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Chinesische Kultur - Der BuddhismusDer Buddhismus entstand in Indien. Stifter dieser Religion war Schakjamuni (ca. 565 - 486 v. Chr.), der von seinen Anhängern Buddha genannt wurde. Etwa im ersten Jahrhundert wurde der Buddhismus in die Siedlungsgebiete der Han-Nationalität nach China gebracht. Vom 3. Jahrhundert an begann er sich immer weiter zu verbreiten. Ab dem 6. Jahrhundert erlebte er eine Blütezeit. Damals übte Xuan Xue (Metaphysik) einen großen Einfluß auf Gelehrte und Beamte aus. Ideologisch gesehen hatten Buddhismus und Xuan Xue einige Gemeinsamkeiten. Mit zunehmenden Einfluß des Buddhismus vermehrte sich die Zahl seiner Anhänger. Während der Südlichen und Nördlichen Dynastien unterstützten die Herrscher den Buddhismus, indem sie den Bau von Klöstern und Grotten förderten und buddhistische Schriften übersetzen ließen. Schnell verbreitete sich der Buddhismus im ganzen Land. Die Zeit kannte zahlreiche berühmte Gelehrte und Mönche, die die buddhistischen Sutren studierten. Während der Sui- und der Tang-Dynastie erlebte der Buddhismus noch einmal eine Blütezeit. Nicht nur achtete die Regierung die Glaubensfreiheit, sondern unterstützte sie sogar soweit, dass Expeditionen in den Westen stattfanden, um buddhistische Schriften zu suchen. Der bekannte Mönch Xuan Zang (602 - 664) aus der tang-Dynastie reiste nach Indien. Nach mehr als zehn Jahren kehrte er nach Chang´an (heute Xi´an) zurück, wo er mehr als 650 Bände buddhistische Sutren, die er aus Indien mitgebracht hatte, ins Chinesische übersetzte. Später gründete er die Faxiang (Dharmalaksana)-Sekte. Seine Berichte über die Westlichen Regionen der Großen Tang waren wichtige Unterlagen für das Studium der antiken Geschichte und Geographie Indiens, Nepals, Pakistans und Zentralasiens. Im Volk wurde die Reisegeschichte Xuan Zangs weit verbreitet und ausgeschmückt. Der klassische chinesische Roman Die Pilgerfahrt nach dem Westen ist die mythologische Fassung seiner Pilgerreise nach Indien.
Der Manjusri-Bodhisattwa, eine Stutue aus der Song-Dynastie in den Dazu-Grotten, Sichuan In China vermischte sich der Buddhismus im Laufe seiner langen Entwicklung mit dem Gedankengut des Konfuzianismus, fasste allmählich Fuß in der chinesischen Feudalgesellschaft und wurde ein Bestandteil von derem Überbau. Nach und nach bildeten sich viele für den Buddhismus in China typische spezielle Richtungen heraus. Bekannte Sekten waren beispielsweise die Tiantai-Sekte, die Faxiang (Dharmalaksana)-Sekte und der zen-Buddhismus (Meditations-Buddhismus). Später entwickelte sich der Zen-Buddhismus zur einflussreichsten Sekte. Auch unter den nationalen Minderheiten Chinas ist der Buddhismus verbreitet. Anhänger des Lamaismus, eines Zweigs des Buddhismus in China, finden sich vor allem unter den Tibetern. Im 7. Jahrhundert verbreitete sich der Buddhismus, aus Zentralchina und Nepal kommend, in der damaligen Tubo-Dynastie auf dem Gebiet des heutigen Tibet, wo er zuerst beim Adel und später im ganzen Volk seine Anhänger fand. Er vermischte sich mit der ursprünglichen tibetischen Religion, der Bon-Religion. So entstand die tibetische Form des Buddhismus, der Lamaismus, der dem Mahayana-Buddhismus (Großes Fahrzeug) zuzurechnen ist.
Der Pavillon für die Aufbewahrung der buddhistischen
Schriften des Guiyuan-Klosters in Wuhan, Hubei
Tsongkhapa, der Begründer der Gelben Sekte des tibetischen Buddhismus Anfang der Yuan-Dynastie verlieh Kublai Khan (1215 - 1294) Pagpa den Titel "Kaiserlicher Lehrmeister". Auf Pagpas Vorschlag ernannte er einen Beamten für die Verwaltungsangelegenheiten Tibets. So entstand in Tibet ein Verwaltungssystem, in dem religiöse und politische Herrschaft sich miteinander verbanden. Nach dem 15. Jahrhundert gründete der Reformator Tsongkhapa (1357 - 1419) die Gelbe Sekte (Gelugpa-Sekte), die später die mächtigste und einflussreichste Sekte des tibetischen Buddhismus wurde. Heute hat der tibetische Buddhismus nicht nur in Tibet Anhänger, sondern auch in der Inneren Mongolei, in Qinghai, Sichuan, Xinjiang und Gansu. Nicht nur Tibeter, sondern auch Mongolen und Angehörige der Nationalitäten Tu, Yugur, Naxi und Pumi sind Anhänger des Lamaismus.
Chinesische Kultur - Die Entwicklung der chinesischen Zivilisation
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