China von A bis Z - China Lexikon: Gesundheitswesen
Chinas Gesundheitswesen
Bei der Gründung der Volksrepublik lag die Lebenserwartung bei etwa 35 Jahren.
Dazu trugen Mangelernährung, mangelnde medizinische Versorgung und damit
verbunden die hohe Verbreitung von übertragbaren und parasitären Krankheiten
bei. Die Lebenserwartung der Chinesen liegt mittlerweile über 70 Jahren,
das heißt, fast auf dem Niveau der westlichen Industrienationen.
Diese bemerkenswerte Entwicklung ist den steigenden Lebensstandards der Menschen,
aber auch Regierungsanstrengungen zur Verbesserung der medizinischen
Versorgung zuzuschreiben. Speziell das während der Kulturrevolution eingeführte
System der Barfußdoktoren, also Personen mit nur grundlegendster medizinischer
Ausbildung, die am Land die verbreitetsten Krankheiten behandelten, hat
große Fortschritte für die Landbevölkerung gebracht.
Das Gesundheitswesen befindet sich momentan in einer großen
Umbauphase. Während früher alle medizinischen Leistungen vom Staat oder
seinen Unternehmen gratis erbracht wurden, wurde seit dem Beginn der
ökonomischen Reformen sichtbar, dass sich auch Privatpersonen und -Unternehmen
an den Kosten beteiligen müssen. Von der Regierung wird ein Krankenversicherungssystem
nach westlichem Vorbild angestrebt.
Die Herausforderungen, die auf das chinesische Gesundheitswesen
zukommen, zeichnen sich bereits ab: Durch Umweltverschmutzung ausgelöste
Krankheiten wie Allergien, Stress, Asthma bronchiale und Bronchitis,
aber auch Krebs, häufen sich in den Städten. Dazu kommen etwa 300 Millionen
Zigarettenraucher (63% der erwachsenen Männer und 4% der Frauen) und
die Ausbreitung von HIV/AIDS. Die HIV-Epidemie hat, neben den bekannten
Infektionswegen, auch eine Ursache in den Praxen des Blutspendens im
ländlichen Gebiet, die nicht der modernen Hygiene entsprechen.
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