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Chinesische Kultur - Traditionelle FesteSiehe auch: Chinas traditionelle Feste ... Die meisten Feste in Europa und in den Ländern Westasiens sind religiösen Ursprungs.
Doch die chinesischen Feste, insbesondere die traditionellen Feste der
Han-Nationalität, stehen größtenteils in direktem Zusammenhang mit der
Arbeit auf dem Feld und der Verehrung der Ahnen. "Chunjie", das Frühlingsfest, ist das wichtigste traditionelle Fest Chinas. Es fällt auf den 1. Tag des 1. Monats nach dem chinesischen Mondkalender und markiert deshalb den Anfang des neuen Jahres. Vor dem Fest veranstaltet jede Familie ein Großreinemachen und bespritzt die Zimmer und Höfe mit Wasser, was bedeutet "Das Alte (Jahr) verabschieden und das Neue (Jahr) begrüßen". Eine sehr alte Sitte ist, am Neujahrstag die Neujahrssprüche an der Haustür anzubringen. Bei den Bauern sind die Themen der Neujahrssprüche z.B. "ein gutes Erntejahr wünschen" und "die sechs Haustiere (Schwein, Rind, Schaf, Pferd, Huhn und Hund) gedeihen"; bei den Händlern ist es "das Geschäft blüht im ganzen Land und die Einkommensquellen sprudeln wie drei Flüsse". Manche Familien kleben Bilder des Türgottes rechts und links vom Eingang, um Böses abzuwehren. Außerdem werden auch noch spezielle Neujahrsbilder angebracht. Die Themen sind beispielsweise reiche Ernte, Langlebigkeit, Glück und Kindersegen. Die Nacht vor dem Frühlingsfest heißt "Chuxi" (Silvesterabend). In dieser Nacht treffen sich alle Familienangehörigen zuhause und sitzen gemütlich beim "Nianyafan", also beim Silvesterabendessen, zusammen. Niemand geht schlafen, damit das neue Jahr friedlich wird, und alle Wohnhäuser sind hell erleuchtet, damit alles Unglückverheißende aus jeder dunklen Ecke vor dem Licht flieht. Um Mitternacht begrüßt man das neue Jahr. Man brennt ein Feuerwerk ab und opfert Weihrauch, um den Ahnen Ehre zu erweisen. Am Neujahrstag ziehen alle, alt und jung, neue Kleidung an und gehen die engsten Freunde und Verwandten besuchen, um ihnen ein gutes neues Jahr zu wünschen. Dabei äußert man gute Wünsche: "Ich wünsche Ihnen Glück! Möge im neuen Jahr alles gelingen! Viel Glück, langes Leben!" Während des Frühlingsfestes gibt es jeden Tag viele besondere Aktivitäten, darunter Trommel- und Gongwettbewerbe, Löwentanz, Stelzengehen, Landboot-Tanz und Yangge-Tanz. Überall in den Dörfern finden Theateraufführungen statt. Auch anlässlich des Frühlingsfestes veranstaltete Jahrmärkte oder Tempelfeste sind weit verbreitet. Der 15. Tag des ersten Monats nach dem Bauernkalender ist ebenfalls ein wichtiger traditioneller Feiertag. Das ist das "Yuanxiao"-Fest oder Laternenfest. Dieser Tag ist der erste Vollmondtag des neuen Jahres und wurde in alter Zeit als das "Shanyuan"-Fest, das Fest des ersten Vollmonds bezeichnet. Traditionsgemäß ißt man an diesem Tag Yuanxiao (Klößchen aus klebrigem Reismehl mit süßer Füllung). Da nach altem Brauchtum an diesem Tag Laternen aufzuhängen sind, wird das "Yuanxiao"-Fest auch Laternenfest genannt. Der Überlieferung nach ist das Laternenfest unter der Herrschaft des Kaisers Mingdi der Han-Zeit entstanden. Um die Verbreitung des Buddhismus zu fördern, beschloß man, in der Nacht des Yuanxiao-Festes am Kaiserhof und in den Tempeln Laternen aufzuhängen. Später begann sich diese Sitte auch im Volk zu verbreiten. So entstand nach und nach das Laternenfest. Zum Frühlingsfest, bei Hochzeiten und an Geburtstagen wurden das Schriftzeichen "福" (Pinyin: fú - deutsch: Glück) und Scherenschnitte an Fenster und Wände geklebt. Das Qingming-Fest fällt auf den 4. oder 5. April nach dem Gregorianischen Kalender, und war früher eines der beliebtesten unter den traditionellen Festen Chinas. An diesem Tag gingen alt und jung hinaus, um die Ahnengräber zu reinigen und einen Spaziergang zu machen. Manche Familien versammelten sich und verließen die Stadt, um sich im Grünen zu ergehen. Dies wurde "Taqing" (Niedertreten grünen Grases) genannt. Zu dieser Zeit ist der Winter gerade vorbei, und es wird draußen wärmer. Man beginnt auch mit dem Pflanzen von Bäumen.
