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Chinesische Kultur - Besonderheit der ArchitekturDie klassische chinesische Architektur ist durch ihre spezifische Bauweise, schöne Formgebung und reichhaltige künstlerische Ausstattung weltbekannt. Sie blickt auf eine lange Geschichte zurück und beinhaltet zahlreiche Stilrichtungen. Heute stehen viele Bauten aus alter Zeit unter staatlichem Schutz.
Im Vergleich zu alten Bauwerken des Westens ist die auffallende Besonderheit der klassischen chinesischen Bauwerke die Holzkonstruktion. Die Balken- und Säulenkonstruktion aus Holz hatte gegenüber anderen Bauweisen große Vorteile, so wurde sie zur wesentlichen Architektur in der chinesischen Geschichte und bildete verschiedene Formen heraus. Selbst manche Pagoden, Hallen und unterirdische Paläste kaiserlicher Gräber, die eigentlich Massivbauten aus Ziegeln und Steinen sind, sehen wie Holzstrukturen aus. Die Säulen, Balken und Pfetten aus Holz sind durch Zapfen verbunden. Indem nur die Säulen und Balken die Last tragen, "bleibt das Holzgerippe stehen, selbst wenn die Wände zerstört werden". Die Innenwände sind keine tragende Teile und dienen nur zur Trennung der Räume. Sie können durch Holzbretter oder Wandschirme ersetzt und je nach Bedarf verändert werden. In kalten Regionen können die Wände dick sein, während in warmen Gegenden dünne Wände aus Brettern oder Bambus genügen. Das ist ein wesentlicher Vorteil der Holzkonstruktion. Außerdem sind die Balken und Säulen so konstruiert, dass durch Verzapfung ein elastisches Gerippe entsteht. Es ist relativ unauffällig gegenüber Erdbeben, was in einem Land wie China, das häufig von Erdbeben heimgesucht wird, sehr wichtig ist. Infolgedessen blieben viele tausendjährige Holzbauten, auch in Gebieten mit häufigen Erdbeben, bis heute erhalten. Ein klassisches chinesisches Bauwerk, ob Palast, Tempel oder Wohnhof, ist ein Komplex, der aus mehreren einzelnen Bauten besteht. Ein einzelner Bau davon ist nicht so groß wie eine Kirche oder eine Residenz im Westen. Außer dem Tor-, Glocken- und Trommelturm in der Stadt ist der ganze Umriß eines einzelnen Baus aus der Ferne nicht zu erkennen. Der Grundriß eines chinesischen Baukomplexes muß der Forderung nach der Symmetrie und der Einrichtung der Zentralachse entsprechen. Die Hauptbauten eines größeren Komplexes befinden sich entlang seiner Zentralachse und seine Nebenbauten symmetrisch an beiden Seiten der Zentralachse. So entsprechen zum Beispiel die Grundrisse der kaiserlichen Paläste, der Residenzen der hohen Beamten sowie der Altäre, Klöster und Tempel diesen Prinzipien. Bei kleineren Komplexen befinden sich ihre Häuser oder Räume rings um einen großen Hof in der Mitte.
Der Grundriß für Garten- und Parkanlagen wurde mit den geographischen Gegebenheiten und den natürlichen Bedingungen in Einklang gebracht. Die künstlerische Formgebung der klassischen chinesischen
Architektur erweckt einen schönen harmonischen Eindruck. Sowohl jeder
einzelne Bau
wie jede Ende eines Dachbalkens und jeder Gratziegel sind für sich
ein Kunstwerk. Doch das schöne und harmonische Aussehen der Bauten und
der
variierenden Formen sind von den Baummeistern nicht beliebig gewählt
worden. Sie richten sich nach der jeweiligen inneren Baustruktur und
den praktischen Erfordernissen. Die geschwungene überstehende Dachkonstruktion
zum Beispiel dient einerseits der besseren Ableitung des Regenwassers
und spendet andererseits den Fenstern Schatten. Zur Verschönerung des
äußeren Erscheinungsbildes der Gebäude sind der Dachfirst mit verschiedenen
Tierfiguren und die Enden der Dachrinnenziegel mit Basreliefs von Pflanzen
und Tieren verziert. Die klassischen chinesischen Baukomplexe umfassen Paläste, Mausoleen, Sakralbauten, Altäre und Ahnentempel, Gärten und Wohnungen.
Chinesische Kultur - Die Entwicklung der chinesischen Zivilisation
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