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"Ein hungriger Tiger streckt sich" - eine einfache Übung zur Gesundheitspflege mit dem Stillen Qigong (TCM)

"Ein hungriger Tiger streckt sich" ist die Bezeichnung für eine Kampfübung der berühmten Wudang-Boxkampfkunst Chinas. Als eine der Kampfkünste mehrt sie die Kraft, einen plötzlichen Schlag zu versetzen. Sie kann aber auch bei zahlreichen Erkrankungen des Atmungs-, des Verdauungs- und Herz-Gefäß-Systems als therapeutische Übung angewandt werden.

Die Übung besteht aus einer Bewegungsserie, die durchlaufend auszuführen ist. Wenn sie durchgehend wiederholt wird, ist sie manchmal voller Kraft, manchmal aber mild und rhythmisch. Es wirken in ihr Härte mit Milde, Schnelligkeit mit Langsamkeit zusammen, und die Funktionen der inneren Organe sowie Körperkraft werden gleichzeitig gestärkt. Sie stellt eine Verbindung von Statik mit Dynamik, von Yin mit Yang dar.

Vorbereitungsposition

Man steht mit den Füßen parallel zueinander und den Füßen etwas weiter als in Schulterbreite.

Wichtig: Der kopf ist aufrecht zu halten, die Augen blicken geradeaus, das Kinn ist eingezogen, das Gesicht natürlich gelöst, Schultern und Brust sind entspannt, die Arme hängen locker zu beiden Seiten des Körpers herab, die Finger sind etwas voneinander getrennt. Sohlen und Zehen berühren den Boden, wobei die Sohlenmitten hohl sind. Man stellt sich vor, dass die Sohlen tief in die Erde einsinken, wie die Wurzeln eines Baumes.

Entsprechend der eben genannten Reihenfolge geht man im Gedanken durch, ob alle Teile des Körpers diesen Forderungen entsprechen. Man wiederholt diese geistige Überprüfung dreimal, um trübes Qi und den Strom der Gedanken zu vertreiben. Diese Vorbereitungsform ist an sich eine Art der statischen Atemübung zur Gesundheitspflege und kann alleine praktiziert werden.

Bewegungen

1. "Der Wind bläst in die Ohren": Die beiden Arme bewegen sich an beiden Seiten des Körpers aufwärts und auswärts, um zwei Bogen zu beschreiben, die Handflächen drehen sich allmählich nach unten. Gleichzeitig geht der Strom der Gedanken von den Hüften nach unten über die Knie bis zu den Sohlen, begleitet von einer gleichmäßigen und langsamen Einatmung. Sind die Handflächen auf Schulterhöhe gehoben, drehen sich die Unterarme nach innen, die Ellbogen werden leicht gebeugt, wobei die Rücken der Hände gegeneinander gerichtet sind, die Daumen nach unten und die anderen Finger nach vorn zeigen, als ob der Wind in die Ohren bliese.

Diese Bewegung und die Einatmung werden durchgehend ausgeführt, die Hände drehen sich, damit die Handflächen nach vorn gerichtet und die Speichenränder der beiden Hände auf Höhe der Augen sind, und die Arme wölben sich (Siehe Abb. 1).

2. "Der Tiger sitzt auf dem Gipfel": In unmittelbarem Anschluß an die obige Bewegung beginnt die gleichmäßige und langsame Ausatmung. Die beiden Hände bewegen sich zu den Ohren, wobei die Finger eingezogen werden, als hielten sie einen kleinen Ball, so dass die Handflächen an Tigerklauen erinnern. Schultern und Ellbogen hängen herab, die Brust tritt vor, und das Qi wird zu Dantian, 3,0 Cun unter dem Nabel, geleitet (Siehe Abb. 2).

