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Chinesische Kultur - Die Lehre der konfuzianischen SchuleDie Schulen der verschiedenen Denkrichtungen und ihre Repräsentanten von der Vor-Qin-Zeit bis zur Früh-Han-Zeit. Die Frühlings- und Herbstperiode und die Zeit der Streitenden Reiche vor der Qin-Dynasrie waren von großer politischer Unruhe und Kriegswirren gekennzeichnet. Doch gleichzeitig kam es zu heftigen wissenschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Philosophenschulen und zum "Wettbewerb der hundert Schulen". Unter ihnen waren die konfuzianische, mohistische, taoistische und legalistische Schule die wichtigsten. In sozialen und politischen Angelegenheiten nahm jede ihre eigene Position ein. Alle beschäftigte die Frage, wie man eine gut organisierte, harmonische und glückliche Gesellschaft errichten kann. Der Begründer des Mohismus war Mo-tse (ca. 468 - 376 v. Chr.).
Er war der Meinung, dass der Grund für soziale Unruhen darin liege, dass
die
Menschen einander nicht liebten. Er trat dafür ein, dass man keinen
Unterschied zwischen Verwandten oder Nichtverwandten, zwischen Bekannten
oder Unbekannten
machen und alle Menschen lieben solle. Mit allen Mitteln bekämpfte
er Krieg und Annektierung. Die Mohistenschule predigte die Sparsamkeit
und
kämpfte gegen übermäßigen Aufwand und Verschwendung sowie umständliche
Formalitäten. In der Politik befürwortete Mo-tse die Beförderung von
fähigen Menschen. Strikt war er gegen das System der Ämtervererbung. Während der Zeit der Streitenden Reiche traten neben dem Konfuzianismus und der Mohistenschule der Taoismus und der Legalismus auf.
Konfuzius Der Begründer des Taoismus war Lao-tse. Aus dem Staat Chu stammend, lebte er ungefähr zur selben Zeit wie Konfuzius. Später entwickelte Zhuang Zi (ca. 369 - 286 v. Chr.) die Lehre von Lao-tse weiter. Der Taoismus kämpfte gegen strenge Regierungsverordnungen und befürwortete den Verzicht auf Eingriffe in den natürlichen Lauf der Dinge. Alle sollte sich den natürlichen Verhältnissen anpassen. Die ideale Gesellschaft des Taoismus sollte ein kleiner Staat mit geringer Bevölkerung sein, in dem alle Menschen ein bescheidenes Leben führten. Die taoistische Schule verachtete alle die Zivilisation fördernden Errungenschaften wie moderne Geräte, Werkzeuge und Fahrzeuge und trat dafür ein, sich auf die ursprüngliche Reinheit, Einfachheit und Natürlichkeit zurückzubesinnen. Sie betonte die absolute Freiheit des Individuums. In der chinesischen Geschichte existierte die taoistische Lehre als Ergänzung des Konfuzianismus. Mit ihrer Auffassung "in der Natur gehen" spornte die taoistische Lehre von Anfang eine Unmenge von Gelehrten an. Viele lebten zurückgezogen von der Welt.
Der führende Vertreter des legalistischen Schule Han Fein (280 - 233 v. Chr.). Er und seine Anhänger befürworten eine Stärkung der monarchischen Macht und Regierung des Staates durch Gesetz. Sie waren der Meinung, dass ein Monarch keine Begabung und keine hohe Moral zu besitzen brauchte. Er solle nur Gesetze und Verordnungen erlassen können. Bei der Durchführung der Gesetze sollte man vornehme und einfache Leute gleichberechtigt behandeln und unvoreingenommen belohnen und bestrafen. Han Fei machte Vorschläge zur Stärkung der Feudalherrschaft, die darauf hinausliefen, Gesetze, Taktik und Macht miteinander zu verbinden. "Taktik" sei das Mittel zur Kontrolle über Beamte und Volk. Herrschaft mit Gesetzen ohne Taktik könne Beamte nicht daran hindern, ihre eigene Macht auf Kosten der Autorität des Monarchen auszubauen. Andererseits würde die Herrschaft mit Taktik ohne Gesetz die Stabilität der Regierung schwächen. Zusätzlich zu Gesetz und Taktik brauche man Macht. Mit Macht war die oberste Autorität des Monarchen gemeint. Sie allein könne Gesetz und Taktik Wirkung verleihen. Alle drei - Gesetz, Taktik und Macht - wären unentbehrliche Werkzeuge des Monarchen. Die