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Chinesische Kultur - SeideChina war das erste Land der Welt, in dem man Maulbeerbäume zur Seidenraupenzucht pflanzte und Seidenstoffe herstellte. Zahlreiche Fundstücke wie Seidenkokons, Seidenspinnräder und Seidenstoffe beweisen, dass man bereits vor 6000 bis 7000 Jahren mit der Seidenraupenzucht begonnen hatte. In einer Bronzeinschrift aus der Westlichen Zhou-Dynastie heißt es, dass man auf dem Markt ein Pferd und ein Ballen Seiden gegen fünf Sklaven tauschen konnte.
"Fütterung der Seidenraupen", ein Bild aus der Song-Dynastie (Teil) In alter Zeit war in China die Seidenraupenzucht Sache der Frauen, während die Männer den Ackerbau betrieben. Malereien aus verschiedenen Dynastien, insbesondere viele volkstümliche Neujahrsbilder, zeigen die Bodenbestellung durch die Männer und das Sammeln von Maulbeerblättern und Weben durch die Frauen. In einem Grab des Staates Chu der Streitenden Reiche vor mehr als 2000 Jahren wurden über 20 Stück Seidengewebe freigelegt. Bis heute haben sie ihre Farbe nicht verloren, die verschiedenartigen Muster darauf sind deutlich zu erkennen. Während der Nördlichen Song-Dynastie war die Seidenindustrie in Zhejiang und anderen Gebieten Ostchinas sowie in Sichuan in Westchina bereits weit entwickelt. Diese Gebiete waren damals die wichtigsten Seidenproduzenten des Landes. Vor allem die Seide aus Sichuan war von bester Qualität. Zu dieser Zeit gab es in Dongjing (heute Kaifeng, Henan), Hauptstadt der Nördlichen Song-Dynastie, eine Seidenfabrik, deren Spinner und Spinnerinnen alle aus der heutigen Provinz Sichuan kamen. Hier stellte man nur für den Kaiserhof und hohe Beamte Seide her. Bereits zu Beginn der Han-Dynastie waren Seide und Seidengewebe wichtige Exportartikel Chinas. Damals gab es eine Handelsstraße, die von Chang´an, der Hauptstadt der Westlichen Han, durch den Hexi-Korridor in der Provinz Gansu und die Oasen südlich und nördlich des Tarim-Beckens über die Pamir-Hochebene und Zentral- und Westasien bis zu den Häfen an der östlichen Küste des Mittelmeers führte. Die berühmteste Ware, die auf dieser Handelsroute nach Europa kam, war chinesische Seide, und so erhielt diese Route den Namen "Seidenstraße".
Webstuhl und Seidenfaden-Verarbeitung, Darstellungen aus der Ming-Dynastie Das Wort "Seidenstraße" wurde zuerst von dem deutschen Geographen Ferdinand von Richthofen im 19. Jahrhundert verwendet. Später nannten Historiker alle Handelsstraßen, die China mit den Westen verbanden, Seidenstraßen. So ist die "Seidenstraße" zu einem Synonym für den Kulturaustausch und Handel zwischen dem Osten und dem Westen geworden. In einem Zeitraum von über 2000 Jahren wurden viele chinesische Produkte, neben Seide vor allem Porzellanwaren und Tee, aber auch das Papierherstellungsverfahren und die Druckkunst über Handelswege zu Land und zu Wasser ins Ausland gebracht. Umgekehrt wurden ausländische Technologien, Musik, Tanzkunst und religiöse Ideen nach China eingeführt. Im alten Rom war die chinesische Seide sehr begehrt. Die Römer nannten China "Serice" (Seidenland). Gaius Julius Caesar (100 - 44 v. Chr.) soll als erster bei einem Theaterbesuch eine Seidenrobe getragen und großes Aufsehen erregt haben. Danach wurde es Mode, chinesische Seide zu tragen. Abgesehen von ihren Erfahrungen mit der Seidenraupenzucht und dem Seidenweben beherrschten die Chinesen auch sehr früh die Verarbeitung von Baumwolle, Hanf, Flachs und Jute. Ursprünglich waren die Hauptanbaugebiete von Baumwolle die heutige Provinz Fujian, die Insel Hainan und Nordwestchina. Im 12. und 13. Jahrhundert verbreitete sich die Baumwolle nach und nach in Zentral- und Südchina. In späteren Jahrhunderten ersetzten die Baumwollwaren allmählich die Seiden- und Hanfgewebe. Während der Ming-Zeit legte die Regierung fest, dass von der Steuer befreit wurde, wer mehr Baumwolle anbaute. Von da an wurde der Baumwollstoff der wichtigste Stoff für die Kleidung der Chinesen.
Chinesische Kultur - Die Entwicklung der chinesischen Zivilisation
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