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Die Geschichte der chinesische Mauer - Han-Dynastie

Bedrohungen durch die Hunnen

Im Jahr 206 v. Chr. wurde die erste feudale Dynastie Chinas nach einer Dauer von nur 15 Jahren durch die Han-Dynastie abgelöst.

Während Liu Bang, der Begründer der neuen Dynastie, noch um die Herrschaft kämpfte, erstarkten im Norden unter Führung des Königs Modu wiederum die Hunnen. Modu baute ein straff organisiertes Reiterheer auf, und nachdem er andere Hunnenstämme annektiert hatte, besiegte er im Westen den Volksstamm Yuezhi und im Osten die sogenannten Ost-Hunnen. Seine Macht wurde immer größer und bedrohte schließlich die Han-Dynastie.

Die junge Han-Dynastie war wirtschaftlich und militärisch noch ziemlich schwach. Modu nutzte diese Schwäche aus, überwand mit seinen Reitern den Paß Yanmenguan und drang bis zur Stadt Taiyuan vor. Nun war selbst die Hauptstadt Chang´an bedroht. Liu Bang, Kaiser der Han-Dynastie, zog mit 320000 Soldaten gegen den Feind ins Feld. Zum Schluß wurde er auf dem Berg Baideng bei Datong, Provinz Shanxi, sieben Tage lang eingeschlossen. Erst nach großen Anstrengungen konnte er ausbrechen.

Während der Regierungsperiode Wen Di (179-157 v. Chr.) wurde Lao Shang Anführer der Hunnen. Um seine Macht zu demonstrieren, überfiel er mehrmals die Grenzgebiete. Im Jahr 166 v. Chr. überwand er mit 140000 Reitern die Große Mauer und drang bis zur Festung Xiaoguan vor, dem nördlichen Zugang zur Guanzhong-Ebene. Von dort waren es nur noch zwei Tage bis zur Hauptstadt Chang´an. Dem Kaiser blieb nichts anderes übrig, als um Frieden nachzusuchen. Nach entsprechenden Zugeständnissen zogen sich die Hunnen dann endlich zurück.

Auch mit dem nächsten Hunnenführer Jun Chen gab es Probleme. Im Jahr 159 v. Chr. griff er die Han-Dynastie von Nordwesten, Norden und Nordosten an. Die Han-Regierung musste ihre Streitkräfte in alle drei Richtungen schicken. Im Nordwesten verteidigte man den westlichen Teil der Qin-Mauer, im Norden den Paß Yanmenguan und im Nordosten die Mauern der alten Staaten Zhao und Yan. Drei Monate lang zogen sich die Kämpfe hin, bis die Hunnen wieder abzogen.

Gegenmaßnahmen des Han-Kaisers Wu Di

Nach einer Erholungszeit von über 80 Jahren wurde die Han-Dynastie in der Regierungsperiode Wu Di (140-87 v. Chr.) dann recht stark. Nun ging die Dynastie von der langjährigen Defensive zur Offensive über.

Im Jahr 129 v. Chr. schickte Kaiser Wu Di General Wie Qing zu einer Strafexpedition gegen die Hunnen aus. Die Han-Truppen marschierten ins Gebiet der heutigen Inneren Mongolei und stießen bis zum Sitz des Hunnenführers vor. Sie errangen den ersten großen Sieg über die Streitmacht der Hunnen.

Zwei Jahre später führte General Wie Qing seine Truppen durch den Paß Yanmenguan und eroberte das von den Hunnen besetzte Hetao-Gebiet zurück. Anschließend marschierten die Han-Truppen westwärts bis auf das Gebiet der heutigen Provinz Gansu, wo sie den westlichen Teil der Qin-Mauer zurückgewannen. Und im Jahr 124 v. Chr. griff Wei Qing mit seinen Truppen vom Paß Langshankou im Westen des Yinshan-Gebirges an und bereitete den Hunnen eine Niederlage. Weitere Siege über Truppen der Hunnen errang im Jahr 121 v. Chr. General Huo Qubing, und zwar auf dem Gebiet des heutigen Ningxia, im Banner Ejin im Westen der Inneren Mongolei und im Qilian-Gebirge in Gansu. Von da an stand ein weites Gebiet im Süden des mongolischen Hochplateaus unter der Kontrolle der Han-Dynastie.

