|
|
![]() |
|
Chinesische Kultur - Die klassischen GärtenBereits im 11. Jahrhundert v. Chr. gab es einen "You" (Z) genannten Park, in dem man Tiere züchtete. Könige und Fürsten jagten und vergnügten sich oft in solchen Parks. In den verschiedenen Dynastien danach wurden weitere solche Gärten gebaut. Während der Ming- und der Qing-Dynastie erlebte der Bau der Gärten einen großen Aufschwung. Die meisten der heute erhaltenen Gartenanlagen stammen aus diesen zwei Dynastien. Umfang sowie Architektur und Ausstattung dieser Gärten stellen den Höhepunkt in der Geschichte des chinesischen Gartenbaus dar.
Grundsätzlich lassen sich vier Arten von Gartenanlagen unterscheiden: die kaiserlichen, die privaten, die Tempel- oder Klostergärten und die natürlichen Parks. In der Geschichte war Nordchina das politische Zentrum des Landes. Deswegen befinden sich die kaiserlichen Gärten in Nordchina. In der Regel stellen die kaiserlichen Gärten riesige Anlagen dar, in denen sich palastähnliche Bauten, Pavillons, Lauben, Terrassen und Wandelgänge sowie Seen und Berge befinden und die den Herrschern als Sommerresidenz und Vergnügungsort dienten. Ein Beispiel für klassische Gärten ist der Yuanmingyuan.
Der Foxiangge (Pavillon des Göttlichen Wohlgeruchs) ist das repräsentative Bauwerk und der Mittelpunkt der Landschaften des Sommerpalastes Die Bauarbeit am Palast Yuanmingyuan (Garten des Hellen Vollmondes), der größten kaiserlichen Palastanlage mit mehr als 100 Landschaften, begann Anfang des 18. Jahrhunderts und dauerte mehr als 100 Jahre. In diesem Park gab es sowohl Bauwerke im chinesischen Stil als auch im westlichen Stil. Er wurde von Europäern als "Garten der hundert Gärten" bezeichnet. Der Yuanmingyuan-Palast wurde 1860 und 1900 zuerst von der englisch-französischen Interventionsarmee und dann von der alliierten Interventionsarmee der acht Mächte geplündert und niedergebrannt. Heute sind von dem Palast nur noch Ruinen vorhanden. Der Sommerpalast in Beijing ist der bis heute besterhaltene Kaisergarten Chinas.
Der Wangshiyuan (Garten des Fischers) in Suzhou ist ein Meisterwerk unter den Privatgärten in Südchina. Die damals privaten Gärten befinden sich hauptsächlich in Suzhou und Yangzhou in der Provinz Jiangsu und in Hangzhou in der Provinz Zhejiang. Besitzer dieser Gartenanlagen waren hohe Beamte, Gelehrte und reiche Kaufleute. Zu einer typischen privaten Gartenanlage gehören Teiche, Hügel, Pavillons,
Wandelgänge, Grünanlagen und Terrassen sowie Höfe und Wohngemächer.
Die meisten dieser Gärten sind dadurch gekennzeichnet, dass die künstlich
geschaffenen Formen der Landschaft harmonisch angepasst sind. In einem
privaten Garten ist es eine häufige Sinneswahrnehmung: ruhig und still
sowie natürlich. Die berühmtesten dieser Gärten sind in Suzhou. In alter Zeit wurden viele buddhistische Klöster und taoistische Tempel in Gebirgen oder Waldgebieten errichtet, und überall dort legte man auch Gärten an, damit man dem Buddhismus oder Taoismus vertreiben und völlig nach dessen Doktrinnen lebt. Nicht wenige Tempelgärten sind bis heute in bestem Zustand erhalten. Beispiele sind der Lingyin-Tempelgarten in Hangzhou und der Tanzhe-Tempelgarten bei Beijing. Im Unterschied zu den klassischen europäischen Gärten, die die geometrische Form betonen, sind die klassischen chinesischen Gärten eine Verbindung von praktischer Funktion und Schönheit der Natur. Beim Bau eines Gartens war ein Prinzip zugrunde gelegt, nämlich das Streben nach einer Einheit und Harmonie zwischen Natur und Mensch, der Wunsch nach Verschönerung und Vervollkommung. Deshalb wirken die chinesischen Gärten so natürlich. Darüber hinaus wird Leere mit Hilfe verschiedener Techniken in einem Garten vorgespiegelt. Kleines erscheint groß, ein interessanter künstlerischer Effekt.
Chinesische Kultur - Die Entwicklung der chinesischen Zivilisation
Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
|
![]() |
|||||||||||||