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Chinesische Kultur - Das Bildungswesen in Chinas alter Zeit
China gehört zu den Ländern der Welt, die am frühesten Schulen eingerichtet haben.
Schon während der Westlichen Zhou-Dynastie entstanden schulähnliche Anstalten,
an denen Riten, Musik, Wagenlenken, Lesen und Schreiben sowie Mathematik
unterrichtet wurden. Zur Zeit der Frühlings- und Herbstperiode und der
Streitenden Reiche entstanden Privatschulen. Als ihr Begründer gilt Konfuzius.
Lange Zeit bestanden öffentliche und private Bildungseinrichtungen nebeneinander
als die zwei Grundtypen feudaler Erziehung.
Öffentliche Schulen wurden von der Regierung eingerichtet. Es waren dies
zentrale Schulen, die direkt der Zentralregierung unterstanden, und
regionale Schulen, die von regionalen Regierungen verwaltet wurden.
Von den öffentlichen Schulen waren die Höchste kaiserliche Lehranstalt
und die Kaiserliche Akademie Elitelehranstalten. Von der Zeit der Herrschaft
des Kaisers Wudi der Han-Dynastie an wurde die Höchste kaiserliche
Lehranstalt eingerichtet. Anfang des 2. Jahrhunderts erreichte die
Zahl der Studenten an der Kaiserlichen Lehranstalt über 30000. Im Jahre
276 entstand die Kaiserliche Akademie, die nur dem Nachwuchs der Aristokratie
und hohen Beamtenschaft offenstand. Die Vermittlung des Konfuzianismus
stand im Mittelpunkt der Kaiserlichen Akademie, die Dozenten waren
Experten für die sechs Klassiker. In den staatlichen zentralen Schulen
wurden noch Abteilungen eingerichtet, in denen Kampfkunst, Mathematik,
Medizin, bildende Künste, Kalligraphie und Justizwesen unterrichtet
wurden.
Da es öffentliche Schulen nur in beschränkter Anzahl gab,
gingen die Kinder von Gutsbesitzern überwiegend in Privatschulen, die
auch als Xueguan ("Hallen des Lernens" bzw. "Hallen der Gelehrtsamkeit") bezeichnet wurden. Diese Privatschulen wurden meist von Lehrern eingerichtet.
Daneben gab es noch zwei Arten von Privatschulen: sogenannte "Familienhallen" von Gutsbesitzern und Kaufleuten in ihren eigenen Wohnungen und "Hallen der Barmherzigkeit" oder "Wohlfahrtsschulen" in öffentlichen Gebäuden wie Ahnentempeln oder Pilgerstätten. In den letztgenannten
Schulen brauchten die Schüler kein Schulgeld zu bezahlen. Die Privatschulen
waren in untere und obere Stufen gegliedert. In den Schulen der Unterstufe
lernten die Kinder lesen und schreiben, und in den Schulen der Oberstufe,
die etwa modernen Hochschulen entsprachen, studierte man konfuzianische
Werke, Prosa in klassischem Stil und Aufsatzschreiben.
Im alten China gab es noch einige wichtige Lehranstalt namens Shuyuan, "Private
höhere Lehranstalt". Während der Tang-Dynastie zunächst lediglich eine Stätte zur Aufbewahrung,
Pflege und Bearbeitung von Büchern, nahm sie später mehr und mehr den
Charakter einer Schule an. In der Song-Dynastie vermehrte sich die Zahl
solcher Schulen. Meist war ihr Leiter ein berühmter Gelehrter, und unter
ihm studierte man konfuzianische Werke mittels freier Diskussion in Gruppengesprächen.
Die Studierenden entstammten ausschließlich der Aristokratie und Gutsbesitzerschaft.
Anfangs wurden solche Lehranstalten privat betrieben, kamen aber von
der Yuan-Dynastie an nach und nach unter staatliche Kontrolle und erhielten
einen halböffentlichen Status. In der Qing-Dynastie, als es Privatpersonen
verboten wurde, Schulen zu unterhalten, wurden schließlich alle Erziehungseinrichtungen
staatlich.
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