Im Jahr 119 v. Chr. führten die Generäle Wei Qing und Huo Qubing ihre Truppen vom Daqing-Gebirge und vom Yanshan-Gebirge aus nordwärts und fügten den Hunnen wiederum eine vernichtende Niederlage zu.

Nach all diesen Kämpfen war der Machtbereich der Hunnen bis auf den Norden des mongolischen Plateaus geschrumpft.

Erneute Restaurierung und Befestigung der Großen Mauer

In den frühen Jahren der Han-Dynastie ließen Kaiser Gao Zu (Liu Bang) und Kaiser Hui (Liu Ying) die Qin-Mauer am östlichen Ufer des Gelben Flusses im Gebiet des heutigen Ningxia restaurieren. Da das Land noch geschwächt war, blieb es jedoch bei einer Restaurierung geringen Umfangs. Erst unter Kaiser Wu Di, als das Land sich zunehmend erholte, begann eine umfangreiche Restaurierung der Großen Mauer.

Nachdem General Wei Qing im Jahr 127 v. Chr. die Hunnen besiegt hatte, schickte Kaiser Wu Di General Su Jian mit seinen Truppen zur Restaurierung und Befestigung der Großen Mauer der Qin-Dynastie. Doch während der Han-Zeit wurde die Große Mauer nicht nur restauriert, sondern auch ausgebaut.

Nachdem 121 v. Chr. General Huo Qubing den Hexi-Korridor zurückerobert hatte, errichtete die Han-Regierung dort sofort die Präfekturen Jiuquan und Wuwei und ließ anschließend die Mauer von Lingju (heute Kreis Yongdeng in der Provinz Gansu) nach Westen verlängern. Dieser neue Mauerabschnitt erstreckte sich bis zum Paß Yumenguan. In Abständen von etwa zwei bis fünf Kilometer wurde er mit Alarmfeuertürmen versehen.

Im Jahr 102 v. Chr. beauftragte Kaiser Wu Di General Lu Bode damit, im Banner Ejin im Nordwesten der heutigen Mongolei und entlang dem südlichen Ufer des Juyan-Sees den später als Juyan-Mauer bezeichneten Mauerabschnitt anzulegen, um den Verkehrsweg vom Plateau der Inneren Mongolei zum Hexi-Korridor abzuschneiden. Gleichzeitig ließ Kaiser Wu Di unter Leitung des Oberbefehlshabers Xu Ziwei zwei parallel verlaufende Mauern bauen, um die Verteidigungsfähigkeit innerhalb der Inneren Mongolei zu verstärken.

Die Han-Dynastie richtete entlang der Großen Mauer viele Stützpunkte ein, und in den Bergen sowie an Flüssen wurden zahlreiche Pässe und Festungen ausgebaut, die man "Saicheng" oder "Zhangcheng" (Festungsstadt oder Hindernisstadt) nannte. Außerdem wurde eine Kette von Alarmfeuertürmen gebaut, um beim Anrücken von Feinden schnell Alarmsignale durch Feuer oder Rauch mit Holz und Stroh weitergeben zu können.

Drei nebeneinander verlaufende Mauern

Keine Dynastie hat zum Ausbau der Großen Mauer einen so großen Beitrag geleistet wie die Han-Dynastie. Die Han-Mauer erstreckte sich schließlich vom Paß Yumenguan im Westen der heutigen Provinz Gansu bis in den Osten der heutigen Provinz Liaoning. Sie durchlief den Hexi-Korridor, zog sich dann nordostwärts den Gelben Fluß entlang, schlängelte sich in die Innere Mongolei und überwand die Gebirge Yinshan und Daqing.

