Die Geschichte der chinesische Mauer - Die Burgen
Zu beiden Seiten der Großen Mauer oder außerhalb von Festungsstädte wurden noch
viele kleine Verteidigungssiedlungen errichtet. Normalerweise beherbergten
sie nur Soldaten, doch in manchen wohnte auch eine kleine Anzahl von
Zivilpersonen. Einige solcher Burgen verfügten auch über einen Alarmfeuerturm.
Sie alle waren ein wichtiger Teil des Verteidigungssystems der Großen
Mauer. Falls sich Feinde näherten, konnten die auf der Großen Mauer stationierten
Streitkräfte, die Festungsstädte und die übrigen Verteidigungssiedlungen
gegenseitige Hilfe leisten.
Die Burgen waren nicht sehr groß. In der Inneren Mongolei
entdeckte man vier alte Standorte solcher Siedlungen. Sie waren quadratisch
mit einer Seitenlänge von etwa 450 Metern.
Nördlich der Gemeinde Narin im Banner Jungar in der Inneren
Mongolei gibt es eine Burgruine, die vom Westen nach Osten eine Länge
von 360 Metern hat und vom Norden nach Süden 410 Meter misst.
Heute wird die Innenfläche der Burg als Ackerland benutzt.
An manchen Stellen ist die Burgmauer noch 4 Meter hoch. Diese Gegend
an einer Biegung des Gelben Flusses war während der Qin- und der Han-Dynastie
ein wichtiger Militärstützpunkt. Die Qin-Mauer und die Han-Mauer führten
beide an dieser Stelle vorbei. Die Burg war offenbar eine von zahlreichen
Kasernen entlang der Großen Mauer.
Derartige Burgen hatten normalerweise nur ein Tor. Außerhalb
des Tors wurde manchmal noch ein Vorwerk angelegt, und außerhalb der
Mauer gab es Wassergräben. Manche Burgen verfügten an den vier Ecken
auch noch über vorspringende Kampfterrassen.
Obwohl viele Burgen inzwischen verfallen sind, konnte man
aus ihren Ruinen eine Menge historisch wertvoller Gegenstände freilegen.
Der Banner Ejin im Nordwesten der Inneren Mongolei war während der Han-Dynastie
ein militärisch wichtiges Gebiet. Der Abschnitt Juyan der Han-Mauer lief
hier vorbei, und zu beiden Seiten der Großen Mauer gab es Burgen. Im
Süden des Banners Ejin gab es eine aus Lehmziegeln gemauerte Burg namens
Pochengzi mit einer Seitenlänge von etwa 40 Metern. Die Mauern der Ruine
sind an manchen Stellen noch vier Meter hoch. Hier fand man u.a. einige
tausend hölzerne Schrifttäfelchen aus der Han-Zeit, Bogen und Pfeile,
kupferne Pfeilspitzen, Eisenpanzer, Netze und Jagdgeräte. Für die Erforschung
der damaligen militärischen Ausrüstungen und des Kasernenlebens sind
diese Funde überaus bedeutsam.
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