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Chinesische Kultur - Papierherstellung und Druckkunst

Bitte beachten Sie auch unsere Artikel "Die chinesische Schrift"

Die frühesten Schriften Chinas sind die Orakelknochen- und Bronze-Inschriften sowie Inschriften auf trommelförmigen Steinen. In der Frühlings- und Herbstperiode schiebt man auf Bambustäfelchen und Seidenstoff. Das alles war natürlich sehr unpraktisch. Als einmal ein Minister dem Kaiser Wudi der Westlichen Han-Dynastie einen Bericht überreichte, mussten zwei Diener rund 3000 Bambustäfelchen zur Audienz schleppen. Und Seidenstoff war sehr teuer. Es war also dringend nötig, ein wohlfeiles Schreibmaterial zu erfinden.

Die Dongba-Schrift ist eine Bilderschrift, die von den Lehrern (Dongba) der Naxi-Nationalität, die die klassischen Werke der konfuzianischen Schule lehrten, gebraucht wurde.

Aufzeichnungen in historischen Büchern und Fundstücke beweisen, dass die Ursprünge der Papierherstellung in China in der Westlichen Han-Dynastie liegen. Wegen seiner schlechten Qualität diente das früheste Papier nur als Packpapier. Im Jahr 105 trug Cai Lun, ein Hofbeamter der Östlichen Han-Dynastie, bedeutend zur Verbesserung der Papierherstellung bei. Durch mehrmalige Tests gelang es ihm, aus Baumrinden, Hanffaserabfällen, Lumpen und alten Fangnetzen ein dünnes und besseres Papier herzustellen. Danach wurde dieses Verfahren zur Papierherstellung allmählich verbreitet. Bis zum 4. Jahrhundert ersetzte Papier als einziges Schreibmaterial Seide sowie Bambus- und Holztäfelchen und förderte somit die Verbreitung und Entwicklung der Wissenschaft und Kultur in China.

Nach dem 4. Jahrhundert kam mit dem Papier durch die Herstellungstechnik in andere Länder, zuerst nach Korea, dann nach Vietnam, Japan und Indien. Im 8. Jahrhundert erlernten die Araber von China die Papierherstellung. Soldaten aus Handwerkerkreisen der Tang-Dynastie kamen ins Arabische Großreich und errichteten dort die erste Papiermanufaktur außerhalb Chinas. Bis dahin hatte man in Arabien auf Schaffellen geschrieben. Im 11. Jahrhundert brachten die Araber die chinesische Papierherstellungstechnik in europäische Länder.

Bambustäfelchen aus der Zeit um das 8. Jahrhundert v. Chr.

Lange Zeit war die Verbreitung von Literatur nur durch Abschreiben möglich. Doch das Abschreiben nahm ungeheuer viel Zeit und Mühe in Anspruch, außerdem konnten dabei grobe Fehler und Irrtümer unterlaufen. Wegen des großen Aufwandes von Zeit und Arbeit gab es nur wenige Kopien, und so sind viele Werke aus alter Zeit verlorengegangen. Allmählich entstanden in China dann neue Methoden der Vervielfältigung von Bildern und Schriftzeichen. Von diesen Methoden ähneln der Stempel und die Gravur der Druckkunst am meisten.

Mit in Stempel geschnitzten Reliefs konnte man eine gut lesbare schwarze Schrift auf weißes Papier drucken. Ein Stempel konnte aber wegen seines kleinen Formats nur wenige Zeichen aufnehmen.

Bild links: Bambus abschlagen und wässern: Prozess der Papierherstellung (Ming-Zeit)

Von einer Platte mit eingravierten Schriftzeichen und Bildern konnte man einen Abruck mit weißen Bildern und Schriftzeichen erhalten. Steinabreibungen erschienen zuerst im 4. Jahrhundert. Sie stellen zwar eine primitive Druckmethode dar, legten jedoch eine Grundlage für die weitere Entwicklung der Druckkunst.

Im 8. Jahrhundert (manche sagen im 7. Jahrhundert) wurde in China der Holzblockdruck erfunden. Aus Holz wurden Platten hergestellt, und die zu druckenden Schriftzeichen wurden auf dünnes Papier geschrieben, das man umgekehrt auf die Platten klebte. Geschnitzt wurde dann so, dass die Schriftzeichen auf der Platte erhaben blieben. So konnten die Platten für den Buchdruck verwendet werden.

Nicht lang nach seiner Erfindung fand der Holzblockdruck schon Verwendung, um heilige Schriften und klassische Werke der konfuzianischen Schule des Kaiserhofs in großer Menge zu vervielfältigen. Der "Jingangjing" (Diamant-Kanon) gilt als die älteste erhaltene Schrift des Holzblockdrucks. Das Buch entstand im Jahre 868 und ist nun im Britischen Museum in London aufbewahrt.

In der Geschichte des Buchdrucks war der Holzblockdruck eine bedeutende Erfindung. Natürlich hatte diese Methode noch ihre Schwächen. Die Herstellung und das Schnitzen der Druckplatten nahmen so viel Material und Zeit in Anspruch, dass es unmöglich war, in kurzer Zeit ein Buch zu drucken. Bei manchen umfangreichen Büchern dauerte die Arbeit jahrelang.

Bewegliche Lettern aus Ton

In der Mitte des 11. Jahrhunderts entwickelte ein Erfinder namens Bi Sheng endlich ein Verfahren, das die Technik des Buchdrucks in China weiterentwickelte. Er schnitt einzelne Schriftzeichen in Würfel aus Lehm, die dann gebrannt wurden. So entstanden die ersten beweglichen Lettern. Die Typen wurden dann nach einem bestimmten System sortiert und mit Etiketten versehen und standen so in Regalen zu Gebrauch bereit. Beim Schriftsatz fügte man die Typen auf einer mit Randleisten versehenen Eisenplatte zusammen, die vorher mit Harz bestrichen worden war. Die Platte wurde nun erwärmt, so dass das Harz schmolz, worauf man die Druckplatte glattpreßte. Nach dem Druck wurde die Platte erneut erhitzt, damit das Harz wieder schmolz und die Lettern heruntergenommen werden konnten.

Die Drucktechnik mit beweglichen Lettern ermöglichte einen raschen und viel besseren Druck. Später benutzte man in China Holz, Zinn, Kupfer und Blei als Material zur Herstellung von beweglichen Lettern.

Im 13. Jahrhundert kam die Drucktechnik mit beweglichen Lettern nach Korea, Japan und Vietnam sowie in Länder Zentralasiens.

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