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Chinesische Kultur - Die darstellende Kunst

In der Geschichte übte die chinesische Kultur einen großen Einfluß auf das japanische Gesellschaftsleben aus. Es gibt daher eine Art japanischer Graphik, die sich aus der volkstümlichen Graphik Chinas entwickelt hatte. Daneben gibt es keine malerische Schule in der Welt, deren Stil der der chinesischen Malerei ähnelt.

Die "Szene des Dichtens der Göttin des Flusses Luoshui" von Gu Kaizhi (1470 - 1523) (Ausschnitt aus einer Bildrolle)

Bei der chinesischen Malerei und Kalligraphie werden Pinsel und Tusche benutzt. Man führt den Pinsel mal leicht und mal kräftig, mal schnell und mal langsam, und bringt damit unterschiedliche Eigenschaften wie kraftvoll, sanft, ordentlich und natürlich zum Ausdruck.

Viele der ausgezeichneten Maler in der chinesischen Geschichte waren Gelehrte und Beamte. Sie waren vielseitig künstlerisch begabt und mit Zither, Schach und Kalligraphie vertraut. Etwa von der Song-Dynastie an begannen Gelehrte und Beamte mit dem Malen. Während der Yuan-Dynastie dominierten sie bereits die Kunstszene. Die Meisten von ihnen malten Bilder mit dem Ziel, sich die Zeit zu vertreiben und sich zu vergnügen. Sie verwendeten keine kräftigen Farben, sondern nur Tusche oder helle Farben. Ihre bevorzugten Motive waren Berge und Wasser, Blumen, Vögel, Fisch und Insekten. Der Malstil dieser "Malerei der Literaten" übte einen großen Einfluß auf die späteren Generationen aus.

Die chinesische Feinzeichnung ist eine Malerei mit starken Farben. Zuerst werden durch Striche die Umrisse skizziert und dann sorgfältig die Details ausgeführt. Zum Schluß trägt der Maler prächtige und starke Farben auf. Während der Song-Dynastie waren am Kaiserhof solche Malereien sehr beliebt. Damals wurde die kaiserliche Malakademie gegründet, um mehr Maler heranzubilden.

Die klassische chinesischen Malerei widmete sich neben der Darstellung menschlicher Figuren vor allem der Landschaftsmalerei und der Blumen- und Vogelmalerei. In einer langen Zeit waren religiöse Legenden und historische Persönlichkeiten die Hauptmotive der Bilder mit menschlichen Figuren. Die dargestellten Gottheiten und Menschen wirken sehr verschlossen und vornehm, was der konfuzianischen Idee entspricht. Seit dem 11. Jahrhundert durchbrachen die Maler mehr und mehr die Beschränkung auf Religion und Adlige und stellten das Leben auf dem Land und auf den Marktplätzen dar.

Ausschnitt aus: "Einsame Wildente im Abendrot" (Rollbild, Tuschzeichnung), gemalt von Tang Yin (1470-1523)

Ende des 13. Jahrhunderts trat die Darstellung menschlicher Figuren in den Hintergrund, die besondere Vorliebe galt nun der Landschaftsmalerei und der sogenannten Blumen- und Vogelmalerei, wobei die Motive auch Bambusse, Steine, Fische, Insekten und andere Tiere umfassten. Zwei Stilarten bildeten sich heraus. Die eine war von dem Bemühen um absolute Naturtreue geprägt, die andere legte das Gewicht auf die Komposition des Bildes. Beide Malstile wurden von jenen Künstlern gepflegt, die für den Kaiserhof arbeiteten.

Von den chinesischen Malereien ist die Landschaftsmalerei zweifellos die wichtigste. Im 11. Jahrhundert stellte man den Grundsatz "Die Malerei im Gedicht, das Gedicht in der Malerei" auf, an den sich die meisten Maler der späteren Dynastien hielten. Nach diesem Grundsatz strebten sie vor allem danach, ihren Werken Aussagekraft und Ideengehalt zu geben. Mit Vorliebe wurden steile Berge und tiefe Schluchten dargestellt, Wald und Wasser bilden den Vordergrund, und oft sieht man auf solchen Bildern zwei Personen wie Fischer oder weltentrückte Eremiten. In ein solches Bild sich als Betrachter hineindenken, kann man seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Die chinesische Malerei, insbesondere die Figurenmalerei, stellt die Objekte meist mittels weniger Striche dar. Es geht ihr weniger um eine realistische Darstellung wie der westlichen Malerei, sondern um den Ausdruck von Gefühlen. Dasselbe gilt für die chinesischen Blumen- und Vogelmalereien. Nicht eine einfache Kopie der Pflanzen und Tiere wird angestrebt, sondern das Vermitteln von Empfindungen. Winterkirschen, Orchideen und Chrysanthemen sowie Bambusse gelten zum Beispiel als Symbole für Treue und Unbeugsamkeit sowie Vornehmheit und Unbestechlichkeit. Diese vier Pflanzen werden in China seit jeher als "Vier Männer von edlem Charakter" bezeichnet. Die chinesischen Literatenmaler malten diese vier Pflanzen mit auszudrücken. Ohne diese Besonderheit zu kennen ist es nicht leicht, die chinesischen Malereien zu verstehen.

Unterschiede zwischen der traditionellen chinesischen Malerei und der westlichen Malerei gibt es auch in der Behandlung der Perspektive. Während westliche Maler den Raum einengen, zeigen chinesische Maler lieber den grenzlosen Raum der Natur. Die chinesischen Maler leben ferner großen Wert auf freie Flächen in einem Bild. Das Bild "Angelszene am Fluß Hanjiang" von Ma Yuan aus der Südlichen Song-Dynastie ist ein typisches Beispiel dafür. Man sieht nur ein kleines Boot, in dem ein alter Mann sitzt, der angelt. Sonst ist alles freie Fläche, die aber in Wirklichkeit ein Bestandteil der Malerei ist. In den Augen der chinesischen Maler und Betrachter ist diese freie Fläche "Malerei in der Malerei" oder "Malerei außerhalb der Malerei". Oft malte Ma Yuan ein Bild nur halb oder auch nur eine Ecke des Bildes. Die anderen Teile soll der Betrachter in Gedanken ergänzen.

"Zeichnung von seltenen Vögeln", gemalt von Huang Quan in der Zeit der Fünf Dynastien, (Bildrolle)

Die chinesische Malerei ist die Kunst von Gelehrten, ein chinesisches Bild ist ein Gesamtkunstwerk. Es verbindet das Gedicht, die Kalligraphie und die Malerei. Daher sind häufig auf chinesischen Malereien Gedichte, Kalligraphien und Siegel zu sehen. Das Gedicht bringt meist die Empfindungen des Malers zum Ausdruck, die Kalligraphie unterstreicht die Maltechnik, und der Stempel enthält in kunstfertiger Siegelschnitzerei den Namen des Künstlers. Daneben spielen die Widmung und die Malstruktur eine große Rolle. Die Widmung ist ebenfalls eine der Kunstformen, die ein chinesischer Maler beherrschen muß. Eine gute Widmung verschönert das Gemälde. Im allgemeinen schreibt man auf sein Gemälde den eigenen Namen und den Namen des Abnehmers.

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