China von A bis Z - China Lexikon: Medien
In der Volksrepublik China werden momentan mehr als 2000 Tages- und Wochenzeitungen
gedruckt, es gibt mehr als 3000 Radio- und Fernsehstationen und über
550 Verlage. Die Medienszene hat sich seit den 1950er Jahren mehrmals
rasant gewandelt. Während in den Jahren der Kampagne gegen die Rechten
oder der Kulturrevolution das Medienleben sich praktisch auf die Verlautbarungen
der Kommunistischen Partei beschränkte, ist die Medienvielfalt heute
so groß wie noch nie.
Die Medien haben nach leninistischer Auffassung die Kommunistische Partei bei
der Umsetzung ihrer Politik zu unterstützen. Aus diesem Grund kontrolliert
und zensiert die Propagandaabteilung der KP die Presseinhalte, so gut
es bei der schieren Menge der Publikationen geht. Der Grad, zu welchem
die Partei die Medieninhalte in den letzten 20 Jahren kontrollierte,
war nicht immer gleich. In den späten 1980er Jahren wurden einige sehr
liberale Tageszeitungen toleriert, deren Redaktionen jedoch nach den
Protesten am Tiananmen-Platz geschlossen wurden. Andererseits werden
die Medien auch dazu benutzt, um gegen Korruption in den eigenen Reihen
zu kämpfen. Zahlreiche Publikationen werden auch von der KP selbst herausgegeben.
Die Kontrolle über die Medien funktioniert über die Nachrichtenagentur
Neues China (Xinhua), die das Monopol über Nachrichten hat. In den Redaktionen
der Verlage gibt es ein Parteisekretariat, welches darüber wacht, dass
die Parteilinie in den Medien umgesetzt wird. Die Journalisten sind zu
einer Mitgliedschaft in der Journalistenföderation verpflichtet und müssen
heute wie in den 1950er Jahren firm in Marxismus-Leninismus und Mao-Zedong-Denken
sein. Nichtsdestotrotz kam es mehrmals zu Verhaftungen von Journalisten,
die sich der Parteilinie nicht verpflichtet sahen.
Die chinesische Regierung versucht, die Internetaktivitäten
ihrer Bürger zu überwachen und Inhalte zu zensieren. Internetprovider
sind zur Installation einer Software verpflichtet, über die bestimmte
Webseiten blockiert werden können; auch die Wikipedia wurde bereits mehrmals
Ziel einer Blockade. Diese Art von Zensur ist nicht landesweit einheitlich
und auch unter den Internetprovidern gibt es Anbieter, die als liberaler
gelten als andere. Welche Technologien zur Überwachung im Detail angewendet
werden, ist naturgemäß nicht bekannt, und zu welchem Ausmaß es der Regierung
wirklich gelingt, Internetkritiker zu verfolgen und ausfindig zu machen,
ist Gegenstand von Spekulationen. Es hat jedoch wiederholt spektakuläre
Verhaftungen von Bürgern gegeben, die in Internet-Diskussionsforen politische
Änderungen eingefordert hatten.
Die Volksrepublik China betreibt mit Radio China International
einen der weltweit größten Rundfunk-Auslandsdienste. Der Sender produziert
Programme in dutzenden von Sprachen, darunter ein deutschsprachiges Programm,
welches über Kurz- und Mittelwelle in Europa täglich gehört werden kann.
Lesezeichen, Weitersagen und Empfehlen
(Worte, die häufiger genannt wurden, werden größer geschrieben als jene, die seltener genannt wurden.)
|