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Chinesische Kultur - Tee

Hier dürfte sicherlich unser Sonderthema "Die chinesische Teekultur" von Interesse sein.

China zählt zu den Ländern, die Tee am frühesten anpflanzten. Schon lange vor unserer Zeitrechnung wurde Tee in China als Arznei-, später als Genussmittel verwendet. In seinem Werk Cha Jing ("Tee-Buch"), das Lu Yu (733 - 804) in der Mitte des 8. Jahrhunderts verfasst hatte, legte er umfassend Ursprung, Anbau, Pflücken und Verarbeitung, Kochen und Kosten von Tee sowie die Beschaffenheit des Teegeschirrs dar. Es ist Chinas erste Monographie über den Tee. Lu Yu wurde von späteren Generationen als "Teegott" bezeichnet.

Schon zu Beginn der Han-Dynastie war Tee ein wichtiges Getränk der reichen Familien und eine Grabbeigabe. Während der Südlichen und Nördlichen Dynastien wurde das Teetrinken Teil des allgemeinen Gesellschaftslebens. Anfang des 9. Jahrhunderts wurde die Tee-Anbautechnik zuerst in Japan und dann in andere Länder eingeführt.

Früher sagte man: "Sieben Sachen braucht der Mensch, nämlich Brennholz, Reis, Speiseöl, Salz, gesalzene Sojabohnen und Weizenmehltunke, Essig und Tee". Hieraus kann man ersehen, dass Teetrinken schon längst zu einem wichtigen Teil des Gesellschaftslebens der einfachen Leute geworden war. Tee-Produktion und -Handel waren eine Quelle der Staatseinnahmen. In der Tang-Dynastie begann die Regierung, den Tee zu besteuern. Damals gab es im Land auch viele staatliche Teeplantagen, und es wurde die Politik des Monopolverkaufs von Tee durchgeführt.

Tee wurde hauptsächlich in den Einzugsgebieten des Mittel- und Unterlaufs des Yangtse und in Südwestchina angebaut. In Nordchina gab es früher sehr wenig Tee. Während der Song-Dynastie tauschte die Regierung eine große Menge Tee gegen hunderttausend Pferde der Nomadenstämme Nordchinas, um der Invasion dieser Stämme Widerstand zu leisten.
Tee ist ein leicht anregendes, durstlöschendes, verdauungsförderndes und harntreibendes Genussmittel. Wegen seines Gerbsäuregehalts wird Tee auch bei Darmkatarrhen als diätisches Heilmittel verwendet. In China ist es eine alte Gewohnheit, dass man bei Zusammentreffen Tee trinkt. Mit der Zeit ist eine Reihe von zeremoniellen Gepflogenheiten von Teeaufgießen bis Teeanbieten entstanden. Man spricht von der "Teezeremonie", die man auch in Japan übernommen hat.
Überall in China gibt es Teehäuser, und zwar vier Arten: Teehäuser im Beijing-, Suzhou-, Guangzhou- und Sichuanstil.
In einem Teehaus des Beijinger Stils kann man beim Teetrinken Kulturprogramme wie Balladensingen, Geschichtenerzählungen, komische Dialoge, Reimerzählungen zur Begleitung von Bambusklappen und Szenen der Peking-Oper verfolgen. Diese Tradition reicht zurück bis in die Song-Dynastie.

In Suzhou gab es einst viele private Gärten und luxuriöse Wohnhöfe. Darin wurden in alter Zeit Teehäuser eingerichtet. Hier konnte man sich während des Teetrinkens an der Umgebung erfreuen. Solche Teehäuser im Suzhoustil gibt es auch heute noch.

Während der Tang- und der Song-Dynastie war der Handel gut entwickelt, und so gab es viele spezielle Teehäuser in Guangdong, in denen sich Geschäftsleute trafen. In solchen Teehäusern des Guangdongstils werden auch Gerichte serviert.

In einem Teehaus im Sichuanstil kann man beim Teetrinken Schach, Mahjongg und Karten spielen.
In alter Zeit waren Teehäuser beliebte Treffpunkte von Gelehrten und Künstlern. Maler und Kalligraphen zeigten hier ihre Kunst, und Dichter gaben Kostproben ihrer Verse zu Gehör. Im allgemeinen waren Teehäuser, die die Gelehrten und Künstler besuchten, die besten Teehäuser. Hier boten Gastgeber ihren Gästen Qualitätstee an.

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