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Chinesische Kultur - Das ChristentumNach historischen Berichten kamen die ersten Nestorianer im 7. Jahrhundert nach China. Damals gab es in der heutigen Provinz Shaanxi eine Gemeinde dieser katholischen Sekte, die in chinesischen Quellen als "Jing-Kirche" bezeichnet wird. Im Gedenksteinmuseum in Xi´an, auch "Stelenwald" genannt, gibt es eine Gedenktafel "Daqin Jingjiao Liuxing Zhongguo Bei" (Stele über den Einzug der Jing-Kirche Daqins in China. Hier bedeutet die Jing-Kirche eine Sekte des Christentums und Daqin das alte Rom). Diese Gedenktafel wurde im Jahre 781 errichtet. Darauf steht zu lesen, wie die Missionare überall im Tang-Reich zuvorkommend behandelt werden. In der Mitte des 9. Jahrhunderts erließ ein Kaiser der Tang-Dynastie den Befehl, "Buddha zu vernichten". Auch die Jing-Kirche wurde vorübergehend verfolgt, so dass sie aus China fast verschwand. In der Spätzeit des 13. Jahrhunderts verbreitete sich das Christentum erneut in China. Die meisten Anhänger waren Mongolen und Angehörige anderer nationaler Minderheiten, die einen hohen sozialen Status besaßen. Nachdem die Yuan-Dynastie untergegangen war, geriet das Christentum noch einmal in Bedrängnis. Im 16. Jahrhundert kam das Christentum zum dritten Mal nach China. Damals kamen westliche Missionare mit dem italienischen Jesuiten Matteo Ricci (1552 - 1610) an der Spitze nach China. Sie machten dem Ming-Kaiser unter anderem eine Uhr mit Glockenspiel zum Geschenk und freundeten sich mit Ministern an. Matteo Ricci begann in China die katholische Lehre zu propagieren und machte die Chinesen mit westlicher Astronomie und Mathematik und dem westlichen Kalender bekannt. Aufzeichnungen zufolge gab es 1701 in China 300000 Katholiken. Die traditionelle chinesische Kultur und die chinesischen Sitten und Gebräuche sowie ihre religiöse Vorstellung und der Kanon des Christentums unterscheiden sich sehr stark voneinander. Angesichts dessen versuchten Matteo Ricci und andere Missionare mit allen Mitteln Widersprüche zwischen der Lehre der konfuzianischen Schule und dem Christentum abzuschwächen. Eines dieser Mittel war es, gegen einige Bräuche wie z.B. den Ahnen und dem Himmel zu opfern tolerant zu sein, was dann zu dem heftigen "Ritenstreit" innerhalb des Katholizismus führte. 1705 verbot der Qing-Kaiser den Christentum in China, weil er empört war über den Papst in Rom und die Missionare, die den chinesischen Christen nicht erlaubten, auch Zeremonien zur Verehrung der Vorfahren und des Konfuzius abzuhalten. Die Folge war, dass sich die Zahl der Katholiken in China drastisch verminderte.
Ein ausländischer christlicher Missionar mit seiner Familie gegen Ende der Qing-Dynastie in China Mit dem Opiumkrieg von 1840 erzwangen die westlichen Großmächte den Zugang zu dem bis dahin den Ausländern verschlossenen Reich der Mitte, und der Protestantismus und seine Vertreter kamen nach China mit. Die chinesische Regierung wurde gezwungen, mit den westlichen Kolonialisten eine Reihe von ungleichen Verträgen abzuschließen. Dadurch erlangten die christlichen Kirchen und ihre Missionare eine stärkere Stellung, die teilweise auch mit rechtlichen Privilegien verbunden war. Demzufolge hatten örtliche Beamte die missionarischen Tätigkeiten der ausländischen Priester zu schützen. Von da an drangen die ausländischen Missionare nach Belieben ins Innere des Landes vor, um Kirchen zu bauen und die christliche Lehre zu verbreiten. Da sie sich manchmal gewaltsam Land aneigneten, in den Ablauf des chinesischen Gerichtswesens eingriffen und Beamte und die Bevölkerung schikanierten, wurden überall in China empörte Protestbewegungen gegen die Konfessionen aus dem Westen ausgelöst. Anfang des 20. Jahrhunderts veränderten die ausländischen Missionare ihre Taktik, indem sie Krankenhäuser und Schulen errichteten, um die christliche Lehre zu propagieren.
Chinesische Kultur - Die Entwicklung der chinesischen Zivilisation
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