3. "Der wilde Tiger streckt seine Klauen aus": Unmittelbar auf die obige Bewegung folgt eine gleichmäßige und langsame Einatmung, die "Tigerklauen" werden nach vorne ausgestreckt, die Handgelenke nach hinten gebeugt, die Handflächen zeigen nach vorn, die Unterarme werden nach innen gekrümmt, die inneren Seiten der Unterarme sind nach oben gerichtet, und die Ellbogen sind gekrümmt. Die Brust wird gespannt, Bauch und Gesäß eingezogen, die Lendenwirbelsäule gerade gehalten, und die Augen blicken in die Hände (Siehe Abb. 3).

4. "Der hungrige Tiger springt seine Beute an": Im unmittelbaren Anschluß an die obige Bewegung wird tief eingeatmet, die "Tigerklauen" drehen sich zuerst nach unten, dann nach innen, so dass die Handflächen gegen den Unterleib zeigen, und schließlich nach oben. So beschreiben die Arme einen Bogen (siehe Abb. 4). Der Atem wird angehalten, um Kraft zu sammeln, dann wird leicht ausgeatmet.

5. "Mit Kraft den Berg umstoßen": Die Unterarme drehen sich schnell und kräftig nach innen, wodurch die Handflächen nach vorne gerichtet werden.

Shultern du Ellbogen lässt man hängen, die Hüften werden nach hinten gedrückt, während die nach vorn gerichteten Handflächen stoßend auf die Schulterhöhe gehoben werden, wobei das Qi in die Handwurzeln und in die Fingerspitzen eindringt. Gleichzeitig werden die Knie wie beim Reiten gebeugt. Dabei atmet man aus und stößt den Ton "Hei" aus. Anschließend wird die Lendenwirbelsäule nach hinten gestoßen und der After angespannt (Siehe Abb. 5).

Anmerkungen: Als Übung zur Kampfkunst ist diese Bewegung stark und schnell auszuführen, während sie zu therapeutischem Zweck sanft und langsam, geleitet vom Strom der Gedanken, nicht aber von Kraft, praktiziert werden sollte.

6. "Der Tiger spielt im Gebirgswald": Im unmittelbaren Anschluß an die obige Bewegung wird die restliche Luft langsam ausgeatmet, die "Tigerklauen" öffnen sich und die Handflächen werden geradeaus nach vorn ausgestreckt, wobei das Qi der Handflächenwurzel zu den Fingerspitzen eindringt. Die Unterarme drehen sich nach außen, wobei die Daumen von der medialen zur lateralen Seite und die Handflächen nach vorn, nach unten und schließlich nach oben gerichtet werden. Die beiden Arme werden gekrümmt, in Richtung Körper angezogen und nach unten gesenkt, die Ellbogen bewegen sich dabei nach außen, wobei die Finger der beiden Hände gegeneinander gerichtet werden. Gleichzeitig richtet sich der Körper langsam auf und nimmt die ursprüngliche Haltung ein, womit eine langsame Einatmung beginnt (Siehe Abb. 6).

Dieser Bewegung folgte die erste Bewegung "Der Wind bläst in die Ohren". Die oben beschriebenen sechs Bewegungen bilden eine Runde, die ohne Unterbrechung, begleitet von zwei Ein- und Ausatmungen, ausgeführt werden sollte. Bei jeder Übung ist eine Wiederholung von neun bis 36 Runden notwendig. Die Merkmale dieser Übung sind das Heben und Senken der Gliedmaßen, die fortlaufende, zügige Ausführung der Bewegungen und natürliche, gleichmäßige Atmung.

Schlussform

Nach der sechsten Bewegung der letzten Runde kommt man zur ursprünglichen Haltung bei der ersten Bewegung zurück. Die Handflächen drehen sich von vorn nach unten, worauf sich die Hände langsam nach unten bewegen, begleitet von einer gleichmäßigen Ausatmung, bis die Hände den Unterleib erreichen. Parallel zur Bewegung der arme sinkt das innere Qi von Baihui (CV 20) am Scheitel zu Dantian herunter. Die Arme senken sich weiter und kommen zur Vorbereitungsposition zurück. Zum Schluß wird neunmal geatmet. Damit ist die Übung beendet.

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(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)



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