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Chinesische Kultur - Alkoholische GetränkeChina gehört zu den Ländern mit der längsten Tradition der Herstellung alkoholischer Getränke. Die gefundenen Ruinen von Stätten für die Herstellung alkoholischer Getränke und zahlreiche Trinkgeschirre aus alter Zeit bestätigen, dass alkoholische Getränke in China eine Geschichte von etwa 5000 Jahren haben. 1977 wurden im Kreis Pingshan, Provinz Hebei, zwei Behälter mit Spirituosen aus der Zeit der Streitenden Reiche freigelegt. Die Analyse ergab, dass die Qualität der damaligen Spirituosen sehr gut war. Im Jahr 98 v. Chr. monopolisierte die Regierung der Han-Dynastie die Herstellung und den Vertrieb alkoholischer Getränke. Später ließ sie auch private Betriebe zu, erhob jedoch Steuern. Der Produktionsumfang war ziemlich groß. Wie die Steuer aus Salzgewinnung und Eisenverhüttung waren die Steuern aus diesem Wirtschaftszweig für die späteren Dynastien die wichtigsten Staatseinnahmen. Doch in Kriegs- und Notzeiten erließ die Regierung ein verbot, alkoholische Getränke herzustellen, um Nahrungsmittel zu sparen.
Jue, Bronzeweinbecher der Shang Vor der Tang-Dynastie gab es zwei Sorten von Spirituosen, eine trübe aus Trester hieß "Laojiu" (trübe Spirituose), eine andere ohne Trester "Yazhajiu" (ausgepresste Spirituose). Wein aus Reis oder Hirse ist einer der ältesten Weine Chinas. Wegen seiner gelben Farbe nennt man ihn "Gelber Wein". Dieser Wein mit niedrigem Alkoholgehalt wird auch als Medizin und in der Küche verwendet. Schnaps wird in allen Landesteilen aus Getreide und anderen stärke- und
zuckerhaltigen Feld- oder Wildfrüchten durch Destillation hergestellt,
meistens manuell oder im halbmechanischen Verfahren. Für Qualitätsschnaps
verwendet man Sorghum. Der Maotai gilt als der beste Schnaps Chinas.
Er wird nach einem traditionellen Verfahren, das man vor etwa 460 Jahren
in der Ortschaft Maotai in der Provinz Guizhou entwickelt hat, hergestellt.
Dieser Schnaps ist für seine leicht gelbliche Farbe, das frische Aroma
und den unverwechselbaren Geschmack bekannt. Er wird in China als "Staatsschnaps" bezeichnet.
Auf einer internationalen Messe in Panama im Jahre 1915 erhielt der Maotai
eine Goldmedaille. Neben dem Maotai gibt es in China noch andere Qualitätsschnäpse
wie den Fenjiu und den Wuliangye. Seit Urzeiten ist der Genuß alkoholischer Getränke ein Teil des Gesellschaftslebens. Zu einem Festtag, einer Hochzeits- und einer Geburtsfeier sowie zu Trauerangelegenheiten, insbesondere während des Frühlingsfestes, versammeln sich Verwandte und Freunde in fröhlicher Runde und trinken zusammen, was eine lebhafte Atmosphäre schafft. Nicht wenige Dichter, Maler und Gelehrte Chinas waren fröhliche Zecher. Der Dichter Li Bai (701 - 762) aus der Tang-Dynastie schrieb viele noch heute oft zitierte Gedichte über das trinken.
"Han Xizai gibt ein Abend-Bankett" (Ausschnitt, 10. Jahrhundert). Han Xizai war ein hoher kaiserlicher Beamter, der, nachdem er die Gunst des Kaisers verloren hatte, in Saus und Braus lebte. Bei einem Zusammentreffen kann der Schnaps für lebhafte Stimmung sorgen. Ferner gibt es beim Trinken viele Gepflogenheiten. Wie der Volksmund sagt, wer den Willkommensbecher nicht trinken will, muß einen Becher zur Strafe trinken. Wer bestimmte Regeln verletzt, ist der Verlierer, auch er muß zur Strafe einen Becher trinken. Natürlich soll so etwas nicht ausarten, denn Trunkenbolde werden in China verabscheut.
Chinesische Kultur - Die Entwicklung der chinesischen Zivilisation
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