China von A bis Z - China Lexikon: Energiepolitik
Chinas Energiepolitik
Durch die rasche Industrialisierung sowie den Anstieg des Lebensstandards stieg
der Energiebedarf stark an. Im Jahr 1985 wurde etwa 13 Mal so viel Energie
verbraucht wie im Jahr 1957. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Energie liegt
jedoch im internationalen Vergleich niedrig, nämlich bei etwa der Hälfte
des internationalen Schnitts und bei etwa einem Zehntel des Pro-Kopf-Verbrauches
der USA. Deshalb kann ein weiteres starkes Ansteigen des Energiebedarfs
prognostiziert werden. Das Jahr 1990 markierte einen ersten Wendepunkt
in der Energieversorgung: China wurde zum Nettoimporteur von Energie.
Ende 1993 wurde China auch zum Nettoimporteur von Rohöl. Der größte Anteil
an Energie wird jedoch nach wie vor aus der Kohle gewonnen, die einen
Anteil von etwa 70% am Gesamtenergieverbrauch hat.
Der massive Abbau von Kohle forderte immer wieder einen hohen Preis. Die Gruben
gelten als erbärmlich ausgestattet und begraben immer wieder Kumpel unter
sich.
Um weitere Energiequellen zu erschließen, sind zahlreiche
Atomkraftwerke in Bau, das erste in Qinshan (Provinz Zhejiang) ist seit
1991 in Betrieb. Auch die zahlreichen Wasserkraftwerksprojekte, etwa
der berühmte Drei-Schluchten-Damm sind nicht zuletzt energiepolitisch
motiviert.
Ernste Energie-Engpässe und regelmäßige Stromausfälle bzw.
geplante Stromabschaltungen sind in den großen Städten, vor allem in
den Boom-Regionen, an der Tagesordnung; Bürger wie Unternehmen werden
ständig zu Energiesparmaßnahmen aufgerufen.
China will seinen Atomstrom bis 2020 drastisch erhöhen.
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