppelwandige Mauern. Es gibt noch Mauern, die sowohl an der Außen- als auch an der Innenseite mit Zinnenwänden versehen sind. Diese Ausführung ist jedoch nur an sehr wenigen strategisch wichtigen Stellen anzutreffen. Mauern mit einzelner Wand aus Ziegeln wurden nur selten auf sehr steilen Abhängen gebaut. Sie waren nur etwa 40 Zentimeter dick. Der östliche Teil der Simatai-Mauer im Kreis Miyun bei Beijing ist ein typisches Beispiel dafür. Diese Mauerstrecke aus einer Wand ist nur 500 Meter lang. Die Baumaterialien: Erde, Lehm, Bruchsteine, Ziegel und Holz Die sogenannten Erdmauern bestanden normalerweise aus gestampfter Lößerde oder aus Lehmziegeln. Es gibt noch Reste solcher Erdmauern aus dem einstigen Königreich Wei und aus der Sui-Dynastie, ferner aus der Qin-Dynastie (im Kreis Guyuan im Autonomen Gebiet Ningxia) und aus der Ming-Zeit (in den Provinzen Shaanxi und Gansu). Die jahrhunderte lange Erosion hat jedoch nicht mehr viel davon übriggelassen. An manchen Stellen sieht man nur noch niedrige Erdwälle. Viele Bruchsteinmauern sind dagegen bis heute relativ gut erhalten. Da sie sich meistens in verkehrsungünstigen Gebirgsgegenden befinden, bekommt man sie nur selten zu sehen. Ein Beispiel ist der westliche Teil der nördlichen Guanglu-Mauer aus der Han-Dynastie, der teils durch Wüste und teils durch Bergland führt. Die erhaltenen Mauerreste haben noch eine Fundamentbreite und eine Höhe von jeweils etwa 3 Metern. Die Mauerabschnitte aus dem Königreich Zhao und aus der Qin-Dynastie im Yinsan-Gebirge wurden ebenfalls aus Stein gebaut. Auch von ihnen sind etwa 3 Meter hohe Reste erhalten. 120 Kilometer von Beijing entfernt, am Paß Huangyaguan im Kreis Jixian, gibt es noch ein Stück Steinmauer aus dem 6. Jahrhundert. Es ist eine recht schmale Mauer, die auf steilem Berghang angelegt wurde, und deshalb schwierig zu besteigen. Erst während der Ming-Dynastie verwendete man für den Mauerbau Ziegel. Die Jizhou-Mauer ist dafür ein typisches Beispiel. Der Mauerabschnitt Badaling bei Beijing besteht aus einem Fundament aus tonnenschweren Steinquadern und Wänden aus graublauen Ziegeln. Der Raum zwischen den Wänden wurde mit Erde, Kieselsteinen und Kalksteinen ausgefüllt, und obendrauf kamen vier bis fünf Schichten von Ziegelsteinen. Eine auf diese Weise gebaute Mauer war sehr massiv und hielt auch stärksten Angriffen stand. An manchen Stellen dienten auch aufragende Felsen als Teile der Mauerwände, wie bei den Mauerabschnitten Badling und Simatai in Beijing und Huangyaguan im Kreis Jixian bei Tianjin. In Wüstengebieten wurde, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, die Mauer durch abwechselnde Schichten von Sand und Kies sowie Schilfrohr und Ruten errichtet. Reste einer solchen Mauer sind beim Paß Yumenguan in der Provinz Gansu zu sehen. Wo es sehr steile Felswände gab, wurde die Mauer auch schon mal herausgemeißelt, was man dann als "Meißelwand" (pishan qiang) bezeichnete. Und verschiedentlich - wie bei der Festung Jiayuguan - wurden auf schroffen Felshängen nach entsprechender Bearbeitung Holzgitterwände aufgepflanzt, wofür man die Bezeichnung Felsen-Gitter-Mauer prägte. Im waldreichen Nordostchina schließlich errichtete man Berrieren aus zusammengebundenen rohen Baumstämmen. Solche Teile der Großen Mauer haben dem Zahn der Zeit natürlich nicht standgehalten. Daß es sie gab, wissen wir aus historischen Schriften. Kampfterrassen und Wachtürme In geringen Abständen wurden an der Großen Mauer vorspringende Terrassen angelegt, die man auch "Pferdeköpfe" (mamian) nannte. Die Vorsprünge waren etwa ein bis mehrere Meter lang. Die Außenseiten waren mit Zinnenwänden versehen, die zudem kleine Öffnungen zur Beobachtung der Feinde und Schießscharten hatten. Solche Kampfterrassen lassen sich bis in die Han-Zeit zurückverfolgen. Manche Kampfterrassen aus der Jin-Zeit hatten sogar Vorsprünge von fast 20 Metern. Für die Verteidigung spielten die Kampfterrassen eine wichtige Rolle. Wenn sich Feinde der Mauer näherten, konnten sie gleich von drei Seiten aus angegriffen werden. Je nach miltärischer Notwendigkeit wurden die Kampfterrassen in unterschiedlichen Abständen angelegt. Heute noch kann man solche Kampfterrassen sehen, und auf manchen gibt es noch Fundamente von Bauten, die darauf gestanden hatten. Die zahlreichen Wachtürme, die einst auf der Großen Mauer emporragten, sahen von ferne wie Burgen aus. Manche war einstöckig, andere zweistöckig. Sie wurden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Ming-General Qi Jiguang eingeführt. Im Jahr 1567 wurde von Ming-General Qi nach Nordchina versetzt. Er war zuständig für die Verteidigung der Festungsstadt Jizhou. Als er sah, wie die Wachsoldaten Wind, Regen und glühender Sonne ausgesetzt waren und dass es für Getreide und Munition keine vernünftigen Lagerstätten gab, hatte er die Idee, solche Türme bauen zu lassen. Sie wurden aus graublauen Ziegelsteinen gemauert, waren meist viereckig und 5 bis 10 Meter hoch. Oben hatten sie Zinnenwände mit Schießscharten und in der Mitte ein kleines Haus. Die Dachhäuser sind mit wenigen Ausnahmen verschwunden. Bei der Mutianyu-Mauer hat man einige originalgetreu wieder aufgebaut. Während seiner Amtszeit ließ Qi Jiguang entlang des Mauerabschnitts zwischen dem Paß Shanhaiguan und Mutianyu mehr als 1000 Wachtürme anlegen. Wasserablaufsystem Um die Mauer vor Erosion durch Regen zu schützen, versah man sie mit Abflussrinnen. Das Wasser floß dann durch Öffnungen an der Mauerwand und durch weit hinausragende steinernen Rohre ab. Um zu verhindern, dass Feinde an den Wasserrohren auf die Mauer klettern, wurden diese Rohre nur an der Innenseite der Mauer angebracht.
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