100 mal das Schriftzeichen "福" (Pinyin: fú - deutsch: Glück) Am 5. Tag des fünften Monats nach dem chinesischen Mondkalender ist das Drachenbootfest (Duanwujie). Untersuchungen haben ergeben, dass die Ursprünge dieses Festes lange vor Qu Yuan, dessen Tod es angeblich gedenkt, anzusetzen sind, und viele Bräuche des Duanwu-Festes haben außerdem mit Drachen zu tun. So fand man folgende Erklärung: Das Duanwu-Fest war ein Festtag, an dem im Altertum das Volk der Wu- und der Yue, ein Sippenverband, dessen Totem der Drache war, diesem opferten. Es war also ein Fest des Drachen. Doch später verlor das Duanwu-Fest seinen ursprünglichen Inhalt der Verehrung des Drachen bzw. des Totems und wurde mit Qu Yuan in Verbindung gebraucht, dem großen Dichter der Periode der Streitenden Reiche. Der Dichter und Patriot Qu Yuan lebte vor über 2300 Jahren im Staat Chu. Als er die Korruption der in Chu herrschenden adligen Cliquen erlebte, forderte Qu Yuan eine Reform der Innenpolitik, den Aufbau eines Rechtssystems und die Aufnahme von fähigen Leuten in die Staatsverwaltung. Seine Vorschläge trafen jedoch auf den Widerstand der herrschenden Klasse. Später vertrieb der König des Staates Chu den Dichter. Qu Yuan verfiel in tiefe Niedergeschlagenheit. Als der Staat Chu unterging, weilte Qu Yuan gerade am Fluß Miluo nahe der Stadt Changsha in der heutigen Provinz Hunan, als ihn die Nachricht erreichte. Sowie bekannt wurde, dass er sich in den Fluß gestürzt hatte, kamen die Menschen von überall her mit Booten, um seinen Leichnam zu bergen. Da aber die Leiche bereits von der Strömung weggetragen worden war, konnte man sie nicht finden. Die Leute von Chu waren voller Schmerz darüber und füllten von da an jedes Jahr Reis in Bambusrohre, die sie als Opfer in den Fluß warfen. Damit begann nach der Überlieferung die Tradition, am Duanwu-Fest Drachenboote zu rudern und "Zongzi" zu essen. Und die Sitte, am Duanwu-Fest Beifußblätter und Kalmuspflanzen vor die Tür zu stecken, ist angeblich entstanden, um die Seele von Qu Yuan zu beschwören. Der 15. Tag des achten Monats nach dem chinesischen Bauernkalender ist der Tag des traditionellen Zhongqiu-Festes (Mittherbstfest). Es gibt viele interessante Sagen und Überlieferungen darüber, wie dieser Tag zu einem Festtag wurde, und alle haben etwas mit dem Mond zu tun. In dieser Nacht ist der Mond rund und sehr hell. Er scheint einen besonderen Glanz zu haben. Der Vollmond ist im Volk als Symbol des Wiederzusammenfindens, deshalb heißt dieses Fest auch "Vereinigungsfest". Seit alters her ist der Brauch überliefert, in dieser Nacht den Mond zu bewundern und sich im hellen Mondschein draußen zu vergnügen. Man beobachtet den Mond und ißt dabei Mondkuchen, Äpfel, Datteln, Erdnüsse usw. Am 9. Tag des neunten Monats feiert man das Chongyang-Fest. Da ist das Wetter schön, die Chrysanthemen entfalten sich zu voller Pracht. An diesem Tag steigt man auf einen Berg, erfreut sich am Anblick der Chrysanthemen und trinkt Chrysanthemen-Wein, um Krankheiten zu verjagen und das Leben zu verlängern. Außerdem sollte man ein Hartriegelzweiglein am Körper tragen. Der Hartriegel ist ein niedrigwüchsiges Laubbäumchen. Zum Frühlingsende
trägt es weiße Blüten und im Herbst Früchte. Man verwendet diese Pflanze
auch als Arznei gegen Entzündungen, zur Stillung von Schmerzen und
zur Atemregulierung. Die Blätter benutzte man früher zur Behandlung
von Cholera, und aus den Wurzeln kann man ein Insektizid herstellen.
So trug man in alten Zeiten an diesem Tag gern Hartriegel am Körper,
um Insektenstiche, insbesondere Moskitostiche, zu verhindern.
Chinesische Kultur - Die Entwicklung der chinesischen Zivilisation
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