Ideologien der legalistischen Schule beeinflussten beträchtlich die spätere Politik. Ganz in diesem Sinne vereinigte Qin Shi Huang das Land und errichtete die erste feudale Dynastie in der chinesischen Geschichte - die Qin-Dynastie. Das System der Kaiserlichen Staatsdienstexamen Konfuzius gab die Devise aus: "Wer gut lernt, wird Beamter." Nach Ansicht von Konfuzius sollte es das Ziel des Studiums sein, sich mit Politik und Moralphilosophie zu befassen. Diese Auffassung übte einen großen Einfluß auf zahllose Intellektuelle späterer Zeiten aus. Die Kaiserlichen Staatsdienstexamen, die in China 1300 Jahre lang durchgeführt wurden, waren der einzige Weg, eine Beamtenlaufbahn einzuschlagen. Während der Han-Dynastie wurden die an der Höchsten kaiserlichen Lehranstalt Studierenden im allgemeinen von Sonderbeauftragten der Zentralregierung, manchmal von lokalen Behörden ausgewählt. Wer hoher Beamter werden wollte, musste die konfuzianische Werke eifrig studieren und dann das kaiserliche Examen bestehen. So wurde die konfuzianische Lehre die Grundlage des Bildungswesens im alten China. Das System der kaiserlichen Staatsdienstexamen nahm in der Han-Dynastie seinen Anfang. Allerdings wurde die Examen da noch von der Aristokratie und lokalen Beamten manipuliert. Sie trafen die Auswahl nicht nach der Fähigkeit, sondern nach sozialer Stellung, Herkunft und Reichtum eines Bewerbers. Außerdem war das Examenssystem noch bei weitem nicht sollständig. So konnte man auf diese Weise keine wirklichen Talente entdecken. Bis zur Sui-Zeit bildete sich das kaiserliche Prüfungssystem dann weiter heraus. Alle Bewerber waren ungeachtet ihrer Abstammung gleichberechtigt. Wer bei den Examen ein "ausgezeichnet" bekam, wurde sogleich als Beamter gewählt. Unter Leitung der Zentralregierung wurden die kaiserlichen Examen zur gleichen Zeit im ganzen Land abgehalten. Sie spornten die Studenten zum eifrigen Lernen an. So war dieses Prüfungssystem eine für diese Zeit gute Methode zur Auswahl qualifizierten Personals. Li Shimin, der zweite Kaiser der Tang-Dynastie, soll das System zur Auswahl seiner Regierungsbeamten einmal mit den Worten kommentiert haben: "Die Helden unter dem Himmel gehen in meine Falle." Indessen tauchten im Laufe der Zeit Probleme auf. Eines davon war die nicht gute gesellschaftliche Moral. "Nur Bildung und Gelehrsamkeit zählen, alles andere ist ohne Wert," hieß es. Diese Auffassung degradierte die Bildung und machte sie zum bloßen Tor in ein Amt. Anfangs wurden in den kaiserlichen Examen neben den Kenntnissen der konfuzianischen Werke noch Justizwesen, Mathematik und politische Ereignisse abgefragt. Später konzentrierten sich die Prüfungsfragen nach und nach allein auf Literatur und die orthodoxen Vorstellungen der konfuzianischen Schule. Theoretisch waren die kaiserlichen Examen unparteiisch, doch in Wirklichkeit kamen sie den Angehörigen jener Gesellschaftsschicht entgegen, die eine ausreichende Finanzkraft und Zeit für die Examensvorbereitung hatten. In verschiedenen Dynastien verfassten Literaten und Gelehrte Kommentare zu den konfuzianischen Werken, und die Regierung jeder Dynastie wählte Kommentare aus und ließ sie veröffentlichen. In den kaiserlichen Examen mussten die Bewerber jede Prüfungsfrage streng danach beantworten. Man dürfte keiner anderen Meinung sein. In der Ming- und der Qing-Dynastie wurde dieses Prüfungssystem besonders schlimm, als der "Achtgliedrige Aufsatz" aufkam. Dies war eine streng in acht Teile gegliederte Form der Erläuterung der konfuzianischen Werke mit einer vorgeschriebenen Anzahl von Wörtern, die auf bestimmte Weise angeordnet zu sein hatten. Dieser Aufsatz war für das Bestehen der Prüfung entscheidend. 1905 wurde das kaiserliche Prüfungssystem schließlich aufgegeben.
Chinesische Kultur - Die Entwicklung der chinesischen Zivilisation
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