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Chinesische Kultur - Gesang, Tanz und Akrobatik

Ursprünglich waren die Musik, der Tanz und das Gedicht in China eine einheitliche Kunstform. Später entwickelte sich das Gedicht zu einer unabhängigen Literaturform.

Die chinesische Musik- und Tanzkultur hat eine lange Geschichte. Historische Zeugnisse beweisen, dass bereits während der Shang- und der Zhou-Dynastie die Musik- und Tanzkultur gut entwickelt war. Damals führte man in großem Stil bei Opferzeremonien oder anderen Feierlichkeiten instrumentale Musik und Tänze auf. In verschiedenen Fürstentümern der Zhou-Dynastie gab es bezüglich der Musik und des Tanzes, der Anzahl der Musiker und der Tänzer und Tänzerinnen sowie der Arten der Instrumente genaue Bestimmungen.

Bronze-Glockenspiel, gefunden im Grab des Marquis Zeng im Kreis Suixian, Hubei

In alter Zeit nahmen die Palastmusik und der Palasttanz lange eine dominierende Stellung ein. Während der Han- und der Tang-Dynastie erlebten die Musik und der Tanz mit der Entwicklung der Wirtschaft, des Handels und des Kulturaustauschs mit dem Ausland einen großen Aufschwung. Damals wurde ein Sonderorgan eingerichtet, das zuständig für Musik und Tanz sowie die Ausbildung der Musiker, Tänzer und Sänger war. Der Tang-Kaiser Xuanzong (Regierungsperiode: 712 - 756) komponierte selbst und schrieb zu Melodien Gedichte. Er gab persönlich Musikern, Sängern und Sängerinnen sowie Tänzern und Tänzerinnen am Kaiserhof Unterricht. Es gab eine Kaiserliche Lehranstalt, das erste Institut für Musik und Tanz in China. Musik und Tanz aus dieser Zeit übten einen großen Einfluß auf spätere Generationen aus. Liedtexte der Tang-Zeit entwickelten sich zu einer wichtigen literarischen Form der Song-Dynastie.

"Szene des Qin-Hörens" (Rollbild), gemalt vom Song-Kaiser Huizong. Der Spieler ist der Kaiser selbst, dem zwei seiner Minister zuhören.

Nach dem 13. Jahrhundert nahm allmählich die Oper eine dominierende Stellung im Kulturleben der Bevölkerung ein. Da waren Musik und Tanz bereits untrennbare Bestandteile der Oper geworden.

Während der Westlichen Zhou-Dynastie gab es rund 70 Instrumente u. a. aus Bronze, Stein, Holz und Bambus. Bei der Freilegung eines 2300 Jahre alten Grabes im Kreis Suixian, Provinz Hubei, wurde ein bronzenes Glockenspiel, bestehend aus 65 Glocken verschiedener Größe und Klangfarbe, gefunden. Jede Glocke konnte zwei Töne zu drei Intervallen geben, zusammen umfassten sie eine Tonskala von fünf Oktaven mit über 90 Tönen. Das ist ein überzeugender Beweis für das erstaunliche Niveau, das die chinesische Musik und die Herstellung von Musikinstrumenten damals bereits erreicht hatte. Ferner wurden 27 Musikinstrumente einschließlich Trommel, Se (eine Art Zither mit 25 Saiten), Qin (eine weitere Art der Zither ähnliches Zupfinstrument mit sieben Saiten), Paixiao (Panpfeife mit 16 Röhren) und Sheng (eine Art Mundorgel) freigelegt.

Musiker (Tonfiguren)

Die Musikinstrumente Chinas umfassen Blasinstrumente, Saiteninstrumente und Schlaginstrumente. Die repräsentativen Instrumente der erst- und zweitgenannten Typen sind Zheng (zitherähnliches mehrsaitiges Instrument), Pipa (eine Laute), Sheng (eine Art Mundorgel), Erhu (zweisaitige chinesische Geige) und Dizi (Querflöte), die vor allem in Südchina populär sind. An Schlaginstrumenten gibt es mehrere Arten, die vorwiegend in Nordchina verbreitet sind, vor allem die Trommel und der Gong.

In alter Zeit gab es im Volk nicht allzu viele Einschränkungen und Verbote, darum entwickelten sich der Volksgesang und Volkstanz schneller als der Plastgesang und -tanz. Der schwungvolle Volksgesang und der lebhafte, freie Volkstanz waren besonders in ländlichen Gebieten weit verbreitet. An Feiertagen wurden auch in den Städten Gesang- und Tanzveranstaltungen geboten. Die alten chinesischen Tänze waren eine komplexe Kunst. Ein typisches Beispiel dafür ist der "Löwentanz", der geschickte Bewegungen der Akrobatik und der Kampkunst erfordert. Er wird im allgemeinen von Berufsspielern aufgeführt. In den von den Han, Chinas größter Volksgruppe und der Drachentanz üblich. Fast alle Angehörigen der nationalen Minderheiten sind gute Sänger und Tänzer. Die Bewegungen bei den Tänzen der Tibeter und der Mongolen sind kräftig und von einem schnellen Rhythmus. Andere Tänze der nationalen Minderheiten sind voller Anmut, wieder andere lustig und lebhaft.

Musizierende Damen (Wandgemälde in den Mogao-Grotten bei Dunhuang aus der Tang-Zeit). Die Musikerin in der Mitte kann hinter ihrem Rücken Pipa spielen.

Nach historischen Aufzeichnungen gab es schon in der Zhou-Dynastie Aufführungen von Akrobaten. In der Han-Dynastie erreichte die Akrobatik ein sehr hohes Niveau. Ziegel-Basreliefs von Akrobaten, Sängern, Tänzern, Zauberern und Komikern aus Gräbern der Han-Dynastie während des 2. bis 1. Jahrhunderts v. Chr. zeigen eine Vielzahl von Bewegungen. Ferner fand man Ziegelbasreliefs, die akrobatische Aufführungen wie Balancieren von Bambusstangen, Kletterübungen an Stangen, Seiltanz und Schlüpfen durch den Ring darstellen. Während der Zeit der Drei Reiche wurde ein Spielzeug namens "Shui Zhuan Bai Xi" (Wasser-Treiben-Hundert-Spiele) erfunden, das die Akrobatikkunst zeigt. Von einem Zahnradantriebwerk wurden verschiedene Figuren wie Tänzerinnen und Sängerinnen, Trommelschläger, Bläser, Schwertspieler, Seiltänzer usw. bewegt. Nach einer schriftlichen Aufzeichnung des Professors Joseph Needham soll der Erfinder des Fallschirms alle Requisiten zu Schutz der chinesischen Seiltänzer gewissenhaft studiert haben, bevor er den Fallschirm erfand. Bis heute nutzen die chinesischen Seiltänzer diese Requisiten.

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