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Chinesische Kultur - Koexistenz verschiedener Religionen
In China sind außer dem aus China stammenden Taoismus der Buddhismus, der Islam
und das Christentum verbreitet. Die konfuzianische Lehre, die in China
seit langem eine dominierende Stellung einnimmt, heißt Konfuzianismus.
Doch strenggenommen ist sie keine Religion.

Wandgemälde in den Magao-Grotten bei Dunhuang in Gansu
In China koexistieren verschiedene Religionen. Der Buddhismus, der Taoismus
und der Konfuzianismus wurden als die "Drei
Religionen" bezeichnet. Sie durchdringen einander. Jeder Bürger hat die Freiheit, sich zum
Buddhismus, zum Taoismus oder zum Konfuzianismus oder zu einer der
beiden anderen Religionen zu bekennen. Die Chinesen verehren die Begründer
des Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus als Heilige. Auf der Darstellung "San Jie Zhu Shen Tu" ("Zeichnung über verschiedene Götter der drei Welten") kann man erkennen, dass Lao Tse, der Begründer des Taoismus, Schakjamuni, der
Begründer des Buddhismus, und Konfuzius, der Begründer des Konfuzianismus,
Seite an Seite zu sehen sind. Sie haben den gleichen Status, ein Symbol
für die Gleichberechtigung der verschiedenen Religionen. So leben die
Mitglieder unterschiedlicher Glaubensgruppen friedlich miteinander.
Dass Glaubensvorstellungen aus dem Ausland in Gänze übernommen
werden wie in China ist selten, entspricht aber dem Geist der chinesischen
Kultur. Selbstverständlich müssen die Religionen und ihre Aktivitäten
den öffentlichen Sitten und Gebräuchen Chinas entsprechen. Sie dürfen
der Macht des Staates nicht entgegenstehen. Doch selbst wenn dies der
Fall war, erwiesen sich die Kaiser der verschiedenen Dynastien zumeist
als großzügig. Von alters her ist Glaubensfreiheit eine Tradition der
chinesischen Kultur.
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