|
|
![]() |
|
Chinesische Kultur - PalästeDie Palast-Komplexe dienten Königen und Kaisern als Residenzen. Ihre Gesamtanordnung sollte Macht demonstrieren. Innerhalb eines Palastkomplexes sind alle Hauptbauten an einer von Süden nach Norden verlaufenden Achse und alle anderen Bauwerke symmetrisch im Westen und Osten angeordnet.
Im allgemeinen war der vordere Teil des Komplexes der Ort, wo die Kaiser die Staatsgeschäfte erledigten, und der hintere Teil der Wohnbereich und Vergnügungsort der kaiserlichen Familie. Der ganze Baukomplex ist von einer hohen Mauer umgeben. Vor dem Palast befinden sich der Ahnentempel und der Altar des Gottes des Ackers und des Gottes der Feldfrüchte. Hinter dem Palast waren Märkte. Die Paläste verschiedener Dynastien wurden alle nach diesen festen Muster erbaut. Ein typisches Beispiel dafür ist der Kaiserpalast in Beijing.
Der Kaiserpalast in Beijing, auch Zijincheng (Purpurne Verbotene Stadt) genannt, diente den Ming- und Qing-Kaisern als Residenz. Er ist der besterhaltene Palastkomplex in China. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 1407 und wurden 1420 beendet. Vom Einzug des Ming-Kaisers Zhu Di in den Palast im Jahre 1420 bis zum Sturz des letzten Qing-Kaisers Pu Yi im Jahre 1911 lebten 24 Ming- und Qing-Kaiser in diesem Palast. Der Kaiserpalast befindet sich in der Stadtmitte Beijings und hat eine Gesamtfläche von 720000 Quadratmetern. Er ist der größte und besterhaltene kaiserliche Gebäudekomplex der Welt. Die Mauer des Kaiserpalastes ist mehr als 10 Meter hoch und hat einen Umfang von mehr als 3 Kilometern. Außerhalb der Mauer ist der Palast von einem 52 Meter breiten und 6 Meter tiefen Wallgraben umgeben. An der westlichen, östlichen, nördlichen und südlichen Seite hat der Palast je ein Tor. An den vier Ecken der Mauer des Palastes steht je ein Wachturm.
Der Grundriß des Kaiserpalastes entspricht völlig der Gesamtanordnung
der Paläste vorheriger Dynastien. Der Palast ist in drei Teile untergliedert:
Waichao (der Außenhof), wo der Kaiser seine Minister zur Audienz empfing
und verschiedene Zeremonien stattfinden; Neiding (die Inneren Gemächer),
die Wohngemächer des Kaisers, der Kaiserin und der kaiserlichen Konkubinen,
sowie der Kaiserliche Garten. Der ganze Komplex des Kaiserpalastes repräsentiert den Leitgedanken
der Feudalgesellschaft "die kaiserliche Macht über alles" und die strenge feudale Ständeordnung. Die Hauptbauwerke des Palastes, die die
Macht des Kaisers repräsentierten, befinden sich entlang der Zentralachse.
Die Taihedian (Halle der Höchsten Harmonie), das wichtigste Bauwerk des
Palastes, liegt in der Mitte des Außenhofs. Das Wumen (Mittagstor, auch
Turm der fünf Phönixe genannt) ist das südliche erste Eingangstor zum
Kaiserpalast. An beiden Seiten des Wumen gibt es je zwei Tore. Während
der Ming- und der Qing-Dynastie durfte das Wumen nur vom Kaiser benutzt
werden. Minister und andere Beamte sowie Angehörige des Kaiserhofs gingen
durch vier Tore links und rechts des Wumen. Ein anderes Beispiel für
die feudale Sändeordnung sind die Nägel an den Flügeln der Tore des Kaiserpalastes.
Eigentlich befestigen Nägel Torflügel. Später wurden sie reine Ornamente
und noch später Attribute des Rangunterschieds. Während der Ming-Dynastie
legte die Regierung fest, dass ein roter Torflügel des Kaiserpalastes
neun Reihen von Nägeln haben musste. Jede Reihe hatte neun Nägel des Flügels von Residenzen der Beamten war der Reihe nach 49 bzw. 25 Nägel. Die
Farbe der Tore des Kaiserpalastes ist rot, die anderen Tore mussten grün
oder schwarz sein. Die Nägel der Tore des Kaiserpalastes waren golden,
die der anderen Tore kupfern oder eisern.
Chinesische Kultur - Die Entwicklung der chinesischen Zivilisation
Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
|
![]() |
|||||||||||||