Die Han-Mauer und die Qin-Mauer verliefen nebeneinander bis zum Ostteil des Daqing-Gebirges, wo sich die Han-Mauer dann nach Süden wandte. Sie passierte die Stadt Zhangjiakou und den Kreis Weichang und schlängelte sich in die Provinz Liaoning, wo sie schließlich den Fluß Yalu erreichte.


Die Große Mauer der Han-Dynastie

So verfügte die Han-Dynastie im Nordosten über drei nebeneinander verlaufende Mauern: die Mauerstrecke im Norden war die Qin-Mauer, die Mauer im Süden war die von der Han-Dynastie selbst gebaute Mauer, und dazwischen lag die Mauer der früheren Staaten Zhao und Yan.

Die Han-Mauer verband sich im Kreis Wuchuan in der Inneren Mongolei mit der Guanglu-Mauer. Die Guanglu-Mauer nahm hier ihren Anfang und teilte sich dann. Die südliche Mauerstrecke reichte bis in das Gebiet Ejin, wo sie an die Juyan-Mauer anknüpfte; die nördliche Mauer erstreckte sich über die Gobi hinweg bis in den Ausläufer des Altay-Gebirges. So entstanden zwischen dem mongolischen Hochplateau und dem Hexi-Korridor drei Verteidigungsanlagen, nämlich die nördliche Guanglu-Mauer, die südliche Guanglu-Mauer und die Juyan-Mauer. Dazwischen gab es noch mehrere bewachte Pässe und Festungen.

Die Han-Mauer vom Paß Yumenguan bis zum Fluß Yalu und die Juyan-Mauer sowie die beiden Guanglu-Mauern hatten eine gesamte Länge von über 10000 Kilometern. Damit war die Große Mauer zur Zeit der Han-Dynastie die längste Mauer in der chinesischen Geschichte.

Heute noch kann man Reste der Han-Mauer in den Provinzen Gansu, Shaanxi, Hebei, Liaoning und in den autonomen Gebieten Ningxia und Innere Mongolei sehen. Und im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang sind noch Alarmfeuertürme aus der Han-Dynastie zu erkennen.

Mauerstrecken in der Wüste

Im Nordwesten der Inneren Mongolei und im Hexi-Korridor in der Provinz Gansu verlief die Han-Mauer streckenweise auch durch Wüste. Man fragt sich, wie es möglich war, hier eine Mauer zu bauen, wo es weder Lößerde gab noch Steine gebrochen werden konnten.

Der Paß Yumenguan im Westen der Provinz Gansu, 80 Kilometer nordwestlich vom Kreis Dunhuang entfernt, befand sich in der Wüste Gobi. Der kleine Fluß Shule floß hier vorbei. Das Wasser sammelte sich manchmal an tiefen Stellen, dann wieder verschwand es auf rätselhafte Weise. Hier wuchsen Tamarisken, Schilf, Dornensträucher und Kräuter. In alter Zeit verlief hier ein wichtiger Weg von Gansu nach Xinjiang, und so richtete man in dieser Umgebung in der Han-Dynastie den Paß Yumenguan ein, baute eine Festungsstadt und legte die Mauer an. Die Festung ist nicht mehr da, doch wo einst die Kamelkarawanen der Händler entlangzogen, sind noch Ruinen von Burgen und Reste der Mauer zu erblicken.

Wie also hat man die Mauer hier gebaut? Man schichtete einfach Schilfrohre und Äste der Tamarisken sowie Sand und Kies abwechselnd aufeinander und stampfte alles fest. Die Schicht der Schilfrohre und Äste war etwa 4 bis 5 cm dick, die aus Sand und Kies 20 cm. Das Ganze wurde so gestampft, dass die Schilfrohre und Äste sich mit den jeweils darüber- und darunterliegenden Schichten aus Sand und Kies fest verbanden. Trotz einer über 2000jährigen Verwitterung durch Wind und Regen sind die Mauerwände an manchen Stellen noch drei Meter hoch und vier Meter dick.

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